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Hattersheim: "Es wird ein sehr leises Helau!"

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Menschenmassen auf der Straße, die den Fastnachtszug feiern: Das gibt es in diesem Jahr erneut nicht. ARCHIV-FOTO: Knapp
Menschenmassen auf der Straße, die den Fastnachtszug feiern: Das gibt es in diesem Jahr erneut nicht. ARCHIV-FOTO: Knapp © Knapp

Stufenweise Lockerungen der Pandemie-Beschränkungen kommen für die Karnevalisten zu spät.

Hattersheim -Mitte Februar und von Helau und Fastnacht keine Spur. Die fünfte Jahreszeit ist auch in diesem Jahr der Corona-Pandemie zum Opfer gefallen. Die einst so bunten Tage kamen und gingen, ohne groß im Gedächtnis zu bleiben. Besonders deutlich wird dies, wenn man bedenkt, dass schon in anderthalb Wochen der Hattersheimer Fastnachtsumzug auf dem Kalender gestanden hätte. Das Zugkomitee hat das jährliche Großereignis bereits im Dezember mit Blick auf Corona abgesagt. Nun stellen die Ministerpräsidenten allerdings den Start einer stufenweisen Lockerung in Aussicht. Heißt das etwa, dass Narren auf eine Ersatzveranstaltung hoffen dürfen? Das Kreisblatt hat bei den Verantwortlichen nachgefragt.

Um es gleich vorweg zu nehmen und keine falschen Hoffnungen zu wecken: Es wird in Hattersheim kein närrisches Treiben geben. Dies stellen sowohl Zugmarschallin Nicole Merten als auch Stellvertreter Markus Heuser klar. Daran ändert auch eine beginnende Öffnungsperspektive nichts. "Der Wunsch nach Fastnacht und Gemeinschaft ist bei uns allen da", äußert Nicole Merten Verständnis für die Sehnsucht nach närrischen Terminen. Eine Ersatzangebot sei aber nichts, was sich innerhalb von knapp zwei Wochen übers Knie brechen lasse. "Darum hätte man sich eher kümmern müssen", sagt die Zugmarschallin. Sie macht aber auch deutlich, dass eine große Versammlung aus ihrer Sicht derzeit nicht angebracht ist. Dies führe nur dazu, dass einige Menschen aufgrund der Corona-Maßnahmen ausgeschlossen werden. "Fastnacht ist für alle da", betont Merten. Außerdem glaube sie nicht, dass die Inzidenzzahlen in den kommenden zwei Wochen stark sinken. Vor diesem Hintergrund wäre eine Veranstaltung verantwortungslos. "Wenn wir sagen, wir machen nichts, dann machen wir auch nichts."

Genauso sieht es Markus Heuser. "Wir haben eine Entscheidung getroffen, und dabei bleibt es", betont der stellvertretende Zugmarschall. Vom Komitee, dem alle Fastnacht treibenden Vereine angehören, gebe es keine Absicht, eine Ersatzveranstaltung anzubieten. Auch ein Rathaussturm sei keine Option. "Wir wissen die Lage realistisch einzuschätzen", sagt Heuser. Auch wenn sich einige Fassenachter freuen würden, gebe es sicherlich genauso viele, die sich über eine Veranstaltung in der derzeitigen Lage beschweren würden.

Was macht das Zugmarschall-Duo stattdessen, um die närrische Natur auszuleben? "Wir hoffen auf Lockerungen im Frühjahr und im Sommer", sagt Markus Heuser. Er wisse von Fastnachtsvereinen, die mit dem Gedanken spielen, im Sommer etwas auf die Beine zu stellen. Zu Einzelheiten - etwa, ob dann ein närrisches Thema aufgegriffen werden soll - wollte sich der Stellvertreter noch nicht äußern. Es solle eine Zielgruppe angesprochen werden, die auch an der Fastnacht interessiert ist. Ob dabei letztlich ein öffentliches oder nur ein internes Angebot herauskommt, sei noch völlig offen. Ansonsten werde er während der verbleibenden fünften Jahreszeit ausgewählte Dinge im Fernsehen oder als Online-Stream verfolgen, sagt Heuser. Als Beispiel nennt er die virtuellen Programme des Krifteler Karneval-Klubs.

Nicole Merten plant nicht, sich Übertragungen von närrischen Shows im Fernsehen anzuschauen. Sie sei Fan davon, die Stimmung bei der Saalfastnacht direkt an Ort und Stelle zu erleben. Die kommenden Wochen würden deshalb bei ihr auch nicht viel anders verlaufen als die meiste Zeit während der Pandemie, sagt die Organisatorin der Straßenfastnacht. Selbst die Idee, eine Party mit Freunden auszurichten, findet sie unpassend. "Da grenzt man ja dann privat auch wieder einen Teil der Leute aus", erklärt die Zugmarschallin und kommt zu dem Schluss: "Es wird ein sehr leises Helau." sas

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