Unter anderem treten Kai Strauss & The Electric Blues All Stars beim Festival auf. FOTO: Foto: Folkclub/Kulturforum Hattersheim
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Unter anderem treten Kai Strauss & The Electric Blues All Stars beim Festival auf. FOTO:

Kultur

Hattersheim: "Corona zum Trotz": Blues- und Folkfestival im Posthof

Folkclub und Kulturforum holen drei renommierte Formationen, die eine Musikrichtung geprägt haben.

Hattersheim -Noch nie war Bluesmusik in Deutschland so beliebt wie seit einigen Jahren und noch nie war diese Stilrichtung anscheinend so zeitgemäß wie jetzt, wo zudem fast in allen Ländern die Rassismus-Debatten geführt werden: Die Corona-Krise und Flutkatastrophe haben den Menschen innerhalb kurzer Zeit viele traurige Erlebnisse beschert. Mit dem Blues gibt es eine Musikform, die traumatische Erlebnisse beschreibt und ursprünglich von Afro-Amerikanern im Süden der USA erfunden wurde. Das harte Leben als Arbeiter auf den Plantagen und die Alltagserlebnisse, die von Rassismus geprägt waren, dominieren in den Texten. Dieser Musikstil passt insbesondere zum heutigen Zeitgeschehen.

Im 20. Jahrhundert begann der langsame, aber unaufhaltsame Siegeszug des Blues. Interpreten wie Muddy Wather, B. B. King, John Lee Hooker und Etta James sorgten für die wachsende Popularität. Unvergessen bei vielen Freunden dieser Musik sind die Auftritt der Blues-Legende B. B. King in der Frankfurter Ballsporthalle in den Jahren 2004 und 2009. In Deutschland ist die Gemeinde der Bluesmusik-Anhänger seit Jahrzehnten stetig gewachsen. Sehr präsent sind zudem die Liebhaber der Folkmusik, die oft als Ergänzung mit regionalem Bezug zum Blues empfunden wird.

Nun stellen der Hattersheimer Folkclub und das Kulturforum ein Folk- und Bluesfestival auf die Beine - "Corona zum Trotz", wie die Veranstalter kund tun. Und zwar am Samstag, 21. August, im Innenhof des Alten Posthofs an der Sarceller Straße. Beginn ist um 18 Uhr, Einlass bereits ab 17 Uhr. Bei Regen schützen Schirme die Besucher vor dem Nass. Folgende Bands treten auf:

Rovin' Folk & Friends - Ali & Claudi Schmidt liefern Lieder aus dem keltischen Raum, insbesondere aus der Bretagne, aber auch französische, amerikanische, eigene und hessische Lieder sowie Folk aus den 70er Jahren. Ali war vor 40 Jahren Mitbegründer der legendären Folkband "Schlendrian", die durch zahlreiche Auftritte und mehrere Tonträger weit über die Grenzen des Rhein-Main Gebietes bekannt war. Seit einigen Jahren ist er jetzt mit Ehefrau Claudia als Duo zu erleben, gerne auch unterstützt durch befreundete Musiker, wie an diesem Abend mit Thomas Schilling, der zwölf Jahre europaweit mit der Frankfurt City Blues Band auf Tour war und auch schon früher mit "Schlendrian" aufgetreten ist. Christian W. Martin, der klassisch ausgebildete Geiger, ist in vielen Stilrichtungen zu Hause, vom Jazz bis Blues über Folk und Rock zum Funk und Soul.

Kai Strauss and The Electric Blues Allstars - Kai Strauss zählt zum kleinen Kreis europäischer Bluesmusiker, denen auch amerikanische Kollegen und Kritiker einen authentischen Stil attestieren. Musikalisch aufgewachsen in Deutschlands Blues-Hochburg Osnabrück, erspielte sich Strauss in über 25 Jahren "On the road" einen festen Platz in der Blues-Gemeinde. Die Gruppe kann sich mit dem "German Blues Award" schmücken, als beste Bluesband Deutschlands. Fünf deutsche Blues Awards, "Preis der deutschen Schallplattenkritik", Magazin-Cover, TV-Auftritte sowie Konzerte in über 20 Ländern sind weitere Eckdaten in der Karriere.

Seit über 35 Jahren spielt die Matchbox Bluesband traditionellen Blues in vielen Schattierungen. Ausgehend vom klassischen Chicago-Blues enthält das Repertoire swingenden Rhythm & Blues, erdigen Down Home Blues und akustische Spielarten. Klaus "Mojo" Kilian nahm vor über 40 Jahren zum ersten Mal eine Mundharmonika in die Hand. Über die Jahre wuchs die Plattensammlung parallel zu seinen Fähigkeiten auf der Bluesharp, so dass er heute als einer der führenden Interpreten an der Mundharmonika und Experten in Sachen "Blues und Blues-Geschichte" in Deutschland gilt. Auch Bernd Simon ist bereits seit über 40 Jahren mit seinem Gitarrensound in ganz Deutschland unterwegs. Zwei LPs/CDs belegen auch sein Talent als Komponist. Da beide auch versierte Sänger sind, ergeben sich in der Matchbox Bluesband viele Gelegenheiten für mehrstimmigen Gesang. Unverzichtbar ist ein Kontrabass, den Wolfgang Lieberwirth spielt. Ursprünglich vom Rockabilly beeinflusst, ist seine Spielweise heute "durch große stilistische Vielfalt und stetigen Groove gekennzeichnet", werben die Veranstalter. Schlagzeuger Thomas Frömming bringt 20 Jahre Bühnenerfahrung mit. Da sich die Musiker der Kai Strauss Band und der Matchbox Bluesband kennen und schätzen, dürfen die Zuhörer zudem wohl auf eine besondere Abschluss-Session hoffen.

Eintrittskarten sind für 24 Euro nur über das Kulturcenter oder kartenservice@kulturforum.de erhältlich. Aufgrund der Corona-Bestimmungen sind maximal 160 Besucher zugelassen. Sollte es noch Restkarten geben, können diese an der Abendkasse für 28 Euro erworben werden. meh/red

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