Die Weihnachtsmärkte in Hattersheim zogen in der Vergangenheit die Menschenmassen an. Wegen der Corona-Pandemie sollen solche Veranstaltungen derzeit aber nicht stattfinden. ArchivFOTO: nietner
+
Die Weihnachtsmärkte in Hattersheim zogen in der Vergangenheit die Menschenmassen an. Wegen der Corona-Pandemie sollen solche Veranstaltungen derzeit aber nicht stattfinden. ArchivFOTO: nietner

Kultur

Hattersheim: Das war's mit dem Hoffnungsschimmer

Magistrat sagt wegen der steigenden Infektionszahlen den Weihnachtsmarkt ab.

Hattersheim -Gestern ist die Entscheidung gefallen: Der Magistrat hat den diesjährigen Weihnachtsmarkt abgesagt. Manch einer wird den Beschluss bedauern, andere werden ihn aufgrund der gegenwärtigen Pandemie-Lage begrüßen. Allen wird man es also mit Sicherheit nicht recht machen können. Fest steht jedoch zumindest, dass die Stadt die Reißleine rechtzeitig genug gezogen hat, um den Standbetreibern Gewissheit und Planungssicherheit zu verschaffen.

Nachdem der Budenzauber rund um den Alten Posthof im Vorjahr ausfallen musste, gab es in diesem Winter einen großen Hoffnungsschimmer. Das Kulturforum hatte die Planung des Festes aufgenommen - wenn auch in leicht abgewandelter Form. So sollte der diesjährige Weihnachtsmarkt erstmals als zweitägiges Ereignis am 11. und 12. Dezember über die Bühne gehen. Die Idee war es, das Besucheraufkommen auf einen größeren Zeitraum zu verteilen. Außerdem sah die Planung vor, die Veranstaltung auf drei begrenzte Gebiete mit Zugangskontrollen zu beschränken. Als Marktfläche waren der Innenhof des Alten Posthofs, der Parkplatz vor dem Posthof sowie der Nassauer Hof vorgesehen. Gestern bewertete die Stadtverwaltung die Situation vor dem Hintergrund der derzeit gültigen Corona-Regelung in Hessen neu.

Stadt und Kulturforum würden die aktuellen Entwicklungen sehr ernst nehmen, heißt es in der Erklärung der Verwaltung zur Absage. Schweren Herzens habe man sich gegen die Durchführung des Weihnachtsmarktes entschieden. Aufgrund der ständig steigenden Hospitalisierungsraten in Hessen habe man die Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger an die erste Stelle gesetzt.

Bürgermeister Klaus Schindling (CDU) betont, dass eine sichere Durchführung aufgrund hoher und weiter steigender Infektionszahlen nicht zu gewährleisten gewesen wäre. "Zudem hätten wir mit vielen Gästen aus Nachbargemeinden rechnen müssen, da mehrere Kommunen ihre Weihnachtsmärkte bereits abgesagt hatten", erklärt der Verwaltungschef. Die Verantwortung gegenüber den Standbetreibern sowie den Besuchern überwiege dem Wunsch, eine ausgelassene und fröhliche Zeit auf dem Weihnachtsmarkt zu verleben. Seit dem Wochenende war es bereits zu Absagen von Standbetreibern gekommen. Unter anderem hatte sich die Hattersheimer SPD mit Blick auf die Pandemie-Situation von der beabsichtigten Teilnahme zurückgezogen. Neben dem großen städtischen Weihnachtsmarkt fällt auch der kleinere Adventsmarkt der evangelischen Gemeinde in Okriftel der Pandemie zum Opfer. Die Ausrichter hatten sich bereits vor einigen Tagen zu diesem Schritt entschlossen. Im Stadtteil Eddersheim gibt es ohnehin keinen Weihnachtsmarkt. Dort tut sich jedoch seit 20 Jahren ein unermüdliches Grüppchen von Altstadt-Bewohnern zusammen, um für festliche Stimmung zu sorgen.

Gelebte Nachbarschaft in Eddersheim

Im Jahr 2001 habe alles mit einer Familie begonnen, die einen sogenannten Herrnhuter Stern vor ihrem Haus aufhängte, berichtet Anwohner Lothar Pöschl. Mittlerweile hätten zahlreiche Eddersheimer die beleuchteten Weihnachtssterne angeschafft. Am Samstag wollen sich die Freunde wieder treffen, um mehrere Sterne an Stahlseilen über der Straße aufzuhängen. Außerdem stellen sie einen geschmückten Christbaum an der Ecke Neustraße/Fischergasse auf. "Das ist gelebte Nachbarschaft", findet Pöschl. Im Anschluss treffe sich die Nachbarschaft zum geselligen Glühweintrinken - dies allerdings nur unter 3 G-Regel mit Geimpften, Genesenen oder negativ Getesteten. Die Stadt hat die Weihnachtsbeleuchtung derweil erstmals bis in die Stadtteile Eddersheim und Okriftel ausgeweitet. sas

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare