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Hattersheim: Datenschutz contra Lernerfolg?

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Nicht alle PC-Lern-Systeme sind für den Online-Schulunterricht geeignet. FOTO: dpa
Nicht alle PC-Lern-Systeme sind für den Online-Schulunterricht geeignet. FOTO: dpa © picture alliance/dpa

FDP zeigt Verständnis für die Kritik von Eltern an der Digital-Ausstattung von Schulen.

Hattersheim -Spätestens die Corona-Krise hat es gezeigt: In Deutschland hat die Digitalisierung noch einen weiten Weg vor sich. Jedenfalls, wenn es um die Ausstattung an Bildungseinrichtungen geht. Der Online-Unterricht war erst spät in Gang gekommen. In anderen Ländern war das unkompliziert, schnell und pragmatisch über die Bühne gegangen. Nicht so in Deutschland. Da steht nämlich an erster Stelle erst einmal der Datenschutz. Der hat sich als bürokratisches Monster entpuppt, das eher schadet als nutzt. Während Betrügereien per Whatsapp oder E-Mail anscheinend nicht aufzuhalten sind, gab es bei der Nutzung von Lernprogrammen per Internet wegen des Datenschutzes teilweise Hürden, die für die Schulen, beziehungsweise für die Lehrerschaft und die Schülerinnen und Schüler, contraproduktiv waren. Nach dem Motto: "Das Programm ist klasse, aber entspricht nicht den Vorschriften des deutschen Datenschutzgesetzes" konnten die Programme nicht genutzt werden. Das Thema Digitalisierung und Datenschutz haben die Liberalen bei ihrem jüngsten Stammtisch nun näher beleuchtet.

So informierte Oliver Stirböck, Sprecher der hessischen FDP-Landtagsfraktion für Digitalisierung und Europapolitik, beim Liberalen Stammtisch über Chancen und Risiken der Digitalisierung. Die Hattersheimer treibe "offensichtlich gerade der große Komplex der Digitalisierung an Schulen um", meinten die Freidemokraten. Aus Datenschutzgründen sei es hessischen Schulen nicht immer möglich, "leistungsfähige, in der freien Wirtschaft längst etablierte und bewährte Videokonferenzsysteme" zu nutzen. "Dann müssen Schüler und Eltern, wie in der Corona-Zeit geschehen, aus irrsinnigen Datenschutzgründen mit unausgereiften Tools konferieren, die schon zusammenbrechen wenn bei zehn Teilnehmern alle die Videokamera anschalten", machte ein Hattersheimer seinem Ärger über die bereits erfolgte Praxis Luft.

Norbert Reichert, Vorsitzender des Hattersheimer FDP-Ortsverbandes, hat volles Verständnis für die Bedenken der Bürgerinnen und Bürger. Denn Eltern wie Kinder seien von der Corona-Pandemie bereits genug gebeutelt worden. "Datenschutz oder Lernerfolg? Aus meiner Sicht ist bei einer Bewertung auch immer die Art der Nutzung abzuwägen. Wird so ein Tool als reines Video-Konferenz-Tool genutzt, so kann der Einsatz als weniger kritisch gesehen werden. Nutzt man aber das Tool als eine Lernmanagement-Plattform, auf der Leistungen kommentiert und gespeichert werden, sind hier ganz andere Maßstäbe anzusetzen, da die Auswirkungen deutlich schwerwiegender sind", meint der FDP-Vorsitzende. Umso wichtiger sei es, "dass das Thema Digitalisierung an Schulen nicht bei der Verteilung von Tablets aufhört, sondern wesentlich umfassender zu denken ist", erklärt Norbert Reichert.

Die Anliegen der Hattersheimer Bürgerinnen und Bürger würden bei der Weiterentwicklung der Digitalstrategie des FDP-Ortsverbandes berücksichtigt, "um auch Impulse für die Landesebene zu geben". Die Digitalstrategie sowie weitere Schwerpunktthemen zur Digitalisierung finden Interessierte übrigens auf der Internetseite des FDP-Ortsverbandes unter www.fdp-hattersheim.de. Weitere Beiträge von Bürgern zum Thema Datenschutz und Schule sowie Digitalisierung in Hattersheim sind dem FDP-Ortsverband willkommen. Sie können per E-Mail an die Adresse info@fdp-hattersheim.de gesendet werden.

Der Liberale Stammtisch ist eine offene Diskussionsveranstaltung der FDP, bei der mit den Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch gekommen werden soll. "So sind in der Vergangenheit aus diesen Veranstaltungen immer wieder wichtige Anregungen der Bürger zu den verschiedensten Themen in die Vorlagen der FDP-Stadtverordnetenfraktion eingegangen", erklärt FDP-Pressereferent Matthias Wallenfels. meh

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