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Hattersheim: Der Erfolg erfüllt den Sieger mit Demut

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Amtsinhaber Klaus Schindling freute sich gestern abend über das klare Votum der Wähler. FOTOs: reuss
Amtsinhaber Klaus Schindling freute sich gestern abend über das klare Votum der Wähler. © Maik Reuß

Klaus Schindling (CDU) gewinnt Bürgermeister-Direktwahl im ersten Durchgang mit 75,5 Prozent.

Hattersheim -Zwei Verlierer und ein eindeutiger Gewinner - so endete die Hattersheimer Bürgermeisterwahl gestern im ersten Durchgang. Amtsinhaber Klaus Schindling (CDU) setzte sich mit 75,5 Prozent der Stimmen weit von seinen Herausforderern ab. Musste der CDU-Mann bei seiner Wahl vor sechs Jahren noch im Kopf-an-Kopf-Rennen mit Antje Köter (SPD) schwitzen, so musste er dies gestern nicht tun. Von der Auszählung des ersten Wahlbezirks bis zum Endergebnis lag der amtierende Bürgermeister durchgehend vorne. Er wolle nun "weiter mit Vollgas für unsere Stadt arbeiten", sagte Schindling dem Kreisblatt.

Mit Vollgas überholte der Verwaltungschef die Herausforderer der früheren rot-grünen Koalition, die dem CDU-Mann an der Wahlurne nicht viel entgegenzusetzen hatten. Mesut Cetin (SPD) landete mit 16,15 Prozent auf dem zweiten Platz. Klaus Schindling konnte sogar in Wahlbezirken im Südring, die traditionell der SPD nahe stehen, 60 Prozent der Stimmen holen. Nathalie Ferko (Bündnis 90/Die Grünen) erreichte im Endergebnis 8,35 Prozent der Stimmen. Für ein zweistelliges Ergebnis, auf das die Grüne zwischenzeitlich noch hoffte, reichte es nicht mehr.

Dieses klare Wahlergebnis erfülle ihn mit Demut, erklärte der strahlende Sieger. Er gehe nun mit guter Ausstattung in die nächsten sechs Jahre, urteilte Schindling, der sich bei allen Unterstützern bedankte und den gut funktionierenden Kontakt zu den übergeordneten Behörden lobte. Seinen Herausforderern bescheinigte er einen Wahlkampf, der von Fairness und Sachlichkeit geprägt gewesen sei.

Trotz - oder vielleicht gerade wegen des eindeutigen Ausgangs, gab es gestern keine traurigen Gesichter. Der große Erfolg des Amtsinhabers schien die Mitbewerber nicht zu überraschen. "Das Ergebnis war so zu erwarten", urteilte Mesut Cetin. Klaus Schindling habe in den zurückliegenden sechs Jahren "eine hohe Prominenz" erworben, erklärte der Sozialdemokrat. Trotzdem habe die SPD den Hattersheimern eine Wahl bieten wollen. Für ihn persönlich sei die Kandidatur eine lehrreiche Erfahrung gewesen, die sich einem sonst nicht bietet. Er wolle dem Bürgermeister nun weiterhin als Stadtverordneter auf die Finger schauen, so Cetin.

Auch Nathalie Ferko, die als erste Grünen-Bürgermeisterkandidatin in Hattersheim antrat, machte sich keine Illusionen. Die Wiederwahl des Amtsinhabers sei absehbar gewesen. Den großen Rückhalt für den Bürgermeister habe man schon bei der jüngsten Kommunalwahl erlebt, argumentierte die 29-Jährige. Damals konnte Schindlings CDU die absolute Mehrheit erringen. Sie sei froh, trotzdem einige Stimmen geholt zu haben, resümierte Nathalie Ferko. Viele Gespräche, die sie im Wahlkampf unter anderem mit Vereinen geführt habe, seien ihr wichtig gewesen.

Die ehemalige Erste Stadträtin Karin Schnick (Grüne) zeigte sich ebenfalls wenig überrascht vom Wahlausgang. Nathalie Ferko habe allerdings fleißig gearbeitet, und es sei schön zu sehen, dass die Herausforderin grüne Themen setzen konnte. Ökologie und Klima würden mittlerweile überall auftauchen. "Da kommt man jetzt nicht mehr raus", meinte die frühere Stadträtin.

Der Hattersheimer SPD-Vorsitzende Selim Balcioglu gab sich ebenfalls zufrieden. Er verspüre keine Enttäuschung, erklärte er. Schindlings hoher Sieg sei erwartungsgemäß. Auch Balcioglu zeigte sich froh, darüber, dass die Herausforderer Themenschwerpunkte wie Wohnraum, Kinderbetreuung und Verkehr in den Wahlkampf einbrachten. Die SPD werde die Versprechen des Bürgermeister einfordern und in sechs Jahren erneut angreifen.

Und wo sieht Wahlsieger Klaus Schindling die Schwerpunkte für seine neue Amtszeit? Der Prozess der Haushaltskonsolidierung sei noch nicht abgeschlossen, stellt der alte und neue Rathauschef fest. Investitionsbedarf sieht er auf dem Feld der Kitas und Sportstätten. "Die Kinderbetreuung wird ein großer Bereich sein", kündigt der CDU-Mann an. Bei künftigen Entwicklungen müssten jedoch immer auch die Themen Ökologie und Klimawandel mitgedacht werden. Die fortschreitende Digitalisierung könne positiv für mehr Nachhaltigkeit eingesetzt werden, meint Klaus Schindling, der anerkennt, dass hinter dem große Zuspruch der Wählerinnen und Wähler auch eine Erwartungshaltung steht. "Das ist natürlich auch eine Verpflichtung", ist sich der Bürgermeister gewiss. sas

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