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Wegen der Corona-Pandemie müssen in den Bussen die Fahrgäste Gesichtsmasken tragen. Archiv-Foto: Knapp

ÖPNV

Verkehrsgesellschaft: Busfahrer können von ihrem Hausrecht Gebrauch machen

Die Main-Taunus-Verkehrsgesellschaft (MTV) beantwortete Fragen der SPD-Fraktion zu den Corona-bedingten Vorschriften im Busverkehr.

Hattersheim – Die SPD-Fraktion hatte eine Anfrage an den Magistrat gerichtet, in der er aufgefordert wurde zu berichten, welche Maßnahmen im öffentlichen Personennahverkehr sowie im Schulverkehr im Stadtgebiet ergriffen wurden oder geplant sind, um dem Corona-Infektionsrisiko entgegenzuwirken. Nun liegt die Antwort vor, die den Stadtverordneten mitgeteilt wurde. Da die Stadt nicht Betreiber der Buslinien ist, hatte die Main-Taunus-Verkehrsgesellschaft mbH (MTV) zu den Fragen Stellung bezogen.

Reisen mit ÖPNV: "Ansteckungsgefahr ist relativ gering"

Zur Frage, welches Infektionsrisiko in öffentlichen Verkehrsmitteln im Stadtgebiet bestünde, erklärte die MTV: "Nach aktuellem Kenntnisstand ist die Ansteckungsgefahr in den öffentlichen Verkehrsmitteln relativ gering. Das Risiko ist abhängig von der Reisedauer, der Einhaltung der Maskenpflicht und dem Abstand zu anderen Personen. Wie viele andere Institutionen, so hat auch das Robert-Koch-Institut anhand eines Gutachtens bestätigt, dass Übertragungen in öffentlichen Verkehrsmitteln verhältnismäßig selten vorkommen. Zudem besagen Untersuchungen einer gemeinsamen Studie von Deutscher Bahn Fernverkehr und der Charité Research Organisation, dass für Mitarbeiter in den Fernverkehrszügen der Deutschen Bahn kein erhöhtes Risiko besteht, an Covid-19 zu erkranken. Tatsächlich sind im öffentlichen Personennahverkehr die Reiseweiten vergleichsweise kurz, das regelmäßige Lüften durch die kurzen Haltestellenabstände gewährleistet, und das Risiko einer Erkrankung ist objektiv niedriger als von vielen Fahrgästen befürchtet."

Eine weitere Frage der SPD-Fraktion lautete. "Welche Maßnahmen wurden durch die Verkehrsunternehmen ergriffen, um das Infektionsrisiko einzudämmen?" Dazu erläuterte die MTV: "Der Verkauf von Fahrkarten in Bussen wurde am 12. März 2020 eingestellt. Um Fahrer und Fahrgäste zu schützen, erfolgte kein Einstieg mehr an der vorderen Fahrzeugtür. Zusätzlich wurde die Nutzung der Plätze direkt hinter dem Fahrer ausgeschlossen. Die Belegung der Sitzplätze wurde durch Markierungen limitiert und reguliert. Nach der Einführung der Maskenpflicht am 27. April 2020 wurden mit Hilfe von Kommunikationsmaßnahmen (Social-Media-Kanäle, Plakate, Aufkleber, Aushänge) Personen auf die Maskenpflicht hingewiesen. Desweiteren wurde die Service-Hotline weiter ausgebaut, um Fahrgäste und Personal rund um die Uhr mit Informationen versorgen zu können. Mittlerweile sind in allen Bussen Fahrertrennscheiben an den Fahrerkabinen angebracht. Daher ist seit dem 31. August 2020 der Erwerb von Fahrscheinen und der Vordereinstieg wieder möglich.

50 Euro Geldstrafe für Fahrgäste ohne Maske

In den Bussen der MTV gilt das Einbahnstraßen-Prinzip - vorne einsteigen, hinten aussteigen, ausgenommen von dieser Regelung sind mobilitätseingeschränkte Personen sowie Personen mit Kinderwagen, Fahrrad oder sehr viel, beziehungsweise sperrigem, Gepäck. So kann der Kontakt beim Ein- und Aussteigen minimiert werden." Weiter heißt es in der Antwort der MTV: "Seit August verzeichnet das Land Hessen im Bußgeldkatalog 2020 eine Geldstrafe von 50 Euro für den Fall, dass Fahrgäste gegen die Pflicht zur Bedeckung von Mund und Nase (MNB) verstoßen." . Das Bus- und Kontroll-Personal habe derzeit allerdings keine Handhabe, um einen Verstoß zu ahnden. Die Mitarbeiter könnten Fahrgäste, die keine Schutzmasken tragen, lediglich ansprechen und auf die geltenden Regelungen aufmerksam machen.

Weiter erklärte die MTV: "Busfahrerinnen und Busfahrer können auch von ihrem Hausrecht Gebrauch machen und einem Fahrgast die Mitfahrt verweigern, wenn dieser ohne Maske mitfahren möchte. Dies ist allerdings für das Fahrpersonal mit Konfrontationen verbunden. Seit Anfang Oktober werde das Fahrpersonal durch Kontrollteams unterstützt. Gemeinsam mit den kommunalen Ordnungsbehörden finden Kontrollen auf den Buslinien der MTV statt."

Da Sicherheitsabstände im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) nicht immer eingehalten werden können - und im ÖPNV laut Landesverordnung auch nicht müssen -, sei das Tragen von Bedeckungen von Mund und Nase umso wichtiger.

Main-Taunus-Verkehrsgesellschaft: Masken tragen wird kontrolliert

Die MTV überprüfe derzeit in Zusammenarbeit mit dem RMV, wie Fahrgäste noch stärker aktiviert werden könnten, in den öffentlichen Verkehrsmitteln und an allen Bahnhöfen durchgehend eine Schutzmaske zu tragen. Kontrolleure sprechen Fahrgäste ohne Schutzmaske an. "Die MTV hat für ihr Personal, das Fahrpersonal und zur weiteren Verwendung mehrere Tausend Masken geordert, so dass Kontrollteams wie auch Busfahrer dem einen oder anderen Fahrgast auch mal mit einer Maske aushelfen können", erklärte die Main-Taunus-Verkehrsgesellschaft weiter. meh

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