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Hattersheim: Eine Frau zielt am genauesten

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Anlegen, Zielen, Abdrücken: Vereinsmitglied Siegfried Lorenz schaut Sabrina Diener beim Luftgewehrschießen über die Schulter.
Anlegen, Zielen, Abdrücken: Vereinsmitglied Siegfried Lorenz schaut Sabrina Diener beim Luftgewehrschießen über die Schulter. © sas

Schützengesellschaft Okriftel hat seit dem Wochenende wieder eine Königin.

Hattersheim -Wenn die Schützengesellschaft zum Oktoberfest lädt, legen Besucher nicht nur Luftgewehre und Kleinkaliber an - sie sehen dabei auch noch gut aus. Preise gab es am Wochenende unter anderem für das „fescheste“ Dirndl und die „knackigste“ Lederhose.

Im Mittelpunkt stand aber natürlich der Schuss ins Schwarze. Besucher wie Sabrina Diener ließen es deshalb auch nicht auf ihrer zünftig bayrischen Bekleidung beruhen. Sekundenlang visierte die Teilnehmerin des Bürgerkönigsschießens die Zielscheibe mit dem Luftgewehr an, bevor sie den Abzug betätigte. „Man muss viel weniger atmen“, stellte die ehrgeizige Frau im Dirndl fest.

Die ersten Erfahrungen der Gäste deckten sich mit dem Wissen langjähriger Mitglieder. „Ausatmen und vor dem Schuss leicht einatmen“, beschrieb Schütze Manfred Kuschla die beste Technik für einen ruhigen Schuss. Darüber hinaus sei Konzentration entscheidend. „Man darf am Schießstand nicht an seine Steuer denken, oder daran, was es morgen zum Frühstück gibt.“

Sabrina Diener schaffte es, ihre Aufmerksamkeit so weit zu bündeln, dass eines der Projektile am 10-Punkte-Bereich in der Mitte der Scheibe kratzte. „Das sieht doch ganz gut aus“, fand die Besucherin. Der erste Platz beim Bürgerkönigsschießen ging dann tatsächlich an eine Frau - diese hieß jedoch nicht Sabrina Diener, sondern Alexa Hessemer. Die Frau des ehemaligen Vorsitzenden Werner Hessemer hatte mit 10,8 Punkte schon früh am Nachmittag stark vorgelegt und wurde nicht mehr eingeholt.

Auf dem benachbarten Schießstand wurde derweil mit Kleinkalibern geschossen. Dort stand der eindrucksvolle Wanderpokal für die Okrifteler Vereine auf dem Spiel. Die Ehrenamtler versuchten über den Tag verteilt, möglichst viele Punkte für ihren Verein zu schießen. Die drei besten Treffer gingen in die Wertung ein. Diesmal sei der Zuspruch etwas geringer gewesen als beim letzten Oktoberfest im Jahr 2019, erklärte Ernst Langhammer, Vorsitzender der Schützengesellschaft. Nur die Feuerwehr, die Germania-Fußballer und der Carneval Club Mainperle (CCM) schickten Vertreter. Die Titelverteidiger vom CCM bewiesen, dass sie in zwei Jahren Corona-Pause nichts verlernt haben: Die Fassenachter stellten die meisten Schützen und konnten sich den Pokal zum dritten Mal in Folge sichern. Damit geht die Trophäe dauerhaft in den Besitz der Narren über. Der Preis bekomme nun einen festen Platz im Vereinsheim, erklärte CCM-Chef Frank Enders.

Dass der CCM beim Oktoberfest so stark vertreten war, erklärte Enders mit der guten Nachbarschaft. Außerdem finde er es gerade in Pandemiezeiten wichtig, andere Vereine zu unterstützen.

Apropos Corona: Die Schützengesellschaft habe während der vergangenen beiden Jahre keine Mitglieder verloren, berichtet Ernst Langhammer auf Nachfrage. Indem nur jeder zweite Platz an den Schießständen besetzt wurde, sei es möglich gewesen, das Hobby weiter auszuüben. Die Langwaffenstände sind gut belüftet. Der große Raum verfügt über eine ständige Frischluftzufuhr und eine Absauganlage am Ende der Schussbahn. Dies habe bei den Corna-Vorgaben allerdings keine Rolle gespielt, sagt Langhammer. Er geht davon aus, dass die Mitgliederzahlen gestiegen sind, weil es sich beim Schießsport um eine Tätigkeit handele, die man alleine ausüben kann, nicht um einen Mannschaftssport. Die Eintritte hätten zuletzt überwogen, sagt der Chef. Die Schützengesellschaft zählt rund 150 Mitglieder, etwa die Hälfte davon sind Aktive.

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