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Hattersheim: Erfolgserlebnisse beim Smart-City-Kongress

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Gebannt von der Technik (v. re.): Torben Schäfer von Yaskawa Europe führt beim Smart-City-Kongress in der Stadthalle Professor Claus Oetter sowie Wirtschaftsförderer Alexander Schwarz einen Roboter zur Montage und Bestückung von Elektrobaugruppen vor. FOTO: Homann
Gebannt von der Technik (v. re.): Torben Schäfer von Yaskawa Europe führt beim Smart-City-Kongress in der Stadthalle Professor Claus Oetter sowie Wirtschaftsförderer Alexander Schwarz einen Roboter zur Montage und Bestückung von Elektrobaugruppen vor. FOTO: Homann © Homann, Eva Maria

Was die Digitalisierung mit übervollen Mülleimern im Stadtgebiet sowie der Luftqualität im Bürgerbüro zu tun hat.

Hattersheim -Über 170 angemeldete Besucherinnen und Besucher, zwölf Aussteller und drei angebotene Führungen durchs Rechenzentrum waren schnell ausgebucht: Die Initiatoren werten zu Recht den ersten Smart-City-Kongress in Hattersheim als Erfolg. Die Veranstaltung unter dem Motto "Digitalisierung zum Anfassen - Technologien zum Entdecken" war von der Stadt Hattersheim sowie dem Verein Taunus Innovation Campus (TIC) ins Leben gerufen worden, um Kommunen, Unternehmen, Personen aus Forschung und Lehre, Schülerinnen und Schüler sowie alle Interessierten zusammenzubringen und zu informieren, Anknüpfungspunkte zu finden und dadurch die Digitalisierung voranzutreiben. "Das geht nur gemeinsam", meint Alexander Schwarz, Wirtschaftsförderer der Stadt Hattersheim und TIC-Vorsitzender. Ziel seien Smart Cities oder Smart Regions, das heißt auf Deutsch: Gesamtheitliche Entwicklungskonzepte, die darauf abzielen, Arbeitsprozesse effizienter, technologisch fortschrittlicher, grüner und sozial inklusiver zu gestalten. "Die Resonanz ist riesig", freut sich Schwarz.

Im August 2020 wurde der Verein Taunus Innovation Campus gegründet, um die Digitalisierung der Region zu verbessern, Zukunftsthemen aufzugreifen und Innovationen aktiv und nachhaltig zu beschleunigen. Der Verein setzt sich unter anderem dafür ein, benötigte Mittel und Infrastruktur bereitzustellen. So wurde die Installation eines Lorawan-Netzwerks (Long Range Wide Area Network) beauftragt. Hattersheim ist die erste Kommune in der Region mit einem solchen energiesparenden, flächendeckenden Funk-Netzwerk, über das digitale Informationen transportiert werden. Beispielsweise können Mülleimer mit Sensoren ausgestattet werden, die Meldung an den Bauhof geben, wenn die Behältnisse überfüllt sind. Das ermögliche eine Optimierung von Reinigungstouren. Geplant ist zudem, im Bürgerbüro mit Sensoren die Luftqualität in den Innenräumen messen zu lassen, sagt Sigmar Kloos von der Firma NTT Germany AG. "Das bietet einen Mehrwert für Bürger und Mitarbeitende", erläutert Schwarz.

Kinder lernen programmieren

Bekanntlich wurden von dem Unternehmen NTT E-Shelter in Hattersheim große Rechenzentren errichtet, die schnelle Internetverbindungen vor allem für Firmen ermöglichen. "Die Stadt Hattersheim ist, im Gegensatz zu anderen Kommunen, offen auf uns zugekommen", lobt Günter Eggers von NTT. Durch die enge Zusammenarbeit mit der Verwaltung hätten sich die Vorarbeiten rund um den Bau auf die Hälfte der sonst üblichen Zeit verkürzt.

Es gebe immer noch viele Vorurteile gegenüber Digitalisierung, erklärt Wirtschaftsförderer Alexander Schwarz. Daher sei der Smart-City-Kongress von Anfang an auch für Bürgerinnen und Bürger gedacht gewesen, die Fragen stellen konnten, um als Nichtfachleute einen Zugang zu diesem Thema zu erhalten. Der Fokus sei zudem auf Schülerinnen und Schüler gerichtet, um den Nachwuchs für digitale Themen und Berufsbilder in dieser Branche zu begeistern. Zum einen gab es eine Aktion an der Heinrich-Böll-Schule, die Einblicke in die IT-Branche sowie hinsichtlich Digitalisierung, Smart City und IOT (Internet of things) gewährte. Zum anderen waren als Aussteller unter anderem Manuel Schleßmann und Imke Kaufmann von der Haba Familygroup - Haba Digitalwerkstatt bei dem Kongress vertreten. In Workshops entwickeln sie gemeinsam mit Grundschülern zum Beispiel einen Roboter, der Müll aufsammelt. In wenigen Tagen lernen die Kinder dabei, selbst zu programmieren. "Uns geht es um das spielerische und experimentelle Entdecken und darum, dass Kinder wichtige Kompetenzen im Umgang mit neuen Technologien entwickeln", so Schleßmann. Vorträge und Diskussionsrunden zu Themen wie "Cyber Security" rundeten den ersten Smart-City-Kongress ab. Professor Claus Oetter, Managing Director bei VDMA für den Bereich Software und Digitalisierung, hat den Kongress von Berufs wegen, aber auch als Interessent besucht: "Ich sehe, wie wichtig Digitalisierung in allen Bereichen ist. Man sollte über den Tellerrand hinausschauen, von anderen lernen und die Schnittstellen suchen". evh

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