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Hattersheim: Heinrich-Böll-Schule wird erweitert

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So soll der mehrstöckige Erweiterungsbau auf dem Gelände der Heinrich-Böll-Schule nach seiner Fertigstellung aussehen. FOTO: mtk
So soll der mehrstöckige Erweiterungsbau auf dem Gelände der Heinrich-Böll-Schule nach seiner Fertigstellung aussehen. © MTK org

Neues Gebäude erhält Photovoltaikanlage und Zisterne - Baukosten: 15,7 Millionen Euro.

Hattersheim -In der einstigen Rosenstadt dominieren in einigen Stadtbereichen die Baukräne. Und mit dem geplanten Neubau einer dritten Grundschule am Südring für die Kernstadt sowie der beabsichtigten Erweiterung der Heinrich-Scholl-Schule (HBS) gibt es in der Schullandschaft ebenfalls viel Bewegung. Wie Landrat Michael Cyriax (CDU) nun mitteilte, hat der Kreisausschuss die Entwurfsplanung für einen Neubau auf dem Areal der Heinrich-Böll-Schule beschlossen. Die Schule erhält einen mehrgeschossigen Erweiterungsbau im Passivhausstandard. "Die HBS ist die zentrale weiterführende Schule für die Hattersheimer Grundschüler und braucht dringend Raum", so Cyriax. "Den schaffen wir nach neuestem Standard". Allerdings werde sich die Investitionssumme wegen Kostensteigerungen im Bauwesen von den ursprünglich veranschlagten 12,8 Millionen Euro auf schätzungsweise 15,7 Millionen Euro erhöhen.

Der Grund für das Bauvorhabens sind steigende Schülerzahlen. Die Heinrich-Scholl-Schule nimmt drei Viertel der Hattersheimer Grundschülerinnen und Grundschüler auf, vor allem aus der Kernstadt. Wegen der Bevölkerungsentwicklung in der Kernstadt und der derzeit geplanten dritten Grundschule für Hattersheim könnte die Heinrich-Scholl-Schule nach Bezug aller angekündigten Baugebiete künftig neunzügig Schülerinnen und Schüler aufnehmen. Seit dem Schuljahr 2021/2022 hat die HBS das sogenannte Ganztagsprofil 2 des Landes (siehe dazu nebenstehende Infobox) im Angebot.

Nach den derzeitigen Plänen im Kreishaus soll mit den Bauarbeiten im zweiten Quartal 2023 begonnen werden. In dem viergeschossigen Gebäude entstehen insgesamt 19 Klassenräume und weitere Räume für die Jahrgangsstufen 5 und 6. Im Eingangsbereich wird ein Mehrzweckbereich für das Ganztagsangebot, Konferenzen und Veranstaltungen geschaffen. Außerdem könne dort mit einer Team-Station das vorhandene Lehrerzimmer im Altbau entlastet werden. Der Raumbedarf und die Planung seien in enger Zusammenarbeit mit der Schule entwickelt worden, erläutert der Landrat weiter.

Zudem setze der Kreis auf hohe energetische Standards. Die kompakte Bauweise führe zu geringen Energieverlusten, es werde der Passivhausstandard erfüllt. Strom werde mit einer Photovoltaikanlage erzeugt. Zudem werde eine Zisterne gebaut, um Regenwasser zu nutzen, zudem setze der Kreis beim Baumaterial auf nachwachsende Rohstoffe. Er werde in der so genannten Hybridbauweise ausgeführt, in einer Kombination aus Stahlbeton und Holz.

Zudem sei der Erweiterungsbau das erste Schulbauprojekt, bei dem der Kreis für die gesamte Planung bis zur Baugenehmigung nicht auf einen externen Architekten zurückgreife. Geplant worden sei es von einer neu aufgebauten Abteilung im Hochbau- und Liegenschaftsamt. "Auf diese Weise sparen wir Kosten und Zeit", erklärte dazu der zuständige Amtsleiter Peter Wesp.

Eine große Herausforderung sei die Digitalisierung, so der Landrat. Auch die Heinrich-Scholl-Schule werde im laufenden Jahr ans schnelle Glasfasernetz angeschlossen. Wie Michael Cyriax weiter erläutert, führen die allgemeinen Knappheiten bei Materialien sowie Handwerkern nicht nur zur Verzögerung bei Bauprojekten, sondern zugleich zu Kostensteigerungen. Nach den derzeitigen Schätzungen werde der Kreis das Investitionsbudget für den Erweiterungsbau aufstocken müssen, kündigte der Landrat Cyriax an. red/meh

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