Beschwerden über verschmutzte Gehwege

Hattersheim: Hundekot gehört in die Tüte

  • schließen

Die Stadt Hattersheim ist personell nicht in der Lage. täglich alle Hundekot-Beutelboxen im Stadtgebiet zu kontrollieren.

Wer hat das nicht mal schon selbst erlebt? Frau oder Mann hat es eilig, muss zu einem wichtigen Termin, ist zu Fuß unterwegs und achtet bei der Überquerung eines Fußweges nicht auf die Hinterlassenschaften von Hunden am Boden. Die Folgen dieses „Fehltrittes“ sind für etliche Minuten nicht nur ärgerlich, weil die Schuhe von den Exkrementen gereinigt werden müssen. Vielmehr riecht es noch nach Stunden unangenehm von unten, wenn schon längst das Auto als weiteres Fortbewegungsmittel genutzt wurde. Da ist nur zu hoffen, dass zudem nicht noch das Gas- und Bremspedal von der schmierigen Masse in Mitleidenschaft gezogen wird.

Geht aber alles einigermaßen gut aus, so schafft eine aufwendige Reinigung Abhilfe. Aber das dauert seine Zeit. Ganz akribische Menschen können fast daran verzweifeln, dass in den Schuhen vorhandene Verzierungen oder Zierrillen von den Hunde-Exkrementen verklebt werden. Denn so etwas wieder sauber zu bekommen, ist äußerst zeitaufwendig. So manch ein Zeitgenosse hat schon mal die Schuhe genommen und in den Müll geworfen. Doch was hat dies alles mit Hattersheim zu tun? Schließlich gibt es das Problem mit den Hundehaufen in jeder Kommune. Der Stadtverordnete der Wählerinitiative Pro Hattersheim (WPH), Jürgen Hofmann, hatte in einer Anfrage an den Magistrat auf Verunreinigungen der Grünflächen durch Hundekot in den Neubaugebieten „Schokoladenfabrik“ sowie im Mühlenviertel hingewiesen. „Vermehrt“ sei es vorgekommen, dass Hunde ihr „Geschäft“ in den Grünstreifen sowie im Durchgang zur Waserwerkschaussee erledigt hätten. Die Besitzer der Hunde hätten die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner nicht entsorgt. Die Kothaufen hätten zu „beträchtlichen Verärgerung der Anwohner“ in den beiden Baugebieten geführt. Die Ursache dafür, warum die Kothaufen nicht entsorgt werden, sieht Jürgen Hofmann bei den fehlenden Müllbehältern sowie Hundekot-Beutelboxen. Diese gebe es nämlich weder in den beiden Wohngebieten noch am Verbindungsweg zur Wasserwerkchaussee. Der WPH-Stadtverordnete wollte deshalb vom Magistrat die Auskunft, wann in den oben genannten Gebieten die notwendigen Hundekot-Beutelboxen sowie Müllbehälter aufgestellt und danach regelmäßig entleert würden.

Die Antwort des Magistrates auf die Anfrage von Jürgen Hofmann geht ausführlich auf die Problematik ein. So erklärt die Verwaltung, dass im gesamten Stadtgebiet 19 Tütenspender „an intensiv genutzten Grünanlagen, Spielplätzen oder Hundeausführwegen“ aufgestellt sind. Die Standorte für diese Hundekot-Beutelboxen seien auf Anregungen des Kinderparlamentes sowie von Einwohnern ausgewählt worden. Zurzeit würden aber keine weiteren Boxen mehr aufgestellt, auch nicht in den Neubaugebieten. Der Grund dafür ist einleuchtend: Nach mehrjähriger Erfahrung mit den Tütenspender-Standorten habe sich gezeigt, dass die Beutelboxen als kostenloser Service der Stadt behandelt und „im Übermaß ausgenutzt“ worden seien. Die Tütenspender seien aber eigentlich nur für Hundehalter gedacht gewesen, die ihre Abfallbeutel vergessen hätten.

Alle Standorte würden mindestens einmal wöchentlich kontrolliert und die Beutelboxen aufgefüllt. An ausgewählten Stellen sei sogar eine tägliche Kontrolle notwendig, erläutert der Magistrat in seiner Antwort. Eine „intensivere Ausstattung mit Tütenspendern und häufigere Kontrollen“ sei personell nicht möglich. Außerdem stünden die damit verbundenen Kosten und der personelle Aufwand in keinem Verhältnis zum Nutzen, heißt es weiter in der Antwort des Magistrates auf die Anfrage. Die Verwaltung weist außerdem darauf hin, dass die Montage von Beutelboxen keine Notwendigkeit, sondern eine freiwillige Leistung der Stadt Hattersheim ist. Jeder Hundehalter habe laut der städtischen Satzung zum Schutz der öffentlichen Anlagen sowie nach der Abfallsatzung die Pflicht, den Hundekot wegzuräumen und zu entsorgen. „Verstöße können als Ordnungswidrigkeit geahndet werden“, erläutert der Magistrat. In der Regel würden verantwortungsbewussten Hundebesitzer die Beutel mit sich führen, wenn sie mit ihren Vierbeinern Gassi gehen würden.

Die Verwaltungsspitze setzt bei dem Thema Hundekot auf das Verantwortungsgefühl der Hundebesitzer. Letztlich seien es die Hundehalter selbst, die sich einbringen und „Verantwortung zeigen müssten“. Die Abfallbehälter seien jedenfalls an Orten installiert, „wo Menschen sich sammeln und aufhalten“. In einzelnen Fällen stünden sie an beliebten „Hundeausführwegen“. Von dort müssten aber in einigen Fällen lange Wegstrecken bis zum nächsten Mülleimer zurückgelegt werden. Deshalb wurde für die Aufstellung eines neuen Abfallbehälters ganz bewusst eine Stelle am Fuß- und Radweg zur Wasserwerkschaussee gewählt.

In der Magistratsvorlage kommt zum Schluss fast so etwas wie eine Blockwart-Mentalität zum Vorschein. Der Magistrat sei dankbar für Hinweise über regelmäßige Zeiten, an denen Hunde zur Erledigung ihres „Geschäftes“ in den Grünflächen ausgeführt würden. Mit diesen Angaben könnten nämlich dann gezielt Kontrollen durchgeführt und bei entsprechenden Vorfällen diese als Ordnungswidrigkeiten geahndet werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare