Zwar war die Zahl der Besucher beim Sonntagskonzert im Alten Posthof begrenzt. Doch die Zuhörer konnten seit langer Zeit wieder ein Live-Konzert im Innenhof des denkmalgeschützten Ensembles genießen.
+
Zwar war die Zahl der Besucher beim Sonntagskonzert im Alten Posthof begrenzt. Doch die Zuhörer konnten seit langer Zeit wieder ein Live-Konzert im Innenhof des denkmalgeschützten Ensembles genießen.

Kultur

Hattersheim: "Die Leute lechzen danach"

Im Alten Posthof ging nach langer Pause wieder die musikalische Post ab.

Hattersheim -Wer am Sonntag auf dem Weg durch die Innenstadt am Alten Posthof vorbeikam, der hörte Ungewohntes: Musik und Applaus schallten aus dem Innenhof des denkmalgeschützten Gebäudes. Passanten, die verwundert stehen blieben, hatten sich nicht verhört. Mit der Reihe "Die Post geht ab" startete Hattersheim als eine der ersten Kommunen im Main-Taunus-Kreis während der Corona-Krise wieder ein Konzertprogramm.

Alle Beteiligten erlebten die Rückkehr der Live-Musik als etwas Besonderes: An erster Stelle standen die Besucher, die mit ihrer Nachfrage dafür gesorgt hatten, dass das Limit von 150 Personen im Innenhof schnell erreicht war. "Die Leute lechzen danach", erklärte Daniel Neumann, Geschäftsstellenleiter des Hattersheimer Kulturforums. "Die rennen uns die Bude ein." Auch er erlebte das erste Konzert nach langer Durststrecke als etwas Besonderes. Es sei ein Gänsehaut-Moment gewesen.

Erster Auftritt seit acht Monaten

Ganz speziell war der Auftritt zudem für die Bandmitglieder von "The Silverballs" aus Roßdorf, die das Hattersheimer Rampenlicht genossen. Die Rock 'n' Roll-Formation stand zum ersten Mal seit acht Monaten wieder auf der Bühne. Eine besondere Rückkehr feierte schließlich auch das Team vom Vergnügungsausschuss des FC Eddersheim, das den musikalischen Vormittag bewirtete. "Man hat gemerkt, dass die Leute endlich wieder raus durften", erzählt André Erle, der seit Jahren Veranstaltungen für den Fußballverein organisiert. Nicht nur die Zuhörer, sondern auch die Helfer vom FCE seien motiviert gewesen. "Alle die mitgemacht haben, waren Feuer und Flamme."

Tanzen ist noch nicht erlaubt

Auf den ersten Blick erlebten die Hattersheimer ein fast normales Freiluftkonzert. Anzeichen der immer noch schwelenden Corona-Pandemie gab es bei genauerem Hinsehen dennoch. So herrschte beispielsweise bei früheren Auflagen der kostenlosen Konzertreihe ein Kommen und Gehen. Zwischen 400 und 600 Zuhörer seien nicht ungewöhnlich gewesen. Diesmal war der Einlass trotz freiem Eintritt auf 150 Gäste mit Voranmeldung begrenzt. Die Besucher saßen an 20 Bierzeltgarnituren, die im Abstand von 1,50 Meter aufgestellt waren. Wer vom Platz aufstand, musste eine Maske tragen und wurde von Schildern, die die Laufrichtung vorgaben, zu Essens- und Getränkeständen geleitet. Die größte Einschränkung dürfte für Rockfans aber die fehlende freie Bewegung vor der Bühne gewesen sein. Tanzen war bei der Konzertpremiere im Posthof noch nicht erlaubt.

Der rockige Sonntag bildete den Auftakt für insgesamt zehn Konzerte der Reihe "Die Post geht ab", die sich über den Sommer ziehen sollen. Alle Bands hatten ursprünglich Termine für 2020 zugesagt. Im Vorjahr musste die Konzertreihe aufgrund der Pandemie komplett abgesagt werden. Erst vor anderthalb Wochen sei das diesjährige Konzept mit 150 Besuchern genehmigt worden, berichtet Daniel Neumann. "Uns ist bewusst, dass sich das kurzfristig wieder ändern kann", so der Planer des Kulturforums.

Von den Vereinen, die normalerweise die Bewirtung bei den Konzerten übernehmen, haben viele abgesagt. Mit dabei sind der Carneval Club Mainperle (CCM) und der Folk Club Hattersheim. Die größte Zahl an Thekendiensten macht allerdings der FC Eddersheim, der auch bei anstehenden Comedy-Abenden im Posthof Essen und Getränke verkauft.

Helfer sind Maskentragen gewöhnt

Das erste Konzert sei ein schöner Vormittag zum Eingewöhnen gewesen, sagt André Erle. "Es ist wichtig, dass wir auch mal wieder was mit dem Verein machen", findet der Beisitzer im Vorstand. Dass die Helfer während der Arbeit Masken über Mund und Nase tragen mussten, sei keine besondere Belastung. An solche Hygienevorschriften habe man sich mittlerweile gewöhnt. Der nächste Schritt wäre aus Sicht von Erle die Rückkehr von aufwendigeren Aktionen wie dem Oktoberfest oder der After-Zug-Party nach dem Hattersheimer Fastnachtsumzug. "Wir hoffen, dass wir nächstes Jahr auch wieder mal was richtig Großes machen können", erklärt der Eddersheimer.

Zunächst soll am Wochenende aber wieder "die Post abgehen". Das Konzert der Gruppe "Was'n" startet am Sonntag, 20. Juni, 11 Uhr im Alten Posthof. Laut Kulturforum gibt es nur noch wenige Restkarten. Reservierungen sind unter der Telefonnummer (0 61 90) 97 91 56 möglich. sas

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare