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Hattersheim: Grundsteinlegung für den Digitalpark

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Von links: Landrat Michael Cyriax, Bürgermeister Klaus Schindling und Thomas Wacker, Director Expansions bei Digital Realty, schauen zu, wie Volker Ludwig, Geschäftsführer der Digital Realty Tochter Interxion, die Mauer über der Zeitkapsel verschließt. FOTO: kröner
Von links: Landrat Michael Cyriax, Bürgermeister Klaus Schindling und Thomas Wacker, Director Expansions bei Digital Realty, schauen zu, wie Volker Ludwig, Geschäftsführer der Digital Realty Tochter Interxion, die Mauer über der Zeitkapsel verschließt. © Kröner, sascha

Rechenzentren-Betreiber Interxion verspricht nachhaltige Bebauung im Kastengrund.

Hattersheim -Die gewohnte Beschilderung an der Zufahrt zum Kastengrund ist verschwunden. Gestern erinnerte an der Abzweigung von der Landstraße nichts mehr an das Impfzentrum und die Büros des Main-Taunus-Kreises. Die Zukunft des 13,8 Hektar umfassenden Areals liegt in den Händen des neuen Eigentümers: Der Rechenzentrum-Betreiber Digital Realty hat mit der Entwicklung seines Digitalparks begonnen. Neben Erdhügeln, die vom Start der Arbeiten zeugen, feierte der neue Eigentümer gestern die Grundsteinlegung.

Der Main-Taunus-Kreis hatte die Fläche für 57 Millionen Euro an den Digitaldienstleister verkauft. Zuletzt wurde der Kastengrund als Flüchtlingsunterkunft sowie Impfzentrum genutzt. Digital Realty werde am neuen Standort in Hattersheim einen dreistelligen Millionenbetrag investieren, erläuterte Volker Ludwig, Geschäftsführer des Tochterunternehmens Interxion. Ludwig sprach von einem großen Vorhaben, das den vielfältigen Digitalisierungsvorhaben in der Region Raum biete. "Digitalisierung betrifft uns alle", so Ludwig. Dies habe sich gerade während der Corona-Pandemie gezeigt.

Das Hattersheimer Großprojekt soll zwei Rechenzentren sowie ein eigenes Umspannwerk für die Stromversorgung umfassen. Gestern legte Interxion den Grundstein für das südliche Rechenzentrum mit der Bezeichnung FRA 33. In die Mauer wurde eine Zeitkapsel eingelassen, die tagesaktuelle Ausgaben des Höchster Kreisblatts sowie der Frankfurter Allgemeinen Zeitung enthielt. Der erste Bau soll im Herbst 2023 den Betrieb aufnehmen. Bis Ende 2026 ist mit dem Ende der Baumaßnahme zu rechnen.

Auf dem Gelände der ehemaligen Tierversuchsanstalt im Kastengrund errichtet Interxion seinen sechsten Digitalpark. Im Rhein-Main-Gebiet ist das Unternehmen bereits mit vier großen Standorten in Frankfurt vertreten. Außerdem betreibt der Anbieter einen Campus in Düsseldorf. Auf dem neuen Gelände in Hattersheim sollen in den kommenden Jahren 28 000 Quadratmeter Fläche für die Computersysteme der Kunden zur Verfügung stehen. Digital Realty will damit zugleich den Nutzern eine Stromkapazität von 70 Megawatt bieten. Optisch solle sich das Rechenzentrum mit einer Höhe von zwei Stockwerken und einem grünen Anstrich in die Landschaft einfügen, erläuterte Thomas Wacker, Leiter der Wachstumsabteilung von Interxion. Von der Autobahn A 66 werde der Digitalpark kaum noch zu erkennen sein. Der Unternehmenssprecher ging auch auf die Vereinbarkeit des Projektes mit der Umwelt ein. Die notwendige Flächenversiegelung war in der Vergangenheit von einigen Seiten kritisiert worden. Wacker erklärte, dass 250 Tiere auf Ausgleichsflächen des Main-Taunus-Kreises umgesiedelt worden seien. Außerdem spiele das Thema Nachhaltigkeit bei der weiteren Entwicklung eine wichtige Rolle. Beispielsweise wolle Interxion weniger als die Hälfte der erworbenen Fläche bebauen. Das restliche Areal werde begrünt. Regenwasser solle in Teichen zwischengespeichert werden, so Thomas Wacker. Darüber hinaus sei vorgesehen, die Abwärme, die beim Betrieb der Rechenzentren entsteht, zum Heizen der Büros zu nutzen. Die Einspeisung in ein geplantes Fernwärmenetz sei ebenfalls denkbar.

Bürgermeister Klaus Schindling (CDU) hob hervor, dass Digital Realty nicht der einzige Abwärmeproduzent in Hattersheim sei. Entlang der Voltastraße siedelte sich in den vergangenen Jahren bereits der Rechenzentrum-Betreiber E-shelter an. Es gebe bereits Gespräche mit den Energieversorgern zum Aufbau eines Fernwärmenetzes, erläuterte der Verwaltungschef. Schindling betonte bei der Grundsteinlegung, dass es wichtig sei, mit dem Fortschritt zu gehen. Der Expansionsdrang der Digitalisierung sei überall zu spüren. Die Ausweitung dieses Bereichs hänge positiv mit Ökologie und Nachhaltigkeit zusammen. "Wenn man Digitalisierung will, muss man sich zu Rechenzentren bekennen", sagte Landrat Michael Cyrix (CDU). Er sei froh und dankbar, dass sich das Unternehmen zu Investitionen auf dem Areal entschlossen habe. "Digitalisierung braucht Partner, Menschen und Know-how", so Cyriax. Laut Interxion-Geschäftsführer Volker Ludwig sollen im Kastengrund 200 Arbeitsplätze entstehen. sas

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