Der Anbau für das Gastronomieangebot am künftigen Hattersheimer Stadtmuseum hat Form angenommen. Die Gestaltung der Fassade - die Außenwände sind noch nicht fertig und mit schwarzen Planen abgedeckt - soll mit dem Denkmalschutz abgestimmt werden.
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Der Anbau für das Gastronomieangebot am künftigen Hattersheimer Stadtmuseum hat Form angenommen. Die Gestaltung der Fassade - die Außenwände sind noch nicht fertig und mit schwarzen Planen abgedeckt - soll mit dem Denkmalschutz abgestimmt werden.

Hattersheim

In ehemaliger Sarotti-Werkstatt: Räume für Stadtmuseum sollen bald fertig sein

  • vonSascha Kröner
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In das Gebäude der ehemaligen Sarotti-Werkstatt in Hattersheim soll das Stadtmuseum einziehen. Der Erweiterungsbau mit Café ist auf der Zielgeraden.

Hattersheim - Das ehemalige Sarotti-Werkstattgebäude wächst. Vor dem denkmalgeschützten Bau, der künftig das Stadtmuseum beherbergen soll, erstrecken sich die ersten Wände eines Anbaus. Die rund 450 Quadratmeter große Erweiterung ist derzeit noch mit schwarzen Planen verhängt. In Zukunft wird der längliche Gebäudeteil aber die erste Station für Museumsbesucher sein. In der Süd-Fassade soll sich die Eingangspforte zum Gebäude öffnen.

Investor Selim Balcioglu erläutert, was Besucher künftig beim Betreten des Anbaus vorfinden werden: Rechts vom Eingang erwarte die Gäste eine Fläche für Wechselausstellungen, berichtet der Chef der Rio-Nero-Investorengruppe. Außerdem solle dort ein Bereich für Veranstaltungen freigehalten werden. Auf der linken Seite können sich die Gäste am Empfang informieren. Zudem sollen sich dort die Toiletten befinden.

Stadtmuseum in Sarotti-Werkstatt in Hattersheim: „Genusswerk“ wird Betreiber des Cafés

Hinter dem Sanitärbereich entsteht ein Gastronomieangebot im südwestlichen Teil des Anbaus. Der Frankfurter Cem Pedali ist als Betreiber des Cafés "Genusswerk" vorgesehen. Neben der Bewirtung der Museumsgäste solle das Café auch als eigenständige Anlaufstelle für die Bewohner des umliegenden Quartiers dienen, sagt Balcioglu. Der Gastronomiebereich erhalte einen separaten Zugang auf der Südseite des Anbaus.

Auch im sanierten Altbau geht es, laut Selim Balcioglu, voran. Das 1925 erbaute Werkstattgebäude sei mittlerweile in zwei getrennte Flächen unterteilt worden, berichtet der Hattersheimer. Auf der Westseite richtet der Geschichtsverein in Zukunft sein Stadtmuseum ein, der östliche Teil ist für eine Büronutzung vorgesehen. Zwischen den unterschiedlichen Nutzungsflächen gibt es ein Lager und einen Technikraum.

Hattersheim: Stadt will einige Räume des Stadtmuseums in der Sarotti-Werkstatt nutzen

Die Elektroinstallationen im Werkstattgebäude seien mittlerweile abgeschlossen, sagt Balcioglu. Wer in den Ostteil des historischen Baus einzieht, war im vergangenen Jahr noch unklar. Mittlerweile sehe es aber so aus, dass die Stadt die Räume nutzen werde, erklärt der Investor.

Der letzte große Schritt vor dem Einzug ist die Fertigstellung des Anbaus. Heute sollen die Dachdecker anrücken. Selim Balcioglu erläutert, dass die Dacharbeiten und die Fertigstellung der Wände parallel ablaufen. Sechs Fenster müssen noch für den Anbau bestellt werden. Ebenfalls ausstehend ist eine Entscheidung über die Gestaltung der Fassade. Investor Balcioglu möchte die Wände mit schwach spiegelnden Alu-Panelen verkleiden. So solle sichergestellt werden, dass der Anbau nicht zu stark vom alten Werkstattgebäude ablenkt. Der Unternehmer will zunächst eine Musterwand anfertigen lassen, die dann den Gutachtern der Denkmalschutzbehörde präsentiert werden soll.

Stadtmuseum in Sarotti-Werkstatt in Hattersheim: Zeitplan hat sich verzögert

Ursprünglich war ein Abschluss der Arbeiten zum Jahresende 2020 vorgesehen. Selim Balcioglu berichtete im September, dass sich der Zeitplan verzögert habe, weil Fragen zum Anschluss an die Fernwärmeleitung geklärt werden mussten. Jetzt rechne er damit, dass die Arbeiten am Werkstattgebäude in drei bis vier Monaten abgeschlossen sind. Die Bauprojekte im Schokoladenviertel enden damit allerdings noch nicht.

Um die rund 3,4 Millionen Euro teure Sanierung des Werkstattgebäudes zu finanzieren, setzt Rio Nero auf die Entwicklung des angrenzenden 3500 Quadratmeter umfassenden Geländes. Unter dem Namen "Museumsquartier" will der Investor dort 13 Reihenhäuser sowie ein Geschäftshaus mit zwei Penthouse-Wohnungen im Obergeschoss und Gewerbe im Erdgeschoss errichten. Dieses zweite Projekt sei im städtebaulichen Vertrag für die Entwicklung des Areals festgelegt, erklärt Balcioglu. Momentan warte er auf die Genehmigung des Bauantrags durch den Kreis.

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