Mit dem Auto zum Corona-Test: Yvonne Schnabel testet einen Autofahrer an der Flörsheimer Stadthalle. Dies ist nun auch für Hattersheim auf dem Parkplatz zwischen Sport- und Stadthalle geplant.
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Mit dem Auto zum Corona-Test: Yvonne Schnabel testet einen Autofahrer an der Flörsheimer Stadthalle. Dies ist nun auch für Hattersheim auf dem Parkplatz zwischen Sport- und Stadthalle geplant.

Pandemie

Hattersheim: Drive-in-Testzentrum an der Stadthalle

Am Karl-Eckel-Weg sollen bald kostenlose Corona-Schnelltests angeboten werden - und es gibt den "Covid-Ade-Tage"-Vorschlag einer Apothekerin.

Hattersheim -Trotz der schwierigen Zeit gibt es eine gute Nachricht sowie eine interessante Idee. In den nächsten Tagen möchte der Unternehmer Frederic Lanz aus Flörsheim-Wicker auf dem Parkplatz zwischen der Stadthalle sowie der Sporthalle am Karl-Eckel-Weg ein Drive-in-Testzentrum in Betrieb nehmen. Lanz betreibt ein solches Corona-Testzentrum bereits seit Karfreitag auf einem Parkplatz an der Stadthalle in der Nachbarstadt. Nun soll das zweite Drive-in-Testzentrum in Hattersheim folgen, wie Bürgermeister Klaus Schindling (CDU) auf Nachfrage erklärte. Der Rathauschef war seit einiger Zeit damit beschäftigt, entsprechende Örtlichkeiten für solch ein Testzentrum zu prüfen und einen Betreiber dafür zu gewinnen.

Die Verhandlungen hat der Verwaltungschef persönlich mit Frederic Lanz geführt. Gestern waren noch einige Details zu klären, ansonsten war die Sache unter Dach und Fach. Das Drive-in-Testzentrum soll in Hattersheim wie in der Nachbarstadt funktionieren: Egal ob Zweiradfahrer, Autofahrer, Fußgänger oder Rollerfahrer zu dem Testzentrum kommen, alle Interessenten können im Freien einen Test-Abstrich erhalten und bekommen - nachdem sie eine App aufgerufen haben - mittels dieser App auf ihrem Handy dann circa 15 Minuten später die Nachricht, ob sie positiv oder negativ getestet wurden. Bei einem positiven Test wird zudem das zuständige Gesundheitsamt informiert. Die kostenlosen Tests können alle Interessenten in Anspruch nehmen. Eine extra Anmeldung ist für die Durchführung der Schnelltests nicht notwendig.

Eine "pfiffige Idee" soll Viren stoppen

Apothekerin Karin Fredebold, die in Hattersheim unter anderem als FDP-Kommunalpolitikerin bekannt ist, hatte - unabhängig vom Betrieb eines Drive-in-Testzentrums - schon vor einigen Wochen einen Vorschlag ausgearbeitet. "Wie wäre es, wenn die Hattersheimer zu Trendsettern würden? Maskentragen stoppt das Virus, bewiesen die Bürger der Stadt Jena im Frühjahr. Sie stoppten damit auch die Diskussion der Wissenschaftler. Das Virus zusätzlich zur Impfaktion mit einer pfiffigen Idee schnell in die Schranken zu weisen, das könnten jetzt die Hattersheimer tun", meint Karin Fredebold.

Ihr Vorschlag lautet: "Wir starten in einer gut vorbereiteten Aktion zwei ,Covid-Ade-Tage'. Alle Hattersheimer machen an diesen beiden Tagen je einen Schnelltest. Die zwei Testtage müssten idealerweise vier bis fünf Tage auseinanderliegen. Das Wichtige ist der gleichzeitige Test. Alle Positiv-Getesteten begeben sich in Isolation, ihr Umfeld in Quarantäne. Auch wenn beim Test nicht alle mitmachen, wird der Ort deutlich virusfreier werden", meint Fredebold. Und dies innerhalb von nur fünf Tagen. Infektionsketten würden damit unterbrochen. Das Coronavirus hätte es viel schwerer, glaubt die Hattersheimerin.

"Wenn das in Deutschland in vielen Orten als gemeinsame Aktion gemacht würde, wären die Inzidenzwerte viel schneller senkbar, als es das ständige Nachsteuern im Shutdown erlaubt. Und wir hätten früher unsere Freiheiten wieder", erläutert Karin Fredebold ihre Sicht der derzeitigen Situation.

Das "vier- bis fünf-Tage-Intervall sei nötig, damit auch diejenigen entdeckt würden, die beim ersten Test schon infiziert, aber noch nicht bei dem Abstrich positiv waren. Nur so könne die Aktion wirklich erfolgreich sein. "Natürlich muss viel vorbereitet werden. Die Schnelltests für daheim müssen in ausreichender Menge beschaffbar sein. Die Handhabung der Eigentests muss bekannt sein. Sie ist wirklich einfach erlernbar. Es wäre gut, Sponsoren für den Test daheim zu finden, zum Beispiel eine Krankenkasse oder das Land. Schließlich wäre es ein Pilotprojekt und jeder sollte teilnehmen können", erläutert die Apothekerin. Zwar könne sich jeder einmal pro Woche seit Anfang März kostenlos auf Coronaviren testen lassen. Aber es seien momentan noch zu wenige Test-Stellen, vorhanden, "als dass man eine ganze Stadt gleichzeitig testen könnte". Es sei gut, wenn zusätzlich Menschen ehrenamtlich an diesen Tagen Test-Stationen auf Plätzen im Ort einrichteten. Sie könnten Tests bei denen vornehmen, die es sich selbst nicht zutrauen. So könnten vielleicht "das DRK, der ASB, die Awo oder die Feuerwehr helfen. Vielleicht außerdem die Vereine? Natürlich müssten die Helfer gut geschützt werden", schlägt Karin Fredebold vor. meh

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