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Hattersheim: Gewalttat macht Richter fassungslos: Kumpel mit Schlägen getötet

Landgericht

Brutale Tat in Hattersheim: Mann nach Kneipenbesuch totgeschlagen

  • vonMatthias Gerhart
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Ohne Grund streckte ein Hattersheimer einen Kumpel mit Schlägen und Tritten nieder. Es war so schlimm, dass der Mann wenig später starb.

  • Hattersheim: Mann wird nach Kneipenbesuch von seinem Freund verprügelt
  • Opfer stirbt nach Gewalttat in Hattersheim bei Frankfurt
  • Angeklagter Hatterheimer zu acht Jahren Haft verurteilt

Hattersheim/Frankfurt – Acht Jahre Haft wegen Körperverletzung mit Todesfolge - mit diesem Urteil endete gestern vor dem Landgericht Frankfurt der Prozess um eine Bluttat mit tödlichen Folgen für das Opfer, die sogar die an Gewalttaten leidlich gewöhnten Richter der Schwurgerichtskammer fassungslos machten.

Hattersheim: Nach Kneipenbesuch zusammengeschlagen 

Ohne eigentlichen Grund hatte der 33 Jahre alte Angeklagte im Juli vergangenen Jahres seinen Sauf- und Drogenkumpanen mit 24 einzelnen Gewaltattacken - Schläge und Tritte - nach einem Kneipenbesuch kampfunfähig gemacht. Auch das 38 Jahre alte Opfer hatte nicht seinen besten Tag. Die Freundin hatte ihm vorher wieder einmal einen Korb gegeben, auf den er keine bessere Reaktion übrig hatte, als sich zu betrinken und danach noch den Barkeeper anzuherrschen. Auf dem Weg zur Wohnung des Opfers kam es dann zu der Auseinandersetzung. Als der 38-Jährige jedoch blutend am Boden lag, wandelte sich das Gemüt des Angeklagten um 180 Grad: Er half dem schwer Mitgenommenen auf die Beine und man ging gemeinsam in dessen Wohnung, wo es weiter Alkohol und Rauschgift gab. Am kommenden Tag aber lag das Opfer tot auf dem Sofa.

Trotz der erheblichen Gewalteinwirkung (Richter Jörn Immerschmitt: "Das waren richtige Elfmeter-Tritte.") ging das Gericht nicht von einem bedingten Tötungsvorsatz beim Angeklagten aus - seine starke Alkoholisierung mag die Richter dazu bewogen haben. So griff der "Auffangtatbestand" der Körperverletzung mit Todesfolge.

Gewalttat von Hattersheimer: Weiteres Verfahren ist noch anhängig

Der Angeklagte hatte dem Gericht eine Vielzahl unterschiedlicher Erklärungen für seine Gewalttat aufzutischen versucht. Bis zum Schluss hielt sich dabei eine Notwehrversion, weshalb die Verteidiger auch auf Freispruch plädierten. Die Staatsanwaltschaft wollte es mit zehn Jahren dagegen zweistellig - wegen Totschlags und eben doch eines bedingten Tötungsvorsatzes.

Gegen den im Kampfsport erprobten Mann, dem öfters einmal die Fäuste in der Tasche jucken, ist noch ein weiteres Verfahren in Frankfurt anhängig: Er wurde zunächst vom Landgericht wegen eines Tötungsdelikts zu mehreren Jahren Haft verurteilt. Dieses Urteil wurde jedoch vom Bundesgerichtshof unter Hinweis auf eine mögliche Notwehrsituation einkassiert und an das Landgericht zur Neuverhandlung zurückgegeben. Aufgeräumt hatte Richter Immerschmitt im Urteil mit den einstigen Vorwürfen aus der Familie des Opfers, die Polizei habe das spätere Opfer bei einer Festnahme- und Durchsuchungsaktion in Frankfurt misshandelt. Keiner dieser Vorwürfe habe sich laut Obduktion bewahrheitet.

Hattersheim: „Skandal“ um stadtbekannten Drogendealer 

Als "Skandal" bezeichnete Richter Jörn Immerschmitt aber, dass der Vater eines 13-fach vorbestraften und stadtbekannten Drogendealers in Hattersheim für die Bürger über Jahre der einzige Ansprechpartner der örtlichen Polizei gewesen sei: "Das erschüttert das Vertrauen in der Bevölkerung". 

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Erst kürzlich kam es in Hattersheim zu einer weiteren Gewalttat: Ein Mann erschießt seine beiden Kollegen und anschließend sich selbst.

Anfang des Jahres sorgten mehrere Unfälle in Hattersheim für Rätselraten bei der Polizei.

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