Bislang gibt es Treppen, die zum Staustufen-Übergang führen. Das soll sich ändern. ArchivFOTO: nietner
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Bislang gibt es Treppen, die zum Staustufen-Übergang führen. Das soll sich ändern. ArchivFOTO: nietner

Barrierefreiheit

Hattersheim: Baubeginn sollte vor zwei Jahren sein

Das Radverkehrskonzept des Main-Taunus-Kreises beinhaltet den Spindel-Bau an der Staustufe.

Eddersheim -Es gibt Vorhaben, die dauern lange, bis sie tatsächlich umgesetzt werden. Und es gibt Projekte, die dauern unerwartet sehr lange, bis sie realisiert werden können. Dass den an öffentlichen Bauvorhaben beteiligten Behörden oft genug die Puste ausgeht, weil sie eine Menge an wichtigen Bauprojekten "auf Halde" haben, ist kein Geheimnis. Schließlich muss in einem Land, in dem viele Vorschriften und Gesetze jegliche Bautätigkeit nicht einfach machen, der korrekte Weg durch den Vorgabe-Dschungel gegangen werden. Dies gilt beim beabsichtigen Bau von barrierefreien Zugängen ebenso.

Aktueller Anlass für die Aussage ist ein Bericht im Kreisblatt vom 3. August. Dabei ging es um den Bau einer Spindel für den barrierefreien Übergang an der Eddersheimer Schleuse. Einige passionierte Radler sowie Naturschützer hatten darauf aufmerksam gemacht, dass die Baumaßnahme schon längst abgeschlossen sein sollte. So wies der im Main-Taunus-Kreis bekannte Umweltschützer Bernd Zürn darauf hin, dass schon im Radverkehrskonzept für den Main-Taunus-Kreis, das von März 2018 datiert, dazu ein Lösungsvorschlag zu diesem Problem aufgeführt worden sei. Nämlich der im Kreisblatt angesprochene Bau von Spindeln. Die Umsetzung, so hatte es damals in dem Konzept geheißen, sei kurzfristig möglich. "Der Baubeginn ist für 2019 geplant", war tatsächlich im Beschluss für das Radverkehrskonzept für den Main-Taunus-Kreis die damalige Formulierung gewesen. Doch 2019 hat sich terminlich bekanntlich als unhaltbar erwiesen. Klar ist auch: Erstens will "gut Ding Weile haben", wie ein Sprichwort schon sagt. Und zweitens hatten die Kreispolitiker bei der Beschlussfassung wahrscheinlich nicht im Sinn gehabt, dass auch die Denkmalschutzbehörde bei dem Spindel-Projekt mit einbezogen werden muss. Und zwar deshalb, weil es sich bei dem Schleusen-Bauwerk um ein historisch wertvolles und erhaltenswertes Technikgebäude handelt, das entsprechend geschützt werden muss. So zum Beispiel vor Anbauten, die die ursprüngliche charakteristische Gestaltung verändern würden.

Außerdem sind in das Bauprojekt die Städte Kelsterbach und Hattersheim sowie die Regionalpark GmbH und - wie erwähnt - der Denkmalschutz involviert. Alle vier Beteiligten müssen sich also einig werden und sein, bevor mit dem Spindel-Bau auf beiden Seiten der Schleuse begonnen werden kann. Zuletzt hatte Bürgermeister Klaus Schindling (CDU) darüber berichtet, dass die Stadt Kelsterbach federführend für den Bau des barrierefreien Zugangs sei und deshalb mit den Denkmalschutz-Behörden einen Gesprächstermin vereinbart habe.

Wehrsteg wird

kurzzeitig gesperrt

Wie die Stadtverwaltung mitteilte, wird der Wehrsteg an der Staustufe am Dienstag, 28. September, von 9.30 und 15 Uhr für die Benutzung gesperrt. Grund dafür seien Inspektionsmessungen am Bauwerk. Davor und danach könne der Steg genutzt werden. niklaus mehrfeld

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