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Hattersheim: Baustopp an der Urbansmühle

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An der Urbansmühle wird derzeit nicht mehr gearbeitet. Auf dem Areal sollen mehrere Dutzend Wohnungen entstehen. Bauherr ist die Hattersheimer Wohnungsbau GmbH. ArchivFOTO: mehrfeld
An der Urbansmühle wird derzeit nicht mehr gearbeitet. Auf dem Areal sollen mehrere Dutzend Wohnungen entstehen. Bauherr ist die Hattersheimer Wohnungsbau GmbH. Archiv © Mehrfeld Niklaus

Seit Wochen ruhen die Arbeiten wegen Unstimmigkeiten zwischen Baufirma und Hawobau.

Hattersheim -Eigentlich hätte die Baumaßnahme seit rund einem halben Jahr schon beendet sein sollen. Doch sie ist es nicht. Im Gegenteil. Die Arbeiten ruhen seit Wochen. Die Rede ist vom neuen Quartier an der Urbansmühle. Dort lässt die Hattersheimer Wohnungsbau (Hawobau) GmbH sowohl Wohnungen im dortigen Bestand ein- sowie umbauen sowie neue Wohnfläche errichten. In drei Bauabschnitte ist das Quarter aufgeteilt. Für den ersten Abschnitt war schon vor zwei Jahren das Richtfest gefeiert worden. Damals ging es also voran. Nun ist es aber ein trostloser Anblick: Hinter dem Bauzaun am denkmalgeschützten Gebäude mit dem charakteristischen Türmchen sind Paletten mit Bausteinen gelagert. Verschiedene große und kleine Holzteile, eine große Aufbewahrungsbox sowie Kunststoffverpackungen und Reste von Baumaterialien sind rundum an der Immobilie zu finden. Von Tätigkeiten in dem Gebäude ist nichts zu sehen. So geht es schon seit Wochen. Das hat unter anderem dazu geführt, dass sich Nachbarn über den Stillstand auf der Baustelle nicht nur wundern, sondern auch beklagen. Sie befürchten, dass die Baumaßnahme viel länger dauern wird als geplant. Damit müssten sie weiterhin über Monate nicht nur Lärm und Dreck, sondern auch die vielen Fahrzeuge ertragen, die zu dem Quartier fahren, um Baustoffe oder Mitarbeiter dorthin zu bringen. Seit vielen Wochen gibt es an der historischen Mühle keine Bauaktivitäten mehr. Die Anwohner der Urbansmühle beschweren sich zudem darüber, dass es keine Informationen zur anhaltenden Pause gibt. Nach einer bereits langen und „lärmintensiven Bauphase“ sei diese Unterbrechung langsam ein Problem für sie. Denn ein Ende sei noch nicht abzusehen. „Und ein schöner Anblick ist diese Bauruine nun auch gerade nicht“, meinte einer der Anwohner. Dabei lief vor zwei Jahren anscheinend noch alles glatt. Nach einem Jahr Bauzeit wurde im September 2020 mit einem Richtfest das erste Etappenziel des neuen Wohnquartiers an der Urbansmühle gefeiert. Bis zu diesem Zeitpunkt waren vorherige Kritikpunkte wegen der Höhe der aufgestockten Wohnimmobilien bei der Planungsphase bereinigt worden. Ziel der Planung war es, die beiden historischen Gebäude auf dem Gelände zu erhalten und die Anordnung der neuen Gebäude in Anlehnung an die ursprünglichen Bauten aus dem 19. und 20. Jahrhundert zu integrieren. Die Herausforderung bestand darin, bei der Planung und Ausführung unter anderem die Historie mit einer qualitätsvollen Architektur sowie der Wirtschaftlichkeit zu verbinden. Dies, so glaubten damals die Verantwortlichen der Hawobau, sei unter der Federführung ihres Architekten Reinhard Uttenweiler in Zusammenarbeit mit dem Mainzer Architekturbüro Milena Knap-Gradinger vollends gelungen. Bei dem kleinen Richtfest zum ersten Bauabschnitt hatte Hawobau-Geschäftsführer Holger Kazzer lobende Worte parat: „Die gute Planung der Gebäude spiegelt sich selbstverständlich auch im modernen ästhetischen Äußeren, mit seinen entsprechend hochwertigen Materialien, wider.“ Insgesamt entstünden in drei Bauabschnitten das neue Quartier. Bereits in circa 15 Monaten sollten, so erläuterte der Hawobau-Geschäftsführer damals, alle drei Bauabschnitte des Quartiers Urbansmühle fertiggestellt und bezugsfertig sein.

Der Verkauf der Wohnungen war seit März 2020 direkt über die Hawobau erfolgt. Relativ schnell waren alle Wohnungen der Bauabschnitte 2 und 3 verkauft, beziehungsweise reserviert - was so gut wie verkauft bedeute, wie Kazzer auf Nachfrage damals sagte. Lediglich von den 22 Wohnungen des ersten Bauabschnittes hatten zu diesem Zeitpunkt noch 10 Wohnungen zum Verkauf gestanden. Dabei handelt es sich um hochpreisige Immobilien. Die loftartigen Wohnräume in den Gebäuden an der Urbansmühle haben allesamt eine Raumhöhe von drei Metern, flexible Grundrisse und verfügen über eine hochwertige Ausstattung.

Was sich so toll anhört, muss auch realisiert, sprich gebaut werden. Dazu sind Handwerks- und Fachfirmen sowie Bauleiter notwendig, die Hand in Hand arbeiten müssen. Und genau da liegt anscheinend die Krux bei der Geschichte um die seit Wochen ruhende Baustelle an der Urbansmühle. Daran schuld ist nicht etwa das leidige Lieferketten-Problem oder der fehlende Material-Nachschub, das Kriegsgeschehen oder die Corona-Pandemie. Auf Nachfrage dieser Zeitung erklärte der Aufsichtsratschef der Hawobau, Bürgermeister Klaus Schindling (CDU), dass es mit dem bauausführenden Unternehmen, der f.m.a. bau GmbH, Probleme wegen der Erfüllung der Vertragsinhalte gebe. Solange diese nicht geklärt seien, werde der Baustopp anhalten. Über Details der Unstimmigkeiten zwischen dem Unternehmen und der Hawobau wollte sich Klaus Schindling nicht äußern, da es sich um ein laufendes Verfahren handele. meh

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