Ein US-Unternehmen hat 2019 das 14 Hektar große Kastengrund-Gelände erworben.
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Ein US-Unternehmen hat 2019 das 14 Hektar große Kastengrund-Gelände erworben.

Stadtentwicklung

Hier soll ein großes Rechenzentrum in der Region entstehen

Das Unternehmen Digital Realty plant den Bau eines Rechenzentrums in Hattersheim. Die öffentliche Präsentation für das Kastengrund-Areal erfolgt Ende Mai.

Hattersheim - Derzeit wird im Kastengrund das Impfzentrum für den Main-Taunus-Kreis betrieben. Doch in einigen Monaten könnten dort die Baumaschinen anrollen. Das ehemalige Sanofi-Gelände gehörte dem Main-Taunus-Kreis. Vor knapp zwei Jahren verkaufte der Landkreis das 13,7 Hektar große Areal für rund 57 Millionen Euro an das international arbeitende Unternehmen Digital Realty. Das US-Unternehmen möchte dort ein großes Rechenzentrum errichten.

Nach der Ansiedlung von E-Shelter an der Voltastraße ist mit Digital Realty damit künftig ein zweites weltweit agierendes Unternehmen in Hattersheim ansässig. Im Vorjahr hatte die Stadtverordnetenversammlung bereits einen Plan beschlossen, um damit gleichzeitig den Antrag auf Änderung des Regionalen Flächennutzungsplanes zu stellen. Bevor die Stadt Hattersheim einen detaillierten Bebauungsplan erstellt, muss erst die Regionalversammlung Frankfurt-Rhein-Main eine Änderung des Flächennutzungsplans für dieses Gebiet beschließen.

Pläne für das Rechenzentrum im Kastengrund in Hattersheim nehmen Formen an

Nun geht es für das Ansiedlungsprojekt Digital Realty voran. Der Regionalverband Frankfurt-Rhein-Main mit Sitz in Frankfurt teilte nämlich nun mit, dass der Plan zur Nutzungsänderung des Kastengrund-Geländes öffentlich ausgelegt wird sowie im Internet aufgerufen werden kann. In einer Mitteilung des Regionalverbandes heißt es dazu: „Die Stadt Hattersheim möchte ihr Profil als Technologie- und Wirtschaftsstandort im Rhein-Main-Gebiet stärken und deshalb auf dem Gelände der ehemaligen Tierversuchsanstalt nahe der Stadtgrenze zu Flörsheim die Ansiedlung eines IT-Unternehmens mit Rechenzentrum und Umspannwerk ermöglichen. Die Nähe zur deutschen ,Internet-Hauptstadt‘ Frankfurt am Main und die gute Anbindung ans Strom- und Verkehrsnetz sind starke Argumente für den Standort.“

Um dies realisieren zu können, müsse für eine Fläche von knapp 14 Hektar der Regionale Flächennutzungsplan geändert werden. „Bürgerinnen und Bürger können sich zu dem Vorhaben in der Zeit von Dienstag, 25. Mai 2021, bis Donnerstag, 24. Juni 2021, äußern. Die Planunterlagen sind in dieser Zeit im Internet unter www.region-frankfurt.de/beteiligungsverfahren einsehbar, auch ein Beteiligungsformular steht zur Verfügung“, kündigt der Regionalverband an.

Zusätzlich können die Unterlagen auch in der Geschäftsstelle des Regionalverbandes Frankfurt-Rhein-Main in Frankfurt, Poststraße 16 - in der Nähe des Hauptbahnhofs -, eingesehen werden. Die Bürozeiten sind montags bis donnerstags von 9 bis 17 Uhr und freitags von 9 bis 13 Uhr. Um die Einhaltung der Hygienemaßnahmen während der Corona-Pandemie sicherstellen zu können, ist für die Einsichtnahme eine telefonische Terminvereinbarung erforderlich unter der Rufnummer (0 69) 25 77 15 41. "Innerhalb des Dienstgebäudes besteht Maskenpflicht und die Abstandsregelungen sind einzuhalten", weist der Regionalverband auf die gültigen Regularien hin.

Rechenzentrum am Kastengrund in Hattersheim spielt bei Anträgen im Kreistag eine große Rolle

Seit mehreren Monaten spielte bei Anträgen sowohl im Kreistag wie auch in der Stadtverordnetenversammlung von Hattersheim das geplante Rechenzentrum am Kastengrund eine Rolle. Dabei ging es um die Abwärme, die beim Betrieb des Rechenzentrums dereinst genutzt werden sollte. Von den Kreistagsfraktionen der Linken sowie der SPD wurde gefordert, dass die Nutzung der Abwärme in den Bebauungsplan für das Gebiet festgeschrieben wird.

Bürgermeister Klaus Schindling (CDU) hatte darauf hingewiesen, dass die Nutzung der Abwärme eventuell in einem städtebaulichen Vertrag zwischen Digital Realty und der Stadt festgezurrt werden kann. Denkbar sei zum Beispiel, so Klaus Schindling, dass bei einer Realisierung des Baugebietes Marxheim II die Abwärme dorthin geleitet werden könne. (meh)

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