Ein Gebäudeteil des EVIM-Pflegeheims an der Schulstraße war in der vergangenen Woche komplett gesperrt worden. Nur Mitarbeiter und Pflegekräfte hatten noch Zugang. Archiv-FOTO: Knapp
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Ein Gebäudeteil des EVIM-Pflegeheims an der Schulstraße war in der vergangenen Woche komplett gesperrt worden. Nur Mitarbeiter und Pflegekräfte hatten noch Zugang. Archiv-FOTO: Knapp

Pandemie

Corona-Ausbruch in Pflegeheim: Grund ist völlig unklar

14 Bewohner und drei Pflegekräfte des EVIM-Pflegeheims in Hattersheim waren als infiziert gemeldet.

Hattersheim - Entwarnung im Seniorenwohnheim in der Schulstraße. Die Pflegeeinrichtung des Evangelischen Vereins für Innere Mission (EVIM) hatte Anfang des Monats einen Corona-Ausbruch gemeldet, der besonders zum Anstieg der Inzidenz in Hattersheim und dem Main-Taunus-Kreis beitrug.

Wie das Kreisblatt auf Nachfrage erfuhr, sind die Covid-19-Erkrankungen mittlerweile jedoch wieder abgeklungen. Frank Kadereit, Geschäftsführer der EVIM-Altenhilfe, berichtet, dass die betroffenen Bewohner am Montag negativ getestet wurden.

Corona-Ausbruch in Hattersheimer Pflegeheim: Gebäude wurde zeitweise gesperrt

14 Bewohner und drei Pflegekräfte hatten sich infiziert. Trotz der räumlichen Begrenzung können solche Ausbrüche die Inzidenzzahlen schnell nach oben treiben. So wies Hattersheim noch am Montag eine Sieben-Tage-Inzidenz von 61 Infektionen pro 100 000 Einwohnern auf. Die genaue Infiziertenzahl lag bei 54 - der höchste Wert aller Kommunen im Kreis. Beim hochgerechneten Inzidenzwert wird Hattersheim allerdings von den Nachbarstädten Flörsheim (69) und Kriftel (72) übertroffen. Der kreisweite Durchschnitt der Sieben-Tage-Inzidenz lag zu Beginn der Woche bei 48,2.

Der Corona-Ausbruch betraf einen Wohnbereich im Haus 38, dem Gebäude, in dem sich der Haupteingang zur EVIM-Seniorenanlage von Seiten der Schulstraße befindet. Der Bau beherbergt außerdem den ehemaligen Demenzbereich. Die Abteilung nimmt keine neuen Senioren mehr auf, betreut jedoch weiterhin die bisherigen Bewohner. Nach Bekanntwerden der Infektionen wurde das Gebäude für mehrere Tage unter Quarantäne gestellt. "Da kam man nicht mehr rein", erzählt ein Bewohner eines Nachbargebäudes. Der Senior berichtet, dass er eine Freundin im Haus 38 habe, die er normalerweise regelmäßig zum Friseur bringe. Schon am Montag vor einer Woche sei es jedoch nicht mehr möglich gewesen, die Bekannte abzuholen. Nur Mitarbeiter und Pflegekräfte hätten noch Zugang gehabt.

Die Situation könnte sich noch in dieser Woche wieder entspannen. Frank Kadereit erklärt, dass alle 14 infizierten Bewohner negativ getestet wurden. Auch in anderen Bereichen des betroffenen Gebäudes seien keine Infektionen festgestellt worden. Dies sieht der Geschäftsführer als Beleg für ein funktionierendes Hygienekonzept. Zwei der drei erkrankten Pflegekräfte seien vorsorglich noch in Quarantäne. Kadereit geht davon aus, dass das Besuchsverbot aufgehoben werden kann und das Gebäude ab Freitag wieder öffnet.

Hattersheim: Corona-Ausbruch in Pflegeheim – Keine schweren Verläufe

Wie die Viren den Weg in die Senioreneinrichtung fand, ist unklar. Da schon zuvor eine hohe Inzidenz in Hattersheim vorlag, sei denkbar, dass es von Besuchern ins Gebäude getragen wurde, meint Frank Kadereit. Das Hygienekonzept von EVIM sehe vor, dass Besucher in den Zimmern ihre Maske abnehmen können. Dies solle auch weiterhin so bleiben. Der Chef der EVIM-Altenhilfe zeigt sich erleichtert, dass es keine schweren Verläufe und keinen Todesfall gegeben habe. Alle Bewohner seien geimpft. Der wirksame Impfschutz hat wohl sicherlich dazu beigetragen, dass Bewohner und Mitarbeiter mit einem Schrecken davonkamen. (sas)

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