Dieses weiße Fahrrad, "Ghost-Bike" genannt, soll an ein tragisches Unglück im Mühlenviertel erinnern. FOTO: Privat/ADFC
+
Dieses weiße Fahrrad, "Ghost-Bike" genannt, soll an ein tragisches Unglück im Mühlenviertel erinnern.

Straßenverkehr

Hattersheim: "Ghost-Bike" soll Mahnmal sein

ADFC erinnert damit an einen Unfall im Januar, der für einen Radfahrer tödlich endete.

Hattersheim -Es geht nicht darum, wer Schuld an einem Unglück hat. Es geht darum, wie Unfälle mit Radfahrern am besten verhindert werden können. Im konkreten Fall geht es um einen Unfall am 25. Januar diesen Jahres. Beteiligt waren daran ein Radfahrer (82) sowie der Fahrer eines Ford Transit. Der Wagen, an dessen Steuer ein Autofahrer (31) aus Mainz saß, bog aus der Straße "Im Mühlenviertel" kommend nach links auf den Hessendamm ein und stieß mit dem Radler zusammen. Der Radfahrer erlag später seinen bei dem Unfall erlittenen Verletzungen in einer Klinik.

Mehrere Mitglieder des Allgemeinen Deutschen Fahrrad Club (ADFC) aus Hattersheim sowie aus dem Main-Taunus-Kreis kamen am Dienstag angefahren, um Kolja Franssen beim Anbringen der letzten Schrauben für ein Fahrrad zu helfen. Seitdem steht es nun an der Ecke Hessendamm/Im Mühlenviertel: Ein komplett weiß lackiertes Fahrrad, das an den tragischen Verkehrsunfall am 25. Januar erinnern soll. Das dort installierte weiße "Ghost-Bike" soll, so erklären die ADFC-Initiatorren, "ein Zeichen des Gedenkens und auch ein Mahnmal" sein.

Was in Großstädten dieser Welt bereits gebe sowie in Frankfurt und Wiesbaden bereits praktiziert werde, "muss nun leider auch im Main-Taunus-Kreis stattfinden", erklärt der ADFC weiter. Der Club "will und wird jedes Mal ein Zeichen setzen, wenn ein Radfahrer oder eine Radfahrerin stirbt, weil es keine sicheren Wege für diese Verkehrsart gibt".

Da Fahrradfahrer keine Knautschzone und keinen Schutz um sich herum haben, fordert der Club eine Umgestaltung der Straßen. "Verkehrswege müssen so gestaltet sein, dass diejenigen, die sie nutzen, sicher von A nach B kommen können", forderte Gabriele Wittendorfer für den ADFC-Kreisvorstand. Bei der nun erfolgten Aktion in Hattersheim, die erste im Main-Taunus-Kreis übrigens, gehe es nicht um Schuld, "sondern um Ambition", Gabriele Wittendorfer im Beisein der Familie des Unfallopfers sowie von Bürgermeister Klaus Schindling. Radwegeführungen, die immer an kritischen Stellen enden, ließen die Radler im Stich, wenn sie den Schutz eines Radwegs am meisten bräuchten, erklärte sie. Ob eine Stadt Radverkehr fördere oder nicht, erkenne man nicht in der Feldgemarkung, sondern an der sicher befahrbaren Gestaltung der im Alltag genutzten Wege. Während der rund dreißigminütigen Zeremonie an der Stelle des Mahnmals hätten die Teilnehmer oft ihr eigenes Wort nicht mehr verstanden, weil der starke Kfz-Verkehr "eine enorme Geräuschkulisse verursachte, vom Gestank ganz zu schweigen", bemerkte Wittendorfer.

Die anwesenden Radfahrers seien sich einig darüber gewesen, so Gabriele Wittendorfer, dass es am Hessendamm dringend "eine sichere und durchgängige Parallelführung für den Radverkehr" geben müsse. Die bereits vorhandenen Alternativstrecken zwischen Okriftel und Hattersheim könnten ausgebaut und die L 3011 zwischen Okriftel und Südring für den schnellen Radverkehr umgebaut werden, schlagen die ADFC-Mitglieder vor.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare