Das Bild entstand im Jahr 2010 bei einer Podiumsdiskussion des Ausländerbeirats mit den Teilnehmern: (von links) Dimitrios Meretis, Corrado Di Benedetto, Bosiljka Dreher, Antje Köster,Helena Neumann-Dreyling sowie Bozica Krug. Meretis hat nun sein Mandat im Parlament niedergelegt.
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Das Bild entstand im Jahr 2010 bei einer Podiumsdiskussion des Ausländerbeirats mit den Teilnehmern: (von links) Dimitrios Meretis, Corrado Di Benedetto, Bosiljka Dreher, Antje Köster,Helena Neumann-Dreyling sowie Bozica Krug. Meretis hat nun sein Mandat im Parlament niedergelegt.

Kommunalpolitik

Hattersheim: Erneut ein Austritt aus der SPD

Stadtverordneter Dimitrios Meretis legte außerdem sein Mandat nieder. Persönliche Gründe führt der ehemalige stellvertretende SPD-Fraktionschef für seinen Rückzug an.

Hattersheim -Die Sozialdemokraten kommen anscheinend nicht zur Ruhe. Nachdem vor einigen Monaten bereits der ehemalige Stellvertretende Stadtverordnetenvorsteher Ralf Meik aus der Partei ausgetreten und samt seinem Mandat zur CDU übergewechselt war, gibt es erneut einen Austritt. Der SPD-Stadtverordnete Dimitrios Meretis hat sein Ausscheiden aus der Partei erklärt und hat sein Stadtverordneten-Mandat niedergelegt.

Wie Meretis auf Nachfrage des Kreisblatts erklärte, habe sein Austritt rein persönliche Gründe. Angesprochen auf diese Gründe wollte der Ehemann und Vater eines erwachsenen Sohnes nur so viel darüber sagen: Die SPD befinde sich noch immer im "alten Trott". Die Partei müsse sich aber nach der Niederlage bei der Kommunalwahl im Jahr 2016 aber dringend neu aufstellen. Es sei, so erklärte Dimitrios Meretis weiter, dringend notwendig, dass jüngere Leute die Verantwortung übernehmen und einen Wechsel an der Spitze herbeiführen. Die Sozialdemokraten haben seiner Ansicht nach den Machtverlust in der Stadtverordnetenversammlung sowie im Rathaus immer noch nicht überwunden. Man müsse doch aber anerkennen, dass die Mehrheitskoalition ihre Arbeit gut mache, sagte Dimitrios Meretis. Die von der Stadtverordnetenversammlung beschlossenen Punkte würden von der CDU/FWG/FDP-Koalition schnell realisiert. Dies sei ein Fakt, erklärte der 58-Jährige, der seit 50 Jahren in Hattersheim lebt.

Übel aufgestoßen ist Dimitrios Meretis im Laufe der Zeit aber immer mehr, dass in der SPD über interne Kritik nicht diskutiert, sondern diese von bestimmten Mitgliedern meistens einfach abgebügelt werde. Dass es ihm aber nicht nur um eine fehlende Diskussionskultur innerhalb der Partei gehe, machte der 58-Jährige mit einem weiteren konkreten Kritikpunkt klar: "Es geht nur noch um Plätze, nicht um Hattersheim", moniert Dimitrios Meretis und bezieht sich dabei auf das Gerangel um die Platzierungen bei den parteiinternen Wahllisten.

Schlechte Stimmung in der SPD

Dimitrios Meretis, der seit über 40 Jahren als Teamleiter im kaufmännischen Bereich bei einem Hattersheimer Unternehmen beschäftigt ist, findet es bedauerlich, dass die Stimmung seit der doppelten Wahlniederlage vor vier Jahren - die vorherige Mehrheit mit Hilfe der Grünen in der Stadtverordnetenversammlung ging ebenso verloren wie die Bürgermeisterwahl - immer noch schlecht sei.

Dimitrios Meretis, der im Alter von acht Jahren nach Deutschland kam und für den Hattersheim seitdem seine Heimat ist, möchte sich jetzt in aller Ruhe überlegen, ob und wann er eventuell noch einmal kommunalpolitisch tätig sein wird. Mehrere Gespräche mit Sozialdemokraten, die ihn den Austritt ausreden wollten, habe es gegeben. Doch der Hattersheimer ließ sich bei seinem Entschluss, den er "nach Monate langer Überlegung gefasst hat", wie er selbst sagt, nicht mehr beirren. Leicht gemacht habe er sich den Austritt sowie den Rücktritt von seinen Ämtern nicht. Dimitrios Meretis war Vorsitzender des Ausschusses für Umwelt, Bauen und Verkehr (UBV) sowie Stellvertretender SPD-Fraktionsvorsitzender. Außerdem saß er im Aufsichtsrat der Hattersheimer Wohnungsbaugesellschaft.

"Anfragen von anderen Parteien habe ich bereits gehabt", erklärt Dimitrios Meretis. Jedoch wolle er erst einmal Abstand gewinnen und benötige noch einige Zeit, um den Austritt und die Niederlegung seines Mandats zu verdauen. Niklaus Mehrfeld

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