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Barrierefrei sieht anders aus: Die Zu- und Abgänge am Hattersheimer Bahnhof zu den Gleisen sind nicht behindertengerecht.

Politik

Hattersheim: Den Fahrgästen soll geholfen werden

Neues Service-Angebot für den Bahnhofsbereich lässt noch auf sich warten.

Hattersheim -Es gibt wohl niemanden, der bestreiten wird, dass der Hattersheimer Bahnhof für behinderte Menschen sowie für Eltern, die mit Kinderwagen unterwegs sind, ein Hindernislauf ist. Daran können auch die rampenartigen Aufgänge am Rande der Treppen nichts ändern. Schon ein Zwillings-Kinderwagen passt gar nicht auf die Spur dieser Auffahrtsmöglichkeit.

Und der Bahnhof wird noch einige Jahre so bleiben wie er ist. Denn bis sich die Deutsche Bahn AG dazu durchringt, die Situation mit einem großen Umbau zu verbessern, dürften noch einige Jahre ins Land gehen. Der Hattersheimer Magistrat ist bereits seit mehreren Jahren mit der Bahn im Gespräch, um die Baumaßnahmen unter Dach und Fach zu bringen. Die endgültige Planung ist aber noch nicht fertiggestellt. Und bevor es keinen detaillierten Plan gibt, werden die Arbeiten auch nicht ausgeschrieben werden. Mit anderen Worten: Es dauert alles noch.

Um die jetzige Situation zu entschärfen, gibt es aber eine Idee, die schon einmal sehr gut funktioniert hat: Bezahlte Helfer, die am Bahnhof stationiert sind, sollen wenn nötig den Fahrgästen beim Auf- und Abstieg an den Treppen behilflich sein.

Ein gemeinsamer Antrag der Fraktionen CDU, FWG und FDP, "betreffend Hilfestellungs- und Unterstützungsdienst am Hattersheimer Bahnhof", wurde von allen Fraktionen schon vor einigen Wochen so beschlossen. Auf Antrag der CDU erfolgte bereits im Jahr 2019 eine Prüfung, zu welchen Konditionen ein Hilfestellungs- und Unterstützungsdienst am Bahnhof angeboten werden könnte. Der Bericht des Magistrats, der vom im Januar 2020 datierte, zeigte dann die Möglichkeit auf, im Rahmen des Sozialprojektes "Engagement (Ent-) LOHNT" des Main-Taunus-Kreises einen entsprechenden Service mit Teilnehmern von diesem Programm umzusetzen.

In der Begründung des Antrages der CDU/FWG/FDP-Koalition hatte es geheißen: "Die Bahnsteige des Hattersheimer Bahnhofs sind aufgrund der baulichen Gegebenheiten und fehlender Rampen, beziehungsweise Aufzüge, für viele Menschen nur schwierig bis gar nicht zu erreichen. Ein Service, der vielfältige Hilfe (zum Beispiel Tragen von Taschen, Hilfestellung bei der Erreichung des Bahnsteiges mit Rollatoren und/oder Kinderwägen etc.) anbietet, wäre eine große Erleichterung."

Das Projekt "Engagement (Ent-) LOHNT" läuft seit dem vergangenen Jahr. Es biete Langzeitarbeitslosen eine Teilhabechance auf dem Arbeitsmarkt, erklärte die Koalition in dem Antrag weiter, die eine "Win-Win-Situation" sieht: Zudem gebe es ja zugleich Vorteile für die Fahrgäste von S-Bahnen. "Aufgrund der angebotenen Förderung der Arbeitsverhältnisse, der beschäftigungsbegleitenden Betreuung sowie der Übernahme von Weiterbildungskosten durch den Kreis, ergibt sich eine, im Vergleich zu der Vergabe an eine Fremdfirma, auch finanziell vertretbare gute Möglichkeit zur Verbesserung der Erreichbarkeit der Bahnsteige", wird in der Antragsbegründung ein weiterer Vorteil genannt. Bisher wurde der Antrag noch nicht realisiert. Denn bisher stehen noch keine Projekt-Teilnehmer zur Verfügung. meh

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