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Standortsuche für „The Dome“: Hattersheimer Bürgermeister äußert sich

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Diese Aufnahme zeigt eine Zeichnung, auf der (vorne) die Multifunktionshalle samt Hotel und Nebenhalle in der Nähe des Flughafens eingebunden wurde.
Diese Aufnahme zeigt eine Zeichnung, auf der (vorne) die Multifunktionshalle samt Hotel und Nebenhalle in der Nähe des Flughafens eingebunden wurde. © Archimation 2016

Für die Multifunktionshalle „The Dome“ wird noch ein geeigneter Standort gesucht. Bürgermeister Klaus Schindling aus Hattersheim äußert sich nun dazu.

Hattersheim – Zu dem seit einigen Tagen wieder ins Gespräch gekommene Großprojekt für den Bau einer Multifunktionshalle mit der Bezeichnung „The Dome“ für rund 23.000 Zuschauer hat es verschiedene Berichte und Kommentierungen gegeben. Zum Teil mit detaillierten Forderungen. Dazu trug unter anderem eine Mitteilung der Hattersheimer SPD bei, deren Inhalt den Fokus auf die Verkehrsproblematik sowie auf wünschenswerte Hallenzeiten für einheimische Vereine legte.

Vor der neu entflammten Diskussion über „The Dome“ hatte der Planungsdezernent in Frankfurt, Mike Josef (SPD), bekannt gegeben, dass über den Bau einer eigenen Multifunktionsarena in der Nähe des Eintracht-Stadions nachgedacht werde. Das dortige Areal ist bereits in einem baureifen Zustand. Lediglich ein paar Bäume müssten gefällt werden, wenn es dort mit dem Bau losgehen sollte, hatte es aus dem Rathaus geheißen. Die Frankfurter Grünen hatten sich bereits positiv über das Vorhaben unter städtischer Regie geäußert. Doch was ist nun eigentlich der Stand der Dinge für die Errichtung von „The Dome“ auf Hattersheimer Gemarkung?

Hattersheim: Noch „gar nichts“ in Angriff genommen für „The Dome“

Im Gespräch mit dieser Zeitung erläuterte Bürgermeister Klaus Schindling (CDU) die bisherigen Vorkommnisse aus seiner Sicht. Er habe mit der Investorengruppe mehrmals Kontakt gehabt, was aber nicht bedeute, dass Absprachen getroffen worden seien. Im Gegenteil: „Ich höre mir an, was Leute möchten, wenn sie zu mir kommen. Ich habe keinen Grund, gleich eine Absage zu erteilen.“

Lediglich die Auskunft, dass der Wunsch „wohlwollend“ geprüft wird, sei der kanadischen Investoren-Gruppe mit auf dem Weg gegeben worden. Denn in allen Vorhaben steckten nicht nur Risiken, sondern auch Chancen. Im Falle von „The Dome“ ist die Sachlage laut Schindling aber klar: „Es ist bisher nichts, aber auch gar nichts in Angriff genommen worden von den Voraussetzungen, die für die Errichtung eines solchen Projektes nötig sind.“ So sei keine Änderung des Flächennutzungsplans beantragt worden, noch seien Studien - unter anderem für die Verkehrssituation - in Auftrag gegeben worden. Und der von einer Zeitung mit vier Buchstaben bereits vermeldete Vollzug von Grundstückskäufen bestätigt der Hattersheimer Rathauschef nicht: „Bisher ist noch kein einziges Grundstück für das Projekt erworben worden.“

Anfahrt zu „The Dome“ in Hattersheim: A66-Abfahrt und Zufahrt sind nötig

Zum Thema Verkehrsanbindung der Multifunktionshalle hat Klaus Schindling eine klare Meinung: „Es funktioniert nur über einen extra S-Bahn-Halt, wie zum Beispiel beim Sportfeld-Halt am Stadion von Eintracht-Frankfurt.“ Es könne nicht sein, dass Besucher auf dem Weg zu der Halle quer durch Hattersheim vagabundieren würden, meint der Bürgermeister. Ähnliches gelte für die Straßen der einstigen Rosenstadt: „Die Autos von 10.000 oder mehr Besuchern können sich bei Veranstaltungen in der Multifunktionshalle vorher nicht durch Hattersheim drängeln, das ist unmöglich und für die Bürgerinnen und Bürger unzumutbar.“

Als Lösung dieses Problems komme, außer dem vorher erwähnten S-Bahn-Halt, nur eine zusätzliche Anbindung mit einer Abfahrt sowie Zufahrt zur Autobahn (A66) infrage. Damit ist auch klar, dass dieses Projekt nicht einmal am Anfang ist, sondern bisher noch in einer Art Abwägungs- und Suchphase steckt - wohlgemerkt vonseiten der Investorengruppe. Die kanadischen Investoren sind bekanntlich bei zwei anderen Main-Taunus-Kommunen, nämlich Sulzbach und Eschborn, bei ihrer Suche nach einem Standort abgeblitzt. Klaus Schindling hat - im Gegensatz zu seinen Amtskollegen - die schiere Größe des geplanten Projektes nicht erschrocken.

Der Verwaltungschef wiederholt, dass er dem Großprojekt mit "Wohlwollen" gegenüber stehe. Doch es sei zum jetzigen Zeitpunkt völlig offen, ob so ein Riesenprojekt überhaupt auf Hattersheimer Gemarkung zu realisieren sei. Die Infrastruktur für die Hattersheimer Bürger dürfe durch eine Großhalle in der geplanten Dimension nicht beeinträchtigt werden.

500-Millionen-Euro-Projekt: „Hattersheim-Dome“ ist unwahrscheinlich

Im Rahmen der Berichterstattungen über das rund 500 Millionen Euro teure Projekt argumentierte ein kluger Kopf, dass die Halle unter anderem deshalb in Frankfurt gebaut werden müsse, weil Weltstars aus der Show- und Musikbranche ja wohl nicht in Hattersheim auftreten wollten. Das sei für deren Karrieren schädlich. Bürgermeister Schindling kann über solche Behauptungen nur schmunzeln. „Die Halle wird sicherlich ‚The Dome Frankfurt-Rhein-Main‘ oder so ähnlich heißen und nicht ,Hattersheim-Dome‘“, meint der Rathauschef. Den auswärtigen Künstler sei es völlig egal, ob sie im benachbarten Hattersheim oder in Frankfurt selbst auftreten würden. Für die meisten Weltstars sei dies eine Region, in der es für sie keine geografischen Unterschiede gebe, ist sich Klaus Schindling sicher.

Für den SPD-Vorschlag, dass die Halle zudem für Vereine nutzbar sein müsse, hat der Bürgermeister eine Korrektur formuliert. Es gehe nicht darum, „dass die Bambinis der DJK oder eine Federball-Mannschaft in der Halle trainieren“, sondern es gehe um eine Multifunktionshalle, in der Konzerte, Kongresse oder andere Großveranstaltungen veranstaltet würden. Es sei eben keine Trainings- oder Sporthalle, die Investoren auf einem Areal, das zwischen der A66 und B40 zwischen Hattersheim und Sindlingen liegt, eventuell errichten wollen. (meh)

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