Beim Ortstermin (v. li.): Stadtwerke-Chef Peter Dengel und der Technische Leiter der Stadtwerke, Arnold Müller, sind zufrieden mit dem Verlauf der größten Hattersheimer Baustelle in den vergangenen Jahrzehnten.
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Beim Ortstermin (v. li.): Stadtwerke-Chef Peter Dengel und der Technische Leiter der Stadtwerke, Arnold Müller, sind zufrieden mit dem Verlauf der größten Hattersheimer Baustelle in den vergangenen Jahrzehnten.

Infrastruktur

Hattersheim: Großbaustelle ist kurz vor dem Ende

Der Zeitplan und das Budget für das über 5,6 Millionen Euro teure Projekt konnten eingehalten werden.

Hattersheim -Mancher Bewohner des Südrings kann es offenbar kaum erwarten, dass die Fahrbahn vor seiner Haustür wieder freigegeben wird. Dieser Eindruck entstand zumindest vor einigen Tagen bei einer Ortsbesichtigung. Während Bauarbeiter die letzten Fahrbahnschichten zwischen Südringtreff und Vogelweidestraße aufbrachten, mogelte sich eine Autofahrerin an einer der verbliebenen Absperrungen vorbei und fuhr neben der Dampfwalze durch die Baustelle. Doch auch alle Betroffenen, die sich an bestehende Regelungen halten, müssen sich nicht mehr lange gedulden: Zum Monatsende soll die Großbaustelle nämlich abgeschlossen und die Straße wieder geöffnet werden.

Wenn Stadtwerke-Betriebsleiter Peter Dengel auf den Verlauf der Straßenarbeiten zurückblickt, spricht er in Superlativen. Die Erneuerung des rund einen Kilometer langen Südrings sei die größte kombinierte Baustelle der vergangenen Jahrzehnte gewesen, erklärt der Stadtwerke-Leiter. Kombiniert war die Maßnahme, weil neben dem Neubau der Fahrbahn auch Kanalrohre sowie Wasser-, Strom- und Kommunikationsleitungen verlegt wurden. Rund zweieinhalb Jahre vergingen seit dem Start des Projektes im Frühjahr 2019. Angesichts dieses Umfangs und der Überschneidung mit der Corona-Krise erstaunt es, dass Dengel die Maßnahme gleichzeitig als "eine der besten Baustellen der letzten Jahre" bezeichnen kann. Doch die Gründe liegen dafür auf der Hand: Die Straßensanierung sei im Rahmen des vereinbarten Zeitplans geblieben, der einen Abschluss bis zum September diesen Jahres vorsehe. Der Kostenansatz sei mit insgesamt 5,6 Millionen Euro Bau- und Planungskosten nur ganz leicht überschritten worden.

Die positive Abschlussbewertung aus Sicht der Verwaltung bedeutet allerdings nicht, dass Hindernisse und Überraschungen vollständig ausblieben. Alle Hürden konnten jedoch ohne größere Einbußen genommen werden. Dies sei eine Sache der (guten) Vorbereitung, erklärt der Technische Leiter Arnold Müller. Der Mitarbeiter der Stadtwerke berichtet, dass es Unterbrechungen durch Regen gab. Auch Frost habe im Februar zu Verzögerungen geführt. Für solche Situationen seien jedoch bereits im Vorfeld Puffer im Zeitplan vorgesehen.

Auch die Lieferengpässe aufgrund der Pandemie habe man weitgehend unbeschadet überstanden, erläutert Müller. So seien zuletzt zwei der ursprünglich sieben geplanten Bauabschnitte zusammengelegt worden. Aufgrund der größeren Baufläche sei es möglich gewesen, flexibler auf zeitweise fehlendes Material zu reagieren. Im Frühjahr habe er etwas Angst gehabt, dass das Projekt noch auf der Zielgeraden ins Stocken gerät, räumt Stadtwerke-Chef Dengel ein. Letztlich habe man aber dann doch eine "Punktlandung" geschafft.

Peter Dengel und Arnold Müller sind froh, wenn sie einen Haken an die mehrjährige Dauerbaustelle machen können. "Es war ein unglaublicher Koordinations- und Abstimmungsaufwand", sagt der Stadtwerke-Leiter. Immer wieder habe sein Team zwischendurch auf Überraschungen reagieren müssen.

So sei etwa im Bereich des ersten Bauabschnitts ein altes Fundament im Boden aufgetaucht, das nicht in den Plänen verzeichnet war. An anderer Stelle habe sich herausgestellt, dass Leitungen anders verlaufen, als erwartet worden war. Von all diesen kleinen Hindernissen ist mittlerweile nichts mehr zu bemerken. Bis auf etwas Sand, Schotter und die letzten Straßenarbeiten in der Mitte der Südrings wirken Straßen und Gehwege wieder wie aus einem Guss. Laut Peter Dengel fehlen noch Parkplatzmarkierungen und Überdachungen an den Bushaltestellen. Der nördliche Fußweg kann wie zuvor als kombinierter Geh- und Radweg genutzt werden. Ein separater Fahrradstreifen sei aufgrund der erforderlichen Straßenbreite dort nicht möglich, sagt Arnold Müller.

Beide Stadtwerke-Mitarbeiter finden, dass es wenig Probleme mit verärgerten Anwohnern gab. Sie führen dies auf die von Anfang an sehr offene Informationspolitik der Stadt zurück, die unter anderem einen Beratungscontainer sowie ein Bautagebuch einrichtete. Vielleicht hatten viele Anwohner auch ein Einsehen, dass die Sanierung dringend notwendig war. Es handelte sich nämlich um die erste umfangreiche Erneuerung seit dem Bau der Straße Anfang der siebziger Jahre. "Die Oberfläche hat sich im Winter nach dem Frost in einen Streuselkuchen verwandelt", beschreibt Peter Dengel. Die Schäden seien zuvor immer nur an einzelnen Stellen geflickt worden. Dies wird nun nicht mehr notwendig sein. Wenn die Straße in den kommenden Wochen in Betrieb geht, sollten solche Reparaturen vorerst der Vergangenheit angehören. sas

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