Elisabeth Pichal leitet die Seniorenresidenz der Doreafamilie im Hattersheimer Mühlenviertel. Als sie dort 2018 anfing, begrüßte sie der damalige Pflegedienstleiter Adil Zine.  ArchivFoto: EFX
+
Elisabeth Pichal leitet die Seniorenresidenz der Doreafamilie im Hattersheimer Mühlenviertel. Als sie dort 2018 anfing, begrüßte sie der damalige Pflegedienstleiter Adil Zine. ArchivFoto: EFX

Corona-Krise

Hattersheim: Die Impfaktion wird zum Kraftakt

Bevor es pikst, klären die Senioren- und Pflegeeinrichtungen die Bewohner sowie deren Angehörigen umfassend auf.

Hattersheim -Die letzten Vorbereitungen sind im Gang. Noch wurde in den Hattersheimer Seniorenheimen niemand gegen Covid-19 geimpft - die Pflegeeinrichtungen bereiten sich jedoch auf die bevorstehende Immunisierung vor. Bewohner und Personal gehören zum Personenkreis, der die Schutzimpfung bevorzugt erhalten soll. Elisabeth Pichal, Leiterin der Seniorenresidenz der Doreafamilie im Mühlenviertel, geht davon aus, dass die Impfung durch mobile Teams in der kommenden Woche erfolgt. Harald Jorkowski von der EVIM-Pflegeeinrichtung in der Schulstraße erwartet den Impftermin bis spätestens Ende des Monats.

Bevor der Impfstoff durch die Nadeln fließen kann, muss eine Menge Bürokratie abgearbeitet werden. "Wir sammeln derzeit die Daten und haben noch nicht alle Rückmeldungen", erklärt Harald Jorkowski. Alle 83 Bewohner im EVIM-Seniorenzentrum können wählen, ob sie geimpft werden möchten. "Jeder soll eine freie Entscheidung haben", sagt der Einrichtungsleiter. Mobile Impfteams würden das Pflegeheim für Vorgespräche besuchen. Verkompliziert wird die Lage dadurch, dass nicht alle der älteren Bewohner in der Lage sind, selbst zu entscheiden. Bei vielen Senioren müssten Bevollmächtigte die Unterlagen ausfüllen, sagt Jorkowski. Gleichzeitig sollen alle Mitarbeiter, die eine Impfung möchten, berücksichtigt werden. Personal und Bewohner würden das Vakzin dann zum selben Termin erhalten. Die Einrichtung müsse alles genau abstimmen, weil der Impfstoff passend für die gewünschte Personen geliefert werde.

Vorkehrungen bleibe vorerst bestehen

Auch Elisabeth Pichal ist guter Dinge, dass ihr Haus die Impfungsaktion ohne Probleme stemmen wird. "Es ist viel Aufwand, aber es läuft", sagt die Chefin der Seniorenresidenz im Mühlenviertel. Die 118 Plätze der Einrichtung seien belegt. Die Mitarbeiter übernehmen die Aufgabe, die Senioren über alle Zusammenhänge der Impfung aufzuklären.

Für die Mitarbeiter der Pflegeeinrichtungen ist die Entscheidung zur Impfung ein freiwilliger Schritt. Während Harald Jorkowski davon ausgeht, dass sich die große Mehrheit der Bewohner für eine Immunisierung entscheidet, erwartet der EVIM-Einrichtungsleiter beim Personal ein gemischteres Bild. Trotzdem solle es nach der Impfung keine Bevorzugung von geimpften Mitarbeitern geben. Jorkowski hebt, genauso wie Elisabeth Pichal, die Freiwilligkeit der Impfung hervor. "Die einen entscheiden sich dafür, die anderen warten lieber noch ab", meint die Mitarbeiterin von Doreafamilie. Auf den künftigen Einsatz des Personals habe die Impfung keine Auswirkung. "Wir arbeiten sowieso schon unter allen hygienischen Vorgaben", versichert Elisabeth Pichal.

Die Immunisierung von Eltern und Großeltern, die im Heim leben, stellt für viele Angehörige eine Erleichterung dar. Momentan gelten in den Pflegeeinrichtungen strenge Auflagen für Besuche, um die Bewohner zu schützen. An diesen Vorkehrungen wird sich aber auch nach dem Besuch der Impfteams vorerst nichts ändern. "Wir sind keine Ärzte und wissen nicht, ob die Menschen sofort immun sind", sagt Elisabeth Pichal. Deshalb werde der Zugang zum Heim weiterhin unter hygienischen Voraussetzungen kontrolliert. "An den Regeln ändert sich nichts", erwartet auch Harald Jorkowski. Dies sei schon alleine deshalb angebracht, weil nach einigen Wochen eine zweite Impfung zur Auffrischung des Schutzes erfolgen muss. Danach müsse man abwarten, was die Experten sagen. sascha kröner

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare