Helmut Harth auf einem seiner Felder. Der Landwirt befürchtet, dass es immer schwieriger wird, für die Spargelernte geeignete Mitarbeiter zu finden.
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Helmut Harth auf einem seiner Felder. Der Landwirt befürchtet, dass es immer schwieriger wird, für die Spargelernte geeignete Mitarbeiter zu finden.

Landwirtschaft

Hattersheim: Ernte mit Hindernissen

Die Beschränkungen wegen der Corona-Pandemie sorgen bei der Spargelernte weiter für Probleme, die notwendigen Helfer einzustellen.

Eddersheim -Keine Spargelsaison ohne Spargelstecher. Die meist aus dem Ausland stammenden Erntehelfer sind ein wichtiger Teil der Feldarbeit am Sommeranfang. Mit Beginn der Corona-Pandemie im vergangenen Jahr wurde jedoch alles anders: Der Eddersheimer Landwirt Helmut Harth beschäftigte 2020 einen sehr ungewöhnlichen Mix von Helfern auf seinen Feldern. In diesem Jahr fiel die Suche nach den gewohnten Hilfsarbeitern schwer.

Im Vorjahr packten mehrere Studenten, ein Koch, ein Möbelhaus-Angestellter, ein Asylbewerber und auch Lufthansa-Mitarbeiter in Kurzarbeit auf den Eddersheimer Spargelfeldern an. Weil die Saisonarbeiter aus Rumänien aufgrund der Pandemie nicht einreisen konnten, habe es einen Aufruf durch den Bauernverband gegeben, um Helfer aus der Region zu finden, erklärt Helmut Harth. "Es war toll, dass wir auch mit Menschen, die hier leben, die Saison bewältigen konnten", meint seine Frau Rosi. Die unerfahrene Mannschaft brachte jedoch ganz neue Herausforderungen mit sich.

"Es war viel Aufwand, die Studenten anzulernen", erklärt Helmut Harth. Er sei fast immer zur Kontrolle mit auf dem Acker gewesen. Weil die Aushilfsarbeiter nicht so durchgehend helfen konnten wie normale Saisonkräfte, musste der Landwirt außerdem mehr Helfer verpflichten. Rund 30 Personen seien im Einsatz gewesen, berichtet der Eddersheimer. Von den erfahrenen Kräften reichte sonst etwa ein Fünftel dieser Zahl.

Helfer müssen in "Arbeitsquarantäne"

Jetzt stehen die meisten Helfer aus dem Vorjahr nicht mehr zur Verfügung. "Das ist wieder eine andere Situation", sagt Rosi Harth. Viele Leute, die in der vergangenen Saison in Kurzarbeit waren, hätten jetzt wieder Arbeit. Lediglich ein Koch habe diesmal wieder zugesagt, berichtet Helmut Harth. Gleichzeitig fehlten den Landwirten immer noch ihre früheren Arbeitskräfte aus Rumänien. "Ich habe immer den Kontakt gehalten", erklärt der Eddersheimer, der neben Spargel auch Kartoffeln und Äpfel anbaut. Seine früheren Erntehelfer hätten neue Arbeit gefunden und abgesagt. Über einen Vermittler in Rumänien konnte Harth im letzten Moment aber doch noch neue Arbeitskräfte finden. Für diese Woche sei die Ankunft von fünf bis sechs Erntehelfern geplant. Dann starte die Spargelsaison, die bis Mitte Juni andauere. Corona kompliziert die Situation zusätzlich: Alle Arbeiter müssen einen negativen Corona-Test vorlegen, der nach der Ankunft in Deutschland bestätigt werden muss. Für die Helfer gelte in dieser Zeit eine "Arbeitsquarantäne", während der sie zwar auf dem Feld arbeiten, ihre Unterkunft jedoch nicht verlassen dürfen. "Wir kaufen so lange für sie ein", erklärt Helmut Harth.

Obwohl die Spargelernte erst in dieser Woche starten soll, hat Helmut Harth schon ein paar Spargel in seinem Hofladen im Angebot. Einige Spargelreihen seien mit doppelten Plastikabdeckungen warm gehalten worden und konnten deshalb schon früher geerntet werden. Die große Menge steht allerdings noch aus.

Die Eddersheimer Landwirte befürchtet, dass es schwieriger werden wird, Arbeitskräfte für die harte Arbeit auf den Spargelfeldern zu finden. "Die Situation ist immer prekär", erklärt Rosi Harth. Der Hof sei während der Saison auf ausländische Kräfte angewiesen. Früher hätten Arbeiter aus Polen bei der Ernte geholfen, erzählt ihr Mann. Doch auch dort habe das Interesse mittlerweile nachgelassen. Schon länger sei die Öffnung für Erntehelfer aus der Ukraine im Gespräch, sagt der Eddersheimer, der weiß, dass die Ernte mit deutschen Saisonarbeitern im Vorjahr nur eine Ausnahme war. Künftig wird er vielleicht jedes Jahr nach neuen Arbeitswilligen suchen müssen. sas

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