Derzeit wird am Südring für die Errichtung des Gehwegs zwischen Danziger Straße und Pregelstraße gearbeitet.
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Derzeit wird am Südring für die Errichtung des Gehwegs zwischen Danziger Straße und Pregelstraße gearbeitet.

Infrastruktur

Hattersheim: Großprojekt Südring liegt im Zeitplan

Anwohner sind mit den bisherigen Arbeiten zufrieden - Fertigstellung ist für den Herbst geplant.

Hattersheim -Es ist das größte Bauprojekt in der Stadt. Entsprechend umfangreich waren die Vorarbeiten und Planungen für die Arbeiten an der Großbaustelle Südring. Dazu gehörte die Einteilung der Baumaßnahme in verschiedene Abschnitte. Diese Vorgehensweise hat sich bewährt. Unter anderem deshalb, weil es zu nicht unplanmäßigen Veränderungen beim Baufortschritt kam. Rund einen Kilometer Straße umfassen die Bauarbeiten zur Sanierung des Südrings, die vor etwa zwei Jahren gestartet sind. Den Großteil dieser Strecke haben die Arbeiter bereits erneuert. Die Baustelle wanderte über mehrere Stationen und hat mittlerweile den sechsten und letzten Bauabschnitt erreicht. Kurz hinter der Abzweigung der Vogelweidestraße weist ein Sackgassen-Schild auf die derzeitige Sperrung hin. Ab der Hausnummer 41 fehlt die komplette Fahrbahndecke.

Kurzfristige Planungsänderung

Gestern Mittag waren Arbeiter mit einem kleinen Bagger auf der nördlichen Straßenseite am Werk. Es laufen die Arbeiten zum Neubau des Gehwegs zwischen Danziger Straße und Pregelstraße. Ende dieses Monats soll dann auch die Straßenoberfläche wieder aufgebaut werden. Parallel haben die Arbeiten im letzten Bauabschnitt zwischen Pregelstraße und Spielplatzweg begonnen.

Auf den ersten Blick hat der Baufortschritt einen ungewöhnlichen Verlauf genommen. Nachdem die Sanierungsarbeiten mit den ersten beiden Bauabschnitten zwischen Glockwiesenweg, Vogelweidestraße und Spielplatzweg gestartet waren, sprang die Baustelle ans nördliche Ende des Südrings. Der mittlere Streckenabschnitt wurde zunächst übergangen. Grund dafür war eine kurzfristige Planungsänderung. Die Verantwortlichen beschlossen, die Reihenfolge zu tauschen, weil es für den Kanalbau mehr Sinn ergab, dem Gefälle der Straße zu folgen. Nach dem nördlichen Bauabschnitt zwischen Königsberger Straße und der Tiefgarage des Hochhauses setzten sich die Arbeiten in Richtung Danziger Straße und Pregelstraße fort.

Eine Anwohnerin im ersten Bauabschnitt, die gestern im Südring unterwegs war, berichtet, dass sie mit der Durchführung der Großbaustelle zufrieden sei. Als sie ihre Mülltonnen nicht mehr erreichen konnte, hätten die Bauarbeiter mit dem Müll geholfen, sagte die Frau, vor deren Tür die Sanierung seit einigen Monaten abgeschlossen ist. "Für uns war das kein Ärgernis", so die Hattersheimerin. Für den Zeitraum, in dem sie ihre Garage nicht nutzen konnte, seien Ausgleichszahlungen von der Stadt geflossen.

Eine andere Anwohnerin, deren Haus am derzeitigen Bauabschnitt liegt, wollte ebenfalls nicht klagen. Sie könne momentan trotz Baustelle auf ihr Grundstück fahren. Die Stadt habe bei allen Maßnahmen immer rechtzeitig Bescheid gesagt, lobte die Betroffene.

Grund zur Zufriedenheit haben die Anwohner auch aufgrund der Aufhebung der Straßenbeitragssatzung. Bereits zum Start der Arbeiten im Südring hatte Bürgermeister Klaus Schindling (CDU) erklärt, dass die Satzung voraussichtlich bis zum Ende der Baumaßnahme außer Kraft gesetzt werde. Infolge einer positiven wirtschaftlichen Entwicklung der Kommune bekräftigten die Stadtverordneten dann Anfang April 2019 das Ziel, die Straßenbeitragssatzung zum nächstmöglichen Zeitpunkt im Rahmen der Haushaltsplanung abzuschaffen. Zum 31. Dezember 2020 trat die Satzung dann außer Kraft. Die Anwohner werden nicht finanziell an den Kosten der Straßensanierung beteiligt.

Künftig werden Lastwagen geortet

Die über zweijährige Baumaßnahme lief nicht immer reibungslos. Infolge der Corona-Pandemie kam es zu Verzögerungen bei der Lieferung von Baumaterial. Während einige Arbeiten ruhen mussten, wurden andere Schritte zwischen Danziger Straße und Pregelstraße vorgezogen. Insgesamt habe es nicht nur Verzögerungen, sondern auch Beschleunigungen gegeben, erläutert Klaus Schindling. Deshalb sei die Baustelle immer noch sehr gut im Zeitplan. Bis zum Herbst solle alles fertig sein, erwartet der Rathauschef. Ob es Verzögerung durch neuerlichen Frost Anfang dieses Monats gibt, müsse man abwarten. "Ich glaube es nicht", sagt der Bürgermeister. Ganz sicher könne man aber nie sein.

Wenn der Südring wieder für den Durchgangsverkehr geöffnet wird, sollen auf beiden Seiten Geräte installiert werden, die Lkw orten, kündigt der Verwaltungschef an. So will die Stadt verhindern, dass Lastwagen die neue Straße als Abkürzung nutzen.

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