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Hattersheim: Eine Feier für den Tierpark

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Ziege Schneewittchen weiß nichts von ihrem Glück. Die Hattersheimerinnen Bettina Wagner und Petra Erasmi (v. l.) haben mit Unterstützern eine Spendenaktion zugunsten des Tierparks initiiert. Hinter ihnen stehen (v. li.) Tierpark-Chef Manuel Ferkau, Matthias Wagner, Reinhard Bitterer, Bürgermeister Klaus Schindling und Ralf Maroch, Vorsitzender des Kleingartenvereins. FOTO: kröner
Ziege Schneewittchen weiß nichts von ihrem Glück. Die Hattersheimerinnen Bettina Wagner und Petra Erasmi (v. l.) haben mit Unterstützern eine Spendenaktion zugunsten des Tierparks initiiert. Hinter ihnen stehen (v. li.) Tierpark-Chef Manuel Ferkau, Matthias Wagner, Reinhard Bitterer, Bürgermeister Klaus Schindling und Ralf Maroch, Vorsitzender des Kleingartenvereins. © Kröner, Sascha

Betreiber des Geheges freuen sich über großzügige Spenden denken über eine größere Investition nach.

Hattersheim -Tiere liegen ihnen am Herzen. Deshalb mussten Bettina Wagner und Petra Erasmi nicht lange überlegen, für welchen Zweck sie die Einnahmen aus ihrem Oktoberfest spenden wollen. Gestern überreichten die Hattersheimerinnen und ihr Helferteam 2000 Euro an den Tierpark. Ehemann Frank Erasmi legte spontan noch weitere 1000 Euro als Spende von seinem Speditionsunternehmen oben drauf. Petra Erasmi kennt den Hattersheimer Tierpark aus ihrer Kindheit. „Das gehört einfach zu Hattersheim dazu“, findet sie.

Als Bettina Wagner ein Helferteam für die Ausrichtung des diesjährigen Oktoberfestes beim Kleingartenverein suchte, war sie deshalb direkt Feuer und Flamme. Der Tierpark und die wenige hundert Meter entfernt angesiedelten Kleingärtner leben in guter Nachbarschaft. „Das ist bei uns so ein Geben und Nehmen“, sagt Ralf Maroch, Chef der Gartenanlage. Man besuche sich gegenseitig. Zunächst habe es jedoch nicht so ausgesehen, als würde das Fest der Gärtner stattfinden. Dem Verein fehlte, laut Maroch, das Personal. Das war der Moment, in dem Bettina Wagner und Petra Erasmi einsprangen. Zusammen mit ihren Ehemännern Matthias Wagner und Frank Erasmi sowie mehreren weiteren Helfern stellten sie die Feier auf die Beine, von der letztlich beide Vereine profitierten. Die Kleingärtner konnten ihr Fest durchführen, während die Einnahmen auf Wunsch der Organisatoren an den Tierpark gingen.

Petra Erasmi und Bettina Wagner sind Mitglieder im Förderverein für den Tierpark. Beide haben die Patenschaft für einen der Esel übernommen. Erasmi ist vor vier Jahren aus Kriftel nach Hattersheim gezogen. Den Tierpark kannte sie damals schon gut. Die Nähe zu Tieren sei ihr nie fremd gewesen, erzählt sie. Ihr Vater habe als Kleintierzüchter Hasen und Hühner aufgezogen. Heute leben sie und ihr Mann die Tierliebe mit ihrem Hund aus. Auch bei Bettina Wagner ist die Begeisterung für den Tierpark kein Zufall. „Ich bin mit Tieren groß geworden“, berichtet die Patin, die vor 17 Jahren aus Diedenbergen nach Hattersheim zog und das Gehege seither mit Futter unterstützt. In früheren Jahren seien Hasen, Hühner, Wellensittiche und Hunde Teil ihres Familienumfelds gewesen. Mittlerweile begnüge sie sich mit Wellensittichen und einem Aquarium.

Der Vorsitzende des Fördervereins, der den Tierpark betreibt, ist von so viel Unterstützung begeistert. „Ich bin total gerührt“, erklärte Vereinschef Manuel Ferkau. Aufgrund von dunklen Wolken hatten die Betreiber ein großes Zelt zur Spendenübergabe aufgestellt. Wenn die Pläne des Vorsitzenden aufgehen, wäre dies künftig allerdings nicht mehr notwendig. Ferkau will die Spenden in Höhe von 3000 Euro beiseite legen, um für eine große Investition zu sparen. Dem Hattersheimer schwebt ein kleines Gebäude vor, das nicht nur als Lagerfläche für Futter dienen soll. Bei schlechtem Wetter oder bei größeren Feiern könnte das Gebäude künftig als überdachter Treffpunkt genutzt werden. Außerdem würde Ferkau gerne ein Café einrichten, in dem Besucher zu Kaffee und Kuchen einkehren können. „Wer hier sitzt und sich freut, der wird vielleicht auch Mitglied“, hofft Ferkau. Auf weitere Unterstützer sei der Verein gerade bei den derzeitigen Preisexplosionen angewiesen. Der Tierpark bezahlt eine Tierpflege-Kraft auf 450-Euro-Basis. Die Stadt trägt eine weitere Stelle mit höherer Wochenstundenzahl. Dafür fallen jährlich rund 28 000 Euro an. „Das hätten wir nie alleine stemmen können“, erklärt Ferkau, der dankbar für jede Hilfe ist. sas

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