Corona-Ausbruch in Seniorenheim
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Im Seniorenheim in Hattersheim bei Frankfurt gab es einen Corona-Ausbruch. (Symbolfoto)

Pandemie

Neuer Corona-Ausbruch in Seniorenzentrum – Mitarbeiter und Bewohner betroffen

  • Niklaus Mehrfeld
    vonNiklaus Mehrfeld
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In einem Seniorenzentrum in Hattersheim bei Frankfurt gibt es einen erneuten Corona-Ausbruch. Noch ist unklar, wie es dazu kommen konnte.

Hattersheim – Nachdem im Oktober das EVIM-Seniorenzentrum an der Schulstraße schon einmal von der Infizierung von Bewohnern mit Corona-Viren betroffen war, wurde nun in dieser Woche erneut ein Ausbruch gemeldet. Im Wohnbereich für an Demenz erkrankte Menschen kam es zur Infizierung von zwei Bewohnern sowie von drei Pflegekräften. Die betroffenen Mitarbeiter müssen sich bis zum 23. Mai in Quarantäne begeben. Wie der Leiter der EVIM-Pflegeeinrichtungen, Frank Kadereit, dem Kreisblatt erklärte, sind alle Bewohner und Mitarbeiter in dem betroffenen Bereich bereits geimpft gewesen. Deshalb sei die Aussicht, dass mit milden Verläufen bei den Infizierten zu rechnen ist, sehr wahrscheinlich. Bisher seien bei den Infizierten jedenfalls keine schweren Verläufe aufgetreten.

Klar ist in diesem Zusammenhang: Die Impfungen schützen zwar vor schweren oder gar tödlich ausgehenden Krankheitsverläufen. Doch vor einer Infizierung mit den Viren schützten die Impfungen bekanntlich nicht, erläuterte Frank Kadereit. Eine absolute Sicherheit gebe es beim Thema Ansteckung eben bei niemanden und nirgends. In anderen Betreuungseinrichtungen seien ebenfalls solche Fälle gemeldet worden, obwohl alle Beteiligten geimpft worden seien. "Da wird es auch weiterhin geben", meint der Leiter der EVIM-Einrichtungen. Ob Besucher, Mitarbeiter oder aber sonstige Personen, die das Seniorenzentrum regelmäßig aufsuchen, für die Ansteckung verantwortlich sind, ist völlig unklar und kann wahrscheinlich im Nachhinein nicht festgestellt werden.

Hattersheim bei Frankfurt: Spürbare Angst bei Mitarbeitern

Sicher sei, so sagt Frank Kadereit, dass alles getan wurde und wird, um solche Ausbrüche zu verhindern. So mussten sich beispielsweise bislang alle Besucher vor dem Zutritt zur Station testen lassen. Die entsprechenden weiteren Vorschriften waren allesamt in der Einrichtung umgesetzt worden, bestätigt der Leiter des Seniorenzentrums. Harald Jorkowski der zuständige leitende Mitarbeiter des betroffenen Wohnbereichs für schwer demenzkranke Menschen, sieht die Situation vor allem als schwierig für die Angehörigen der Bewohner sowie für die Mitarbeiter an. Auf der einen Seite litten manche Angehörigen extrem unter dem Besuchsverbot, ebenso wäre bei vielen Mitarbeitern die Angst zu spüren, schwer an Covid 19 zu erkranken.

In einem separaten Wohnbereich des Seniorenzentrums an der Schulstraße in Hattersheim bei Frankfurt wurden sowohl Bewohner wie auch Mitarbeiter positiv auf Corona-Viren getestet.

Harald Jorkowsky spricht davon dass vor allen Dingen ein Trauma bei den Angehörigen vermieden werden müsse: "Es ist beispielsweise ganz schlimm mitzubekommen, wenn Ehemänner weinen, weil sie ihre Frauen nicht mehr besuchen können." Und auf der anderen Seite würde bei manchen Mitarbeitern "das irrationale Bauchgefühl" vorhanden sei, dass eine Ansteckung für sie lebensbedrohlich sein könnte. Diese beiden Situationen würde die Arbeit zusätzlich erschweren. Den Angehörigen den notwendigen Trost spenden und den Mitarbeitern die Angst nehmen - das seien zusätzliche schwierige Aufgaben.

Hattersheim bei Frankfurt: Quarantäne Infizierter teils schwer umsetzbar

Da durch die Quarantäne einige Mitarbeiter derzeit nicht mehr arbeitsfähig sind, werden unter anderem Fachkräfte von einer Arbeitsvermittlung angeheuert. Dies sei eine übliche Verfahrensweise, die sich bewährt habe, sagt Harald Jorkowski. Der Umgang mit Engpässen beim Personal ist in Pflegeeinrichtungen nicht nur seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie ein Thema.

Die Betreuung der Menschen in dem betroffenen Wohnbereich des Seniorenzentrums ist alles andere als einfach. Denn diese an Demenz erkrankten Bewohner könnten nicht einfach in ihre Zimmer geschickt oder dort festgehalten werden. Vielmehr seien diese Menschen mobil und oft von einer großen innerlichen Unruhe begriffen, zum Teil auch aggressiv. So sei es bei einigen Bewohnern fast unmöglich, eine Körperpflege durchzuführen, weil sich diese Menschen vehement dagegen wehrten. Den Mitarbeitern seien solche Situationen zwar bekannt, aber dennoch würde es sie belasten. (meh)

Erst Anfang Mai wurde eine mutmaßliche Corona-Party in Hattersheim bei Frankfurt von der Polizei aufgelöst.

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