Wegen des wechselhaften Wetters war gestern Nachmittag im Schwimmbad nicht so viel Betrieb wie in den vergangenen Tagen während der Hitze-Periode. FOTO: Kröner
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Wegen des wechselhaften Wetters war gestern Nachmittag im Schwimmbad nicht so viel Betrieb wie in den vergangenen Tagen während der Hitze-Periode.

Freizeiteinrichtung

Hattersheim: Im Freibad ist es nun "anders anstrengend"

Das Schwimmbad-Personal hatte und hat viel Arbeit wegen der Besucher-Begrenzung und zahlreichen Anrufern.

Hattersheim -Die andauernde Geräuschkulisse aus Kinderstimmen und plätscherndem Wasser wird hin und wieder vom Klappern des Ein-Meter-Bretts durchbrochen. Kein Zweifel: Im Freibad am Schwarzbach ist Leben eingekehrt. Dass es kurz nach der Öffnung am 3. Juni Phasen gab, in denen das Becken leer blieb, war am Wochenende kaum vorstellbar. Der Arbeitsplatz von Schwimmmeisterin Silke Schwenn entwickelte sich in den vergangenen Tagen zum gefragtesten Ort im ganzen Stadtgebiet. "Jeder wollte rein", berichtet Silke Schwenn.

Die Hitzewelle sorgte dafür, dass der Andrang im Freibad schon kurz nach der Öffnung von null auf hundert ging. Heiße Tage mit hohem Besucheraufkommen sind für Silke Schwenn und ihr Team normalerweise nichts Ungewohntes. Bei Temperaturen jenseits von 30 Grad hat die Schwimmmeisterin in der Vergangenheit schon mehr als 3500 Badegäste am Tag gezählt. Der momentane Sommer ist jedoch anders. Aufgrund der Corona-Krise wurde der Einlass ins Bad begrenzt. Die Stadt hat die Öffnungszeiten der Freizeiteinrichtung in drei Zeitfenster unterteilt. Zwischen 6.30 und 9.30 Uhr sowie von 10.30 bis 13.30 Uhr dürfen jeweils 300 Besucher auf das Gelände. Ab 14.30 Uhr läuft der Nachmittagsbetrieb mit maximal 800 Personen. In der Praxis bedeutet dies, dass in den vergangenen Tagen regelmäßig mehr Leute ins Freibad wollten, als es die Corona-Regelung zuließ. Die Kapazitätsgrenzen waren schnell erreicht.

Um Staus an den Kassen zu vermeiden, werden die Tickets für das Freibad über den Online-Shop der Stadt verkauft. Wer dort schnell zuschlug, konnte sich die Erfrischung im kühlen Nass rechtzeitig sichern. Bis zu zehn Tage im Voraus können die Eintrittskarten erworben werden. "Das machen auch einige", erzählt Silke Schwenn. Andere gingen leer aus. Die Vorab-Käufe hätten dazu geführt, dass vereinzelt Kunden anriefen und fragten, ob sie ihre Tickets wieder zurückgeben können. "Weil es jetzt bewölkt ist", nennt Schwenn eine der Begründungen. Sie musste den Käufern in solchen Fällen allerdings erklären, dass eine Rückgabe nicht möglich ist. Sie sei natürlich froh, dass endlich wieder etwas im Schwimmbad los ist, erzählt die Fachfrau für den Bäderbetrieb. Rettungsschwimmer Moritz von zur Mühlen pflichtet ihr bei: "Ansonsten hat man ja nichts zu tun", meint der junge Mann. Der Andrang stellte das Team aber auch vor Herausforderungen. Es gebe viel zu organisieren und zu überwachen, beschreibt Silke Schwenn die Belastung während der besonders heißen Tage. Die Arbeit rund ums Becken sei aufgrund der Beschränkung auf 800 Besucher nachmittags zwar nicht anstrengender als in früheren Sommern. Ihr Job sei aber "anders anstrengend" geworden. Durch die Einteilung in drei Zeitfenster erscheinen die Besucher nicht über den Tag verteilt, sondern oftmals geballt am Beginn jeder Öffnungsphase. Mehrfach seien Leute dabei gewesen, die sich ohne Online-Ticket anstellten und dann verwundert waren, wieso sie nicht ins Bad durften. "Manche waren enttäuscht", sagt die Schwimmeisterin. Andere sorgten sogar für Ärger: So musste das Freibad-Team beispielsweise Jugendgruppen wegschicken, die versuchten, über den Zaun zu klettern. Hinzu kamen ständige Anrufe. "Leute aus anderen Städten rufen an, weil ihr Schwimmbad voll ist", berichtet Silke Schwenn. Andere wussten nicht, dass sie während der Öffnungszeiten jederzeit mit ihrem Ticket ins Bad können. Die Anrufer hätten gefragt, ob sie um Punkt 14.30 Uhr da sein müssen, um für den Nachmittag eingelassen zu werden, so die Schwimmmeisterin.

Gestern blieb dann erstmals wieder etwas Zeit zum Durchatmen, nachdem die Temperaturen leicht zurückgegangen waren. Und am Nachmittag waren für 800 mögliche Besucherplätze tatsächlich noch 200 Plätze frei. sas

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