Der Fahrzeugverkehr wird in Hattersheim durch die Neubaugebiete zunehmen. Das Foto zeigt die Voltastraße, an der neue Wohnungen gebaut werden sollen. Die Freien Wähler setzen sich nun für ein nachhaltiges Verkehrskonzept ein.
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Der Fahrzeugverkehr wird in Hattersheim durch die Neubaugebiete zunehmen. Das Foto zeigt die Voltastraße, an der neue Wohnungen gebaut werden sollen. Die Freien Wähler setzen sich nun für ein nachhaltiges Verkehrskonzept ein.

Infrastruktur

Hattersheim: "Bürger wollen mobil sein"

Freie Wähler plädieren unter anderem für eine Entlastungsstraße West.

Hattersheim -Die vieldiskutierte Umgehung zwischen Eddersheim und Okriftel hatte bereits verschiedene Namen: Unter der Bezeichnung Westtangente wurde sie in der Vergangenheit wegen Umweltbedenken abgelehnt, als Entlastungsstraße West ist sie nun wieder im Gespräch. Bürgermeister Klaus Schindling (CDU) hatte die Verkehrsentlastung zum Wahlversprechen gemacht. Zunächst muss aber das Regierungspräsidium entscheiden, ob ein Bedarf besteht. Die Freie Wählergemeinschaft (FWG) verleiht der Forderung nach einer Umsetzung nun ihrerseits Nachdruck. "Es muss eine Entlastungsstraße gebaut werden", betont FWG-Fraktionschef Ralf Depke.

Die vermeintliche Weisheit, dass Straßen auch Verkehr erzeugen, sei falsch, betont der FWG-Mann. Aus Sicht seiner Fraktion ist der belastende Verkehr bereits mitten in der Stadt. "Die neuen Siedlungsgebiete am Hessendamm werden die schwierige Verkehrssituation noch verstärken", so Depke. Südlich der Bahnlinie seien über 30 Hektar Wohnbebauung in der Entwicklung. Hinzu komme die Nachverdichtung in allen Stadtteilen sowie das im Bau befindliche Wohnquartier auf dem Phrix-Gelände in Okriftel. "Alt- und Neubürger wollen mobil sein. Und alle wollen über die Bahnstrecke", erklärt der Fraktionsvorsitzende. Trotz dieser neuen Wohnbebauungen und dem daraus resultierenden Verkehr seien bisher drei Hektar Straße verweigert worden, klagt Ralf Depke. Er spricht von der ehemals als Westtangente bekannten Umgehungsstraße, die die Landesstraße 3006 zwischen Okriftel und Eddersheim in Richtung Autobahn weiterführen soll. Die beim Regierungspräsidenten angefragte Entlastungsstraße sei ein wichtiges Teilstück des Straßennetzes von Hattersheim, argumentiert Depke. Die neuesten Verkehrsprognosen bis 2035 würden - unter Berücksichtigung des Ausbaus des Öffentlichen Personennahverkehrs und Verkehrsinfrastruktur - nahelegen, dass die Umgehungsstraße eine entscheidende Entlastung darstellt, erklärt der FWG-Fraktionschef.

Durch derzeitige Lösungsansätze wie eine Ampel auf dem Hessendamm auf Höhe der Wasserwerkchaussee werde die Situation nicht nachhaltig verbessert. "Wir haben da ein riesiges Baugebiet", erklärt Depke mit Blick auf den Wohnungsbau an der Ölmühle. "Die Leute werden nicht alle mit dem Bus oder dem Fahrrad fahren." Nach Auffassung der FWG ist die Ampel keine langfristige Lösung. Stattdessen seien die neuesten Verkehrszählungen auszuwerten und zu beurteilen, um eine tragfähige Lösung zu finden. Auch die Erneuerung des Bahnübergangs in Eddersheim spiele dabei nach Angaben der FWG eine Rolle. Dies sei ein wichtiges Thema, das kurzfristig erledigt werden sollte. Um Staus zu vermeiden, müsse eine Überbrückung oder Unterführung gebaut werden.

"Wir als FWG sind für eine nachhaltige Entlastung der Ortsbereiche", betont der Fraktionschef. Es gebe noch viele Aufgaben in Hattersheim, und die FWG wolle die Ortsteile von Staus und Dreck befreien. sas

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