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Hattersheim: „Auschwitz darf sich nicht wiederholen“

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Vor allem Schülerinnen und Schüler der Heinrich-Böll-Schule nahmen an einer Gedenkveranstaltung zur Reichspogromnacht an der Erbsengasse teil. FOTO: stadt hattersheim
Vor allem Schülerinnen und Schüler der Heinrich-Böll-Schule nahmen an einer Gedenkveranstaltung zur Reichspogromnacht an der Erbsengasse teil. © Stadt Hattersheim

Erinnerung an Novemberpogrom von 1938 - Stadtrat ruft zur Reinigung der Stolpersteine auf.

Hattersheim -Seit vielen Jahren engagiert sich die Stadt Hattersheim gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft (AG) Opfergedenken sowie der Heinrich-Böll-Schule, für die Aufarbeitung der NS-Zeit in der Mainstadt. Auch in diesem Jahr nahmen die Akteure den Jahrestag des Novemberpogroms 1938 zum Anlass, sich mit der Thematik auseinanderzusetzen.

„Auch in Hattersheim, Eddersheim und Okriftel wurden die Mitglieder der jüdischen Gemeinden, deren Wurzeln bis in das 17. Jahrhundert zurückreichen, Opfer des Pogroms. Hier wurden Wohnungen und Geschäfte verwüstet und jüdische Männer verhaftet und in Konzentrationslager verschleppt“, erläuterte Erster Stadtrat Karl Heinz Spengler (FW) bei einer Gedenkveranstaltung zur Reichspogromnacht am Standort der ehemaligen Synagoge in der Erbsengasse.

Zu diesem Erinnerungsort waren, neben dem Schulleiter der Heinrich-Böll-Schule, Dr. Dietrich Heither, vor allem Schülerinnen und Schüler des Jahrgangs 10 mit ihren Fachlehrerinnen und Fachlehrern, die zuvor das mit dem Theaterpreis „Karfunkel“ ausgezeichnete Theaterstück „Remembering“ der Theatermacherin und Schauspielerin Liora Hilb in Flörsheim besucht hatten. „Die Schulen haben die Aufgabe“, so erklärte Dietrich Heither bei der Gedenkveranstaltung, „das Wissen um die schrecklichen Ereignisse des 9. November 1938 an die nachfolgenden Generationen weiterzugeben. Die vor über 50 Jahren formulierte Forderung des Frankfurter Philosophen Theodor W. Adorno, wonach sich Auschwitz nie wiederholen dürfe und dies die wichtigste Erziehungsaufgabe sei, hat an Bedeutung nicht verloren.“ Im Anschluss an die Gedenkstunde zogen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zum Parkplatz an der Erbsengasse in der Nähe der Fußgängerzone. Dort wurden zwei Stolpersteine gereinigt um zu zeigen, dass die Opfer der damaligen Ereignisse nicht vergessen und weiterhin zu jeder Zeit im Stadtbild sichtbar sind. Es deshalb sozusagen auch eine symbolische Reinigung.

Doch es geht nicht nur um Symbolik: Zum Abschluss der Gedenkveranstaltung rief Erster Stadtrat Karl Heinz Spengler die Hattersheimer Bürgerinnen und Bürger dazu auf, sich aktiv an der Reinigung der insgesamt 81 im Hattersheimer Stadtgebiet für die Opfer des Nationalsozialismus verlegten Stolpersteine zu beteiligen.

Übrigens hatte sich auch das Team der Hattersheimer Stadtbücherei an der Gestaltung des Gedenktages beteiligt und ein Bücherfenster arrangiert. Über den städtischen Internet-Zugang OPAC (https://opac.winbiap.net/hattersheim/index.aspx) kann kostenlos zum vielfältigen Angebot an Publikationen zu der Thematik recherchiert werden, teilte eine Sprecherin der Stadtverwaltung abschließend mit. red

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