Kultur

Hattersheim: Gastspiel im Vereinshaus statt im Kleinkunst-Keller

Die Corona-Krise trifft die Kultur-Branche hart. Die freischaffenden Künstler bedroht sie aber in ihrer Existenz.

Hattersheim -Wächst sich die Corona-Krise zu einer Kultur-Krise aus? Man ist versucht, wegen der vielen Be- und Einschränkungen für öffentliche Aufführungen und Konzerte genau diese These zu bestätigen. Doch ist es ist keine Kultur-Krise an sich, sondern eine Krise, die vor allem die Existenz von Künstlern bedroht. Die Zahl der Auftritte, die abgesagt werden mussten oder auf das nächste Jahr verschoben sind, sind übersehbar. Dass Künstler, von Musikerinnen oder Musikern bis hin zu Malern oder Comedy-Profis staatliche Hilfe in Anspruch nehmen können, ist da kein richtiger Trost. Denn mit den Auftritten verbunden sind meist auch Lokalitäten, die oft selbst wegen der Corona-Krise vor dem Aus stehen oder standen. So sind es meist städtische Kulturbetriebe, die in der Krisenzeit wie ein Rettungsanker sind und für Einnahmen bei den Künstlergruppen sorgen. Zwar sind die Auftrittsmöglichkeiten in den Kommunen durch die Vorschriften drastisch eingeschränkt, die Zahl der Besucher ist ebenfalls stark reglementiert, doch die Städte und Gemeinden bemühen sich mit allen Kräften, so etwas wie ein kulturelles Leben außerhalb der Corona-Krise anzubieten. Dabei wissen die Veranstalter heute nicht, ob die Termine in einigen Wochen nicht doch wieder abgesagt werden müssen, weil es zu massenhaften Ansteckungen mit dem Coronavirus bei Bewohnern in Stadt oder Landkreis kommt, die öffentliche Veranstaltungen dann unmöglich machen.

In Hattersheim gibt es für den Herbst eine gute Nachricht: Die Kultur in Form von Comedy-Aufführungen wird es weiterhin geben. Um die Sicherheitsabstände einhalten sowie eine entsprechend gute Durchlüftung am Auftrittsort garantieren zu können, werden alle Vorführungen im Haus der Vereine im Stadtteil Okriftel (Johann-Sebastian-Bach-Straße 1) stattfinden, teilte das Hattersheimer Kulturforum mit. Und hier sind die Termine für alle Freundinnen und Freunde der Comedy-Kunst: So gastiert am Freitag, 18. September, ab 20 Uhr "Herr Schröder" mit seinem Programm "Instagrammatik - Das streamende Klassenzimmer".

Am Mittwoch, 30. September, 20 Uhr, wird es dann wieder deftig-heftig beim Auftritt von Osan Yaran, der sein Programm "Schublade kaputt" präsentiert.

Im Rahmen der interkulturellen Woche gastiert Hennes Bender am Freitag, 23. Oktober, ab 20 Uhr im Haus der Vereine. "Ich hab' nur zwei Hände" lautet das Motto seines Auftritts in Okriftel.

Weiter geht es dann am Samstag, 7. November, 20 Uhr mit Dittmar Bachmann. Er präsentiert sich den Zuschauern mit dem etwas schnöden, aber provokanten Titel: "Zu alt für diesen Scheiß"

Überhaupt nicht zu alt oder zu jung können dann die Besucher sein, die zur - wie das Kulturforum meint - kultigen Überraschungsshow ,,Cabaret à la Surprise" in das Vereinshaus kommen. Dort wird am Freitag, 27. November, ab 20 Uhr das "Weihnachtsspecial" aufgeführt.

Besonders humorvoll soll es dann in der Vorweihnachtszeit werden. Johann Theisen wird den Zuschauern sein Bühnenprogramm "Ein Tollpatsch gibt Vollgas" mit viel Körpereinsatz präsentieren. Theisen tritt am Mittwoch, 9. Dezember, ab 20 Uhr in dem Mehrzweckgebäude an der Johann-Sebastian-Bach-Straße auf.

Der Kartenvorverkauf ist bereits im Kulturcenter, Am Markt 7, Rufnummer (0 61 90) 97 91 56, kartenservice@kulturforum.de, gestartet. Niklaus mehrfeld

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