Clara (5) hofft weiter auf Hilfe
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Für die leukämiekranke Clara wird immer noch nach einer passenden Stammzellenspende gesucht.

Stammzellen gesucht

Clara (5) erkrankt an Blutkrebs: Verzweifelter Vater sucht dringend Stammzellenspender

Für die leukämiekranke Clara aus Hattersheim wird dringend nach einer Stammzellenspende gesucht. Nach dem Tod der Mutter geben sich Vater und Tochter kämpferisch.

Hattersheim – Öffentliche Hilferufe seien eigentlich gar nicht sein Ding, gesteht Carsten Heil dem Höchster Kreisblatt. Im Kampf um seine Tochter hat der Hattersheimer mittlerweile jedoch alle Zurückhaltung abgelegt. Schließlich geht es um Leben und Tod.

Wir berichteten bereits vor einigen Tagen, dass die fünf Jahre alte Clara an Blutkrebs erkrankt ist und einen Stammzellenspender braucht. Am Donnerstag sei der Hessische Rundfunk für eine Reportage bei ihnen zu Gast, erzählte Carsten Heil, der seine Tochter momentan permanent betreut. Von der Berichterstattung in verschiedenen Medien erhofft er sich weitere Unterstützung. Rund 350 Menschen hatten sich bis Mittwoch über das Internet als mögliche Spender registriert. "Wir freuen uns immer, wenn die Zahlen steigen", sagt der Vater.

Hilfsaktion für kleine Clara aus Hattersheim: Vater von Spenden gerührt

Betreuerin Stefanie Doss von der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) erläutert, dass die Anmeldungen anfangs noch schleppend gestartet seien. Mit jedem Bericht verzeichne sie allerdings einen Schub. Tausend Registrierungen seien das Ziel, das sie sich gesetzt hat. Je mehr Leute sich registrieren, desto besser seien die Chancen für Clara. Die DKMS-Begleiterin würde sich freuen, wenn Hattersheimer Vereine mitmachen, indem sie etwa unter ihren Mitgliedern werben.

Seit der Aufruf zur Unterstützung öffentlich wurde, habe er positive Rückmeldungen von wildfremden Menschen bekommen, berichtet Carsten Heil. Nachbarn hätten ihm kleine Geschenke oder Geldspenden überreicht. Solche Gesten würden ein wenig Kraft geben - Kraft, die der Hattersheimer momentan dringend braucht. "Es sind keine großen Beträge, aber es kommt von Herzen", weiß Heil.

Tragische Schicksalsschläge für Familie aus Hattersheim: Mutter starb an Hirntumor

Das Vater-Tochter-Gespann musste in den vergangenen Jahren viel durchmachen. Die Schicksalsschläge begannen vor drei Jahren, als Claras Mutter Antonella an den Folgen eines Hirntumors verstarb. Carsten Heil und seine Tochter stützten sich gegenseitig und blieben stark. Im Mai dann der nächste Schreck: Nachdem Krankheitssymptome bei Clara auftraten, diagnostizieren Kinderärzte Leukämie. In den vergangenen Wochen unterzog sich das Mädchen einer Chemotherapie. Der vorläufig letzte Termin sei in dieser Woche ausgesetzt worden, weil die Blutwerte zu schlecht waren, berichtet Carsten Heil. Bluttransfusionen sollen helfen. "Wir warten ab", sagt der Hattersheimer.

In sechs Wochen sei eine große Chemotherapie geplant, um die Fünfjährige auf eine mögliche Stammzellentransplantation vorzubereiten. Alles hängt jedoch davon ab, ob bis dahin ein passender Spender gefunden wird. Carsten Heil arbeitete vor der Erkrankung seiner Tochter als selbstständiger Pflegesachverständiger. Derzeit könne er seinem Beruf kaum nachgehen, berichtet der kämpferische Vater. Weil Clara nicht in den Kindergarten gehen kann, müsse er rund um die Uhr bei ihr sein. Manchmal stehe er um 3 Uhr nachts auf, weil seine Tochter schlecht schlafe. Zu den fehlenden Einnahmen kommen Kosten für Medikamente und Fahrkosten. "Das läppert sich", erklärt Heil, der die momentane Lage als einen Teufelskreis beschreibt. Wenn Clara eine passende Stammzellenspende erhält, sei er erst recht auf Unterstützung angewiesen, weil er dann zwei bis drei Monate lang zu seiner Tochter ins Krankenhaus ziehen müsse. Unter der Internet-Adresse www.gofundme.com/f/tagesmutter-fr-clara sammelt der Hattersheimer finanzielle Hilfe.

Hilfaktion für Clara aus Hattersheim: Aufruf zu Stammzellen-Registrierung

Noch wichtiger ist jedoch die Anmeldung bei der Deutschen Knochenmarkspenderdatei. "Man muss den Menschen die Angst nehmen", erklärt Betreuerin Stefanie Doss. Vielen Menschen sei gar nicht bewusst, dass die Übertragung der Stammzellen in 80 Prozent der Fälle nicht viel anders durchgeführt werde als eine Blutspende. Ausführliche Informationen gibt es im Internet unter www.dkms.de/clara. Dort können sich Hilfswillige die Unterlagen für eine Spender-Registrierung nach Hause bestellen und liefern lassen. (sas)

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