Schlimmes hat diese Katze erlebt: Hope mussten ein Augen und der Schwanz amputiert werden. Sie wird derzeit liebevoll aufgepäppelt.
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Schlimmes hat diese Katze erlebt: Hope mussten ein Augen und der Schwanz amputiert werden. Sie wird derzeit liebevoll aufgepäppelt.

Im Tierheim gerettet

Entsetzen über schwer misshandelte Katzenbabys: „Anblick war zum Weinen“

Mitarbeitende des Tierheims in Hattersheim im Main-Taunus-Kreis berichten über das Schicksal von zwei gequälten Katzen. Die Tiere haben Grauenvolles erlebt.

Hattersheim – Die Mitarbeiter des Tierheims an der Mainzer Landstraße sind es gewohnt, schwere Schicksale der Tiere mitzuerleben. Immer wieder bekommt es das Team mit ausgesetzten oder kranken Hunden und Katzen zu tun. Was die Tierfreunde in diesem Monat mitansehen mussten, war an Rücksichtslosigkeit und Brutalität aber kaum zu überbieten. Zwei junge Kater, die offensichtlich schwer misshandelt wurden, fanden ihren Weg ins Tierheim. "Wir waren alle geschockt", erklärt Christian Reiter, Vorsitzender des Tierschutzvereins, der die Vermittlungsstation betreut.

Beide Tiere hatten Riesenglück, dass sie überhaupt rechtzeitig gefunden wurden. Ein Gassigeher, der einen Tierheim-Hund ausführte, sei am 10. August auf die erste Katze aufmerksam geworden, erzählt Reiter. Der Hund sei plötzlich an einem Sperrmüllhaufen vor dem Gebäude stehen geblieben und habe etwas gewittert. Mitten im Abfall habe der Hundeführer dann das etwa acht Wochen alte Kätzchen gefunden. Der Zustand des Tieres war allerdings erschreckend. "Der Anblick war zum Weinen", erklärt Christian Reiter.

Schreckliches Schicksal zweier Katzen erschüttert Mitarbeiter im Tierheim Hattersheim

Der Vorsitzende berichtet, dass der junge Kater von Kopf bis Fuß schwer in Mitleidenschaft gezogen war. "Ein Auge war total blutunterlaufen und vereitert", erzählt der Vereinschef. Die kleinen Pfötchen seien verätzt gewesen und der Schwanz des Tieres abgestorben. Reiter geht davon aus, dass jemand das Tier mutwillig gequält hat. "Der Schwanz stirbt ja nicht einfach so ab", meint der Vorsitzende. Er hat Anzeige gegen Unbekannt erstattet.

Die Tierklinik habe ihm nahe gelegt, das Kätzchen einzuschläfern. Das Tierheim-Team habe sich jedoch entschieden, eine zweite Meinung einzuholen. Daraufhin habe die Haustierärztin des Tierheims dem schwer verletzten Tier das verwundete Auge und den Schwanz amputiert. Die Mitarbeiter haben den Kater auf den Namen Hope (Hoffnung) getauft.

Grausame Funde: Tierheim Hattersheim nimmt zwei Katzen innerhalb kurzer Zeit auf

Nur vier Tage später - am 14. August - wurde der nächste, ähnlich grausame Fall bekannt. Eine Polizeistreife habe den zweiten Kater in einer Plastiktasche in der Nähe der Internationalen Schule in Sindlingen gefunden. Laut Christian Reiter hätte das Tier sich nicht alleine befreien können. Was die Polizeibeamten in dem Behälter fanden, war mitleiderregend: Der ebenfalls rund acht Wochen alte Kater sei abgemagert gewesen und habe sich nicht mehr aus eigener Kraft auf den Beinen halten können. Beide Augen seien verklebt und stark entzündet gewesen. Außerdem sei das Fell des Tieres nicht nur mit Milben befallen gewesen, sondern auch mit Sprühfarbe und Filzstift beschmiert. Auch in diesem Fall wurde Strafanzeige erstattet.

Es sei gelungen, beide Augen zu retten und das Kätzchen wieder aufzupäppeln, berichtet Reiter. Vom Tierheim-Team erhielt der zweite Kater den Namen Loki. Das Leid der beiden Fundkatzen habe das ganze Team berührt, berichtet Christian Reiter. Solche Misshandlungen bekomme man selten zu Gesicht. Vor etlichen Jahren habe es einen vergleichbaren Fall gegeben, als das Tierheim einen Hund aufnahm, der mit Säure übergossen worden war. In den vergangenen zehn Jahren könne er sich jedoch an keine Tierquälerei in ähnlichem Ausmaß erinnern, erklärt der Vorsitzende.

Tierheim in Hattersheim startet Spendenaufruf nach schockierendem Fund zweier Katzen

Loki und Hope werden derzeit von Mitarbeiterinnen des Tierheims zu Hause betreut. Die Aufnahmekapazität für Katzen sei erschöpft, erzählt Reiter. Im Tierheim Hattersheim warten derzeit 13 Katzen auf eine neues Zuhause. Sieben weitere Katzen sind zur Pflege bei Mitarbeitern. Die gute Nachricht angesichts der erschreckenden Funde ist, dass beide Kätzchen durchkommen werden. "Die werden es beide schaffen", sagt der Vereinschef.

In vier bis sechs Wochen könnten Loki und Hope dann an neue Besitzer vermittelt werden. Zur Finanzierung der kostenträchtigen medizinischen Versorgung hat das Tierheim außerdem einen Spendenaufruf auf seiner Internetseite gestartet. (red)

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