Das Impfzentrum im Kastengrund hatte seine Öffnungszeiten wegen der Aussetzung des Astrazeneca-Impfstoffs verkürzt.
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Das Impfzentrum im Kastengrund hatte seine Öffnungszeiten wegen der Aussetzung des Astrazeneca-Impfstoffs verkürzt.

Impfungen

Hattersheim: Ärger über Terminabsage

Kreisblatt-Leser Thomas Meder kritisiert mangelhafte Informationspolitik.

Hattersheim -Am Montag sollte der langersehnte Tag der Corona-Impfung sein. Kreisblatt-Leser Thomas Meder berichtet, dass seine Frau für den Anfang der Woche einen Termin im Impfzentrum auf dem Hattersheimer Kastengrund-Areal vereinbart hatte. Um 20.30 Uhr sollte das Vakzin von Astrazeneca gespritzt werden. Doch dann überschlugen sich die Ereignisse: Die Bundesregierung entschied, Impfungen mit Astrazeneca wegen Sicherheitsbedenken vorerst auszusetzen. Dies habe er am Montagnachmittag im Internet erfahren, erzählt Meder.

Keine Hilfe bei den Servicenummern

Trotz der Online-Berichte wollte Thomas Meder eine Bestätigung, dass seine Frau tatsächlich zu Hause bleiben soll. "Im Internet steht viel", erklärt der Impfwillige. Deshalb habe er es bei beiden offiziellen Servicenummern probiert. Doch weder unter der (06 11) 50 59 28 88 noch unter der 11 61 17 habe er Hilfe bekommen. Die Mitarbeiter am Telefon seien nur für die Terminplanung zuständig. Man habe ihm empfohlen, den vereinbarten Termin wahrzunehmen.

Da bis zum Abend auch keine Absage per E-Mail einging, seien seine Frau und er gegen 20.15 Uhr beim Impfzentrum im Kastengrund vorgefahren, berichtet Meder. Nur um herauszufinden, dass die Nachrichten stimmen. Ein Parkwächter habe ihnen erklärt, dass die Einrichtung seit 18 Uhr geschlossen sei. Meder ist verärgert. Dass Impfwillige und Mitarbeiter nicht informiert werden, sei respektlos, sagt der Kreisblatt-Leser. Er selbst habe zwar mittlerweile den Hinweis bekommen, dass sich sein eigener Impftermin verzögern könne. Seine Frau habe aber immer noch keine Erläuterung zur Verschiebung ihres Termins erhalten. "Der Informationsfluss in Verantwortung von Herrn Spahn lässt zu wünschen übrig", klagt Thomas Meder. Diejenigen, die betroffen sind, würden auch nachträglich nicht informiert.

Die Pressestelle des Kreishauses teilte auf Nachfrage des Kreisblatts mit, dass das Impfzentrum seine Öffnungszeiten wegen der Aussetzung des Astrazeneca-Impfstoffs verkürzt habe. Derzeit werde nur noch im Zeitraum von 7.30 bis 17.30 Uhr geimpft. Für die Koordination der Termine sei allerdings das Land zuständig.

Die Stellungnahme des von Minister Kai Klose (Grüne) geleiteten Sozialministeriums klingt so, als sollten Fälle wie der von Thomas Meder nicht vorkommen. Bis Montag, 15. März, seien Impfungen mit dem Wirkstoff von Astrazeneca möglich gewesen - dann habe man die Verwendung des Vakzins aufgrund der Empfehlung des Paul-Ehrlich-Instituts gestoppt. Alle Termine bis einschließlich zum heutigen Freitag seien vorsorglich abgesagt worden. "Die betroffenen Impfberechtigten werden per E-Mail oder Telefon informiert. Hessinnen und Hessen, die bis einschließlich Freitag Impftermine haben, werden gebeten, nicht ins Impfzentrum zu kommen", teilt die Pressestelle mit.

Neue Termine so schnell wie möglich

Nach der gestrigen Entscheidung der Europäischen Arzneimittelbehörde soll es so schnell wie möglich weitergehen. Das Innenministerium habe die Impfzentren vorsorglich gebeten, alle technischen und organisatorischen Vorbereitungen zu treffen, um eine Verimpfung von Astrazeneca bereits ab morgen wieder sicherzustellen. Die Pressestelle, teilte gestern auf Nachfrage zudem mit, dass deshalb noch keine Termine für das Wochenende abgesagt wurden. Ziel des Landes sei es, all jenen, deren Termine abgesagt werden mussten, so schnell wie möglich einen neuen Impftermin anzubieten.

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