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Hattersheim. „Am Wärmeplan wird längst gearbeitet“

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In Hattersheim sind die Rechenzentren ein Teil des Stadtbildes, wie hier der E-Shelter-Bau an der Voltastraße. Die Abwärme aus den Betriebsgebäuden soll künftig die meisten Wohnungen in der Kommune heizen.
In Hattersheim sind die Rechenzentren ein Teil des Stadtbildes, wie hier der E-Shelter-Bau an der Voltastraße. Die Abwärme aus den Betriebsgebäuden soll künftig die meisten Wohnungen in der Kommune heizen. archiv © Hans Nietner

Rathauschef ist über Aussagen von Bündnis 90/Die Grünen zu Wärmeenergie verärgert.

Hattersheim -Eigentlich hat Bürgermeister Klaus Schindling (CDU) sich ein dickes Fell zugelegt, wenn es um Behauptungen und Vorwürfe geht, die nicht den Tatsachen entsprechen. Doch der Rathauschef gibt unumwunden zu, dass es ihn schon geärgert habe, was die Hattersheimer Grünen in einer Mitteilung zum Thema Gebäudewärme in Hattersheim verlauten ließen. Die vom Grünen-Vorstandsmitglied Henning Eller unterzeichnete Mitteilung hatte das Kreisblatt abgedruckt.

Rückblick: Die Grünen hatten nicht nur kritisiert, dass für die Rechenzentren in der Voltastraße am Anfang keinen Plan gegeben habe, um die Abwärme aus den Gebäuden nutzen zu können, sondern hatten auch moniert, dass es für Hattersheim noch keinen Wärmeplan gebe, der nun aber künftig für alle Kommunen mit mehr als 20 000 Einwohnern vorgeschrieben sei. Dass vieles, was die Energie-, Verkehrs- oder Wärmeenergie-Wende betrifft, nicht innerhalb von einigen Wochen oder Monaten umgesetzt werden kann, ist wohl jedem vernünftig denkenden Menschen klar. Verwaltungschef Klaus Schindling hatte bei mehreren öffentlichen Sitzungen darauf hingewiesen dass die Stadtverwaltung „bereits seit zweieinhalb Jahren“, wie er nun betont, mit den Energieversorgern in der Region dabei ist, einen entsprechenden Plan für ein Nahwärmenetz im Stadtgebiet zu erarbeiten. Dazu sei eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben worden. Klar sei von Anfang an der Überlegungen gewesen, dass die Abwärme aus Rechenzentren zuerst das Neubaugebiet an der Voltastraße sowie später den Bereich um das neue Gewerbegebiet Nord versorgen soll. Der Rathauschef erinnerte daran, dass er mehrmals öffentlich in Gremiensitzungen erklärt habe, dass in einer Machbarkeitsuntersuchung das Kostenvolumen von rund 55 Millionen Euro für 1000 Haushalte genannt worden sei. Dass eines Tages die Abwärme von allen Rechenzentren für das städtische Nahwärmenetz genutzt werden soll, ist bereits ausgemachte Sache. „Wir werden das nach und nach im gesamten Stadtgebiet umsetzen“, sagte Schindling. Der Bürgermeister weist darauf hin, dass es bei der Ansiedlung des ersten Rechenzentrums in Hattersheim, nämlich von E-Shelter an der Voltastraße, Probleme schon bei der Planung für die spätere Nutzung von Abwärme gab. Die technischen Erfordernisse dafür seien dann aber bei der Bauausführung nach und nach Rechnung getragen worden. Schließlich haben die Verhandlungen mit E-Shelter dazu geführt, so Schindling, dass von Rechenzentren an der Voltastraße die künftigen Wohnräume auf dem benachbarte Kleespieß-Neubauareal mit der Abwärme versorgt werden. Deshalb sei der Investor des Baugebietes gezwungen, in den Wohnhäusern Fußbodenheizungen einbauen zu lassen. Bei allen Planungen für ein städtisches Nahwärme-Netz sei eine enge Abstimmung mit den Energieversorgern in der Region notwendig. Aber alle diese Gespräche, Verhandlungen und Absprachen benötigten eben viel Zeit. Klaus Schindling weist zudem darauf hin, dass es beispielsweise bei Straßensanierungen nun nicht mehr nur um Fahrbahnen oder Kanalerneuerungen geht. Sondern auch um die Verlegung von Rohren, die für eine spätere Nutzung der Abwärme geeignet sind. In diesem Sinne denke die Verwaltung bereits an die Zukunft mit der Abwärme aus den Rechenzentren. In der Goethestraße sei die Stadt auf die Eigentümergemeinschaft, beziehungsweise die Hausverwaltung, zugegangen, um über den Anschluss ans Nahwärmenetz zu sprechen. Denn die alte Ölheizung sollte gegen eine neue Heizung ausgetauscht werden. meh

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