Knallvoll war im November 2019 die katholische Kirche Sankt Martin in Eddersheim, als die Bürgerinformationsveranstaltung zum Thema Stadtteilentwicklung stattfand.
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Knallvoll war im November 2019 die katholische Kirche Sankt Martin in Eddersheim, als die Bürgerinformationsveranstaltung zum Thema Stadtteilentwicklung stattfand.

Stadtentwicklung

Hattersheim: "Diffamierung und Polemik"

Bürgerinitiative für Umweltschutz wehrt sich gegen Vorwürfe, sie verbreite Unwahrheiten beim Thema Quartier.

Eddersheim -Es ist meistens eine Frage der Sichtweisen, wenn um den Sinn und Zweck beziehungsweise über die Rechtmäßigkeit von Bauprojekten gestritten wird. So wie zum Beispiel im Zusammenhang mit den Äußerungen der Bürgerinitiative für Umweltschutz (BfU) Eddersheim zu dem in der Diskussion stehenden Quartier am Eddersheimer Ortsrand.

Mehrheit für das Quartier

Rückblick: Bei einer öffentlichen Versammlung vor einigen Monaten, die wegen des unerwartet großen Andrangs kurzerhand vom Begegnungszentrum in die benachbarte katholische Kirche verlegt wurde, hatte sich eine Mehrheit abgezeichnet, die für die Errichtung eines solchen Quartiers mit Einkaufsmarkt, Sport- und Versammlungshalle sowie barrierefreiem Wohnen für Senioren plädiert. Eine danach initiierte Umfrage der Stadt zum Thema Quartier und weiteren Fragen zum Stadtteil ergab das gleiche Bild: Eine sehr große Mehrheit sprach sich für das Quartier und vor allem für eine Sport- sowie Versammlungshalle und einen Supermarkt aus. Kein Wunder, denn damit kämen die Eddersheimer endlich zu einem funktionierenden Einkaufsmarkt in ihrem Stadtteil.

Doch nicht alle Eddersheimer stimmten dem ins Gespräch gebrachten Vorhaben zu. Denn es gab bei der Versammlung auch Eddersheimer, die klarmachten, dass sie keinerlei Veränderungen in dem Stadtteil wollen oder zumindest keine Bebauung auf einer Ackerfläche am Ortsrand. Das Thema Quartier waberte kurz noch einmal im Wahlkampf auf, weil die CDU sich in einer Broschüre sowie auf ihrer Internetseite noch einmal deutlich dafür aussprach.

Die Presseerklärung der BfU Eddersheim zum Quartier, datiert mit dem 10. Mai 2021, sei durch ein Schreiben des Regierungspräsidiums (RP) Darmstadt vom 17. Februar 2021 veranlasst worden. Der BfU-Vorstand wartete nach eigener Angabe bewusst die Kommunalwahl Mitte März ab. Danach bezog sich die Initiative auf ein Antwortschreiben des Regierungspräsidium in Darmstadt zu der Frage, ob solch ein Unterfangen wie das Quartier im Außenbereich des Stadtteils - auf einer Ackerfläche am Ortsrand in Richtung Okriftel - genehmigt werde oder nicht. Die Behörde habe sinngemäß geantwortet, dass nach dem jetzigem Stand der gesetzlichen Vorgaben für solch ein Bauprojekt voraussichtlich keine Genehmigung erteilt werde. Diese Aussage nutzte die BfU, um Kritik an dem ins Gespräch gebrachten Quartier sowie an der Hattersheimer CDU zu üben, die sich ja für das Projekt in ihrem Wahlprogramm ausgesprochen hatte. Außerdem wollte die BfU Auskunft über die Kosten für die Umfrage zum Quartier.

Nachdem die CDU mit ihrem Vorsitzenden Klaus Schindling die BfU-Kritik als Stimmungsmache und sachlich falsch bezeichnet hatte, gab es von Verfechtern beider Seiten dann Leserbriefe zu dem Thema, die im Kreisblatt veröffentlicht wurden.

". . . misslungeneAnfeindungen"

Nun setzt sich die BfU mit Vorwürfen an ihrer Kritik an dem noch nicht in der Planungsphase befindlichen Projekt auseinander. In einer Erklärung des Vorstandes heißt es: "Es gab auf die Presseerklärung mannigfache Reaktionen, bei denen es manchen vor allem auf Diffamierung und Polemik ankam. Mit Nachdruck weist die BfU vor allem den Vorwurf zurück, sie verbreite Unwahrheiten."

Weiter erläuterte das BfU-Führungsgremium: "Die BfU hätte sich gewünscht, dass man überhaupt erst mal den Inhalt des RP-Schreibens zur Kenntnis nimmt, um sich mit den Inhalten auseinanderzusetzen. Danach hätten sich die im Stil misslungenen Anfeindungen und Unterstellungen erübrigt." Das Schreiben des Regierungspräsidiums sei im originalen Wortlaut nachzulesen auf der Internetseite der BfU Eddersheim unterwww.bfu-eddersheim.

Was die Bürgerinitiative geflissentlich verschweigt, ist aber maßgeblich für die Realisierung des Quartiers: Bisher ist eine dafür notwendige Änderung des Flächennutzungsplans durch den Regionalverband Frankfurt-Rhein-Main noch gar nicht beantragt beziehungsweise in dessen Gremien diskutiert worden. Erst danach kommt das Regierungspräsidium Darmstadt ins Spiel. Und nicht umgekehrt. So ist es also nicht die Antwort des RP, wodurch die BfU sich zu einer Presseerklärung veranlasst gesehen hat. Vielmehr nutzte die BfU die verfrühte Anfrage an das RP für ihre Zwecke.

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