Mit unzufriedenen Mitgliedern sieht sich FWG-Vorsitzender Oliver Wiendl konfrontiert.
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Mit unzufriedenen Mitgliedern sieht sich FWG-Vorsitzender Oliver Wiendl konfrontiert.

Politik

Hattersheim: Die FWG kommt nicht zur Ruhe

Bei der Freien Wählergemeinschaft (FWG) treten Mitglieder aus oder legen ihre Ämter nieder

Hattersheim -Bei der Freien Wähler Gemeinschaft (FWG) Hattersheim liegt offensichtlich vieles im Argen. Die Wählergemeinschaft die als Verein geführt wird, kommt nicht zur Ruhe. Nachdem die beiden FWG-Frauen Simone Wörner und Elisabeth Hofmann Matthes aus der Wählergemeinschaft ausgeschlossen werden sollen, hat diese Vorgehensweise für Unruhe bei den Mitgliedern gesorgt. Wörner und Hofmann-Mathes hatten auf der FWG-Kandidatenliste bei der Kommunalwahl gestanden.

Nun muss der Vorstand zwei Rücktritte verzeichnen. Zum einen kündigte der ehemalige stellvertretende FWG-Vorsitzende Michael Lichtenfeld seine Mitarbeit in dem Führungsteam auf. Zum anderen hat die bisherige Schriftführerin Beatrix Schmitt ihren Rückzug erklärt. Damit gibt es nur noch einen Restvorstand um den Vorsitzenden Oliver Wiendl, der aus dem kommissarischen Kassenwart Hartmut Menzel sowie den Beisitzern Ilona Spengler und Bernd Schmidt besteht. Ob der derart zusammengeschmolzene Vorstand allerdings weiterhin die Geschäfte der freien Wähler weiter führen darf und noch handlungsfähig ist, wird von einigen Mitgliedern bezweifelt.

Sicher ist, seitdem Simone Wörner und Elisabeth Hoffmann aus der Wählergemeinschaft ausgeschlossen werden sollen, geht es bei der Hattersheimer FWG drunter und drüber. Die beiden Frauen hatten bereits vor der Kommunalwahl ein fehlendes politisches Konzept angemahnt und kritisiert, dass die Freien Wähler in Hattersheim keine Themen besetzen und damit für die Wähler nur schwerlich präsent seien. Das Wahlergebnis hatte den beiden FWG-Frauen anscheinend Recht gegeben. Weder konnten die Freien Wähler bei der Wahl den Schwung der Erfolge und Ergebnisse durch die reibungslos funktionierende Koalitionsarbeit mit der CDU und der FDP mitnehmen, noch goutierten die Wähler den Amtssitz von Karl Heinz Spengler als Ersten Stadtrat im Rathaus. Die beiden Frauen sind davon überzeugt, dass ihre Meinung, nicht mehr die CDU/FDP/FWG-Koalition fortzuführen, für den heftigen Gegenwind aus dem Vorstand der Wählergemeinschaft geführt hat.

Versammlung soll Einspruch behandeln

In der Zwischenzeit hat FWG-Vorsitzender Oliver Wiendl mitgeteilt, dass eine Mitgliederversammlung einberufen werden soll. Diese solle dann über den Einspruch der beiden Frauen zum Ausschluss aus der FWG entscheiden. Wann diese Versammlung einberufen werden kann, ist derzeit wegen der Corona-bedingten Einschränkungen aber noch unklar.

Nun haben Simone Wörner sowie Elisabeth Hofmann-Mathes eine "Rüge" für den Vorstand erteilt. In einem Schreiben der beiden Frauen an den verbleibenden FWG-Vorstand heißt es unter anderem wörtlich: " . . . in der Mitgliederversammlung der FWG Hattersheim vom 6. April 2021 ließ der Vorstand die Mitglieder über die Fortführung der Koalition mit CDU/FDP in der neuen Legislatur abstimmen. Zu dieser Mitgliederversammlung ist uns, Simone Wörner und Elisabeth Hofmann-Mathes, keine Einladung zugegangen, so dass wir weder an der Mitgliederversammlung, noch an der Abstimmung teilnehmen konnten.

Wie Ihnen bereits mitgeteilt, ist der von Ihnen uns gegenüber ausgesprochene Ausschluss aus dem Verein unwirksam. Unser diesbezüglicher Einspruch liegt Ihnen vor. Auch die ,ruhende Mitgliedschaft' ist nicht wirksam, da die Satzung der FWG Hattersheim keine ruhende Mitgliedschaft kennt. Wir hatten bereits mehrfach schriftlich die Einladung zur Mitgliederversammlung angemahnt, jedoch bis heute keine weiteren Einladungen erhalten. Deswegen rügen wir erneut die Vorenthaltung der Einladungen zu den Mitgliederversammlungen, sowie die Beschlussfassungen, die in diesen Mitgliederversammlungen angestrebt wurden/werden.

Da uns die Teilnahme an den Versammlungen und an der Abstimmung rechtswidrig vorenthalten wird, sind dort gefasste Beschlüsse unwirksam.

Konkret rügen wir den Beschluss der Mitgliederversammlung vom 6.4.2021, den der Vorstand aufgrund der Abstimmung am 6.4. 2021 über die Fortführung der Koalition festgestellt hatte.

Laut Satzung der FWG ist die politische Willensbildung Sache der Mitgliederversammlung, also auch die Zustimmung oder Ablehnung der Fortführung der Koalition.

Das Abstimmungsverhalten, was erstmals nach der Wahl in der Mitgliederversammlung vom 18. März 2021 noch in unserem Beisein probeweise ausgelotet wurde, hatte eine Mehrheit gegen die Fortführung der Koalition ergeben.

Die neuerliche Abstimmung, die am 6.4.2021 unter unserem Ausschluss stattfand und nun eine Mehrheit für die Fortführung der Koalition ergeben haben soll, ist durch die oben genannten Umstände zu rügen und unwirksam."

Übrigens: Seit dem Wochenende ist die Internetseite der FWG Hattersheim nicht mehr abrufbar. meh

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