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Hattersheim: Im Stadtmuseum geht es voran

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Im Mai soll es endlich so weit sein: Dann werden im ehemaligen Sarotti-Werkstattgebäude, das komplett saniert wurde, zahlreiche historische Exponate präsentiert.
Im Mai soll es endlich so weit sein: Dann werden im ehemaligen Sarotti-Werkstattgebäude, das komplett saniert wurde, zahlreiche historische Exponate präsentiert. © Kröner

Geschichtsverein sucht noch ehrenamtliche Mitarbeiter für regelmäßige Dienste.

Hattersheim -Es gibt zwei Bauwerke im Hattersheimer Schokoladen-Quartier, die aus der umliegenden Wohnbebauung herausstechen: Der große Schornstein des früheren Sarotti-Geländes und das ehemalige Werkstattgebäude. Letzteres erstrahlt nach jahrelanger denkmalgerechter Sanierung wieder in neuem Glanz. Im Gegensatz zum Schornstein, der bereits im Vorbeigehen durch seine schiere Größe beeindruckt, soll das langgestreckte Gebäude die Hattersheimer mit seinem Innenleben begeistern. Der historische Bau aus den zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts beherbergt das Stadtmuseum, das am 21. Mai eröffnet. Bis dahin bleibt einiges zu tun.

„Es wird noch ein bisschen aufregend“, meint Ulrike Milas-Quirin, stellvertretende Vorsitzende des Hattersheimer Geschichtsvereins. Die historisch interessierten Ehrenamtler werden das Museum im Werkstattgebäude betreiben. Derzeit planen sie die Ausstellung zahlreicher Exponate aus unterschiedlichen Epochen und Themenbereichen der Stadt. Ende April sollen die Objekte aus Lagerflächen des Vereins in die Ausstellungsschränke umziehen. Nach einem Strategiegespräch in dieser Woche, steht nun genauer fest, was künftige Besucher in den Räumen erwartet.

Museumsgäste werden die Ausstellung künftig durch den Anbau auf der Südseite des Gebäudes betreten. Das Foyer soll in den kommenden Wochen und Monaten für die anvisierte Nutzung hergerichtet werden. Dort werde es dann unter anderem einen Empfangstresen geben, verrät Ulrike Milas-Quirin. Der neue Gebäudeteil wird aber auch Ausstellungselemente beherbergen. An den derzeit noch weißen Wände finden Besucher in Zukunft Informationen zur Stadtgeschichte. Im Mittelpunkt soll die frühneuzeitlichen Handelsroute Via Regia stehen, die mitten durch Hattersheim verlief. In diesem Zusammenhang soll die Entwicklung von Posthof und Nassauer Hof genauso beleuchtet werden wie der Durchzug napoleonischer Heere. Ebenfalls für den Neubau hat der Geschichtsverein Exponate und Schautafeln zur Hattersheimer Kirchengeschichte vorgesehen. Als eines der größten Austellungsstücke in diesem Bereich ist die Skulptur einer doppelten Madonna geplant, die im 18. Jahrhundert in der katholischen Kirche hing. Gleichzeitig bietet der Eingangsbereich, laut Ulrike Milas-Quirin, Platz für wechselnde Sonderausstellungen.

Im Westteil des Altbaus steht die erforderliche Museumseinrichtung derweil schon. Vitrinen und Stellwände sollen es ermöglichen, in die Hattersheimer Industriegeschichte einzutauchen. Die größten Präsentationen in diesem Bereich werden sich um die Sarotti-Schokoladenfabrik und um den Eddersheimer Erfinder Anton Flettner drehen. Unter anderem soll eine Schokoladen-Walze ausgestellt werden. Weitere Themen sind die Hattersheimer Mühlen, der Rosenanbau und die Okrifteler Zellulosefabrik Phrix. Schließlich erstreckt sich der Museumbetrieb noch in den mehrstöckigen Bau am westlichen Gebäudekopf. In drei kleinen Räumen sollen dort Funde zu Kelten, Jungsteinzeit und Merowingern der Öffentlichkeit präsentiert werden. Außerdem werden Besucher in dieser Ecke museumspädagogische Angebote finden.

Auf die Mitglieder des Geschichtsvereins wartet in den kommenden Wochen die Reinigung und Restauration mehrerer Ausstellungsstücke. Darüber hinaus müssen Folien für die Schautafeln gedruckt werden. Der Verein arbeitet bei der Umsetzung seines Herzensprojektes mit Experten für den Museumsbau, Wissenschaftlerinnen und einer Grafikerin zusammen. Am Ende werde der Verein rund 250 000 Euro aus der eigenen Kasse investiert haben, erklärt Ulrike Milas-Quirin. Darin enthalten sind Mittel aus Spendeneinnahmen. Das Museumsprojekt wurde außerdem durch das Land Hessen gefördert.

Nach langer Sanierung und verschiedenen Planänderungen sieht es so aus, als würde dem Verein in den nächsten Tagen die Schlüssel für das Werkstattgebäude überreicht. Die Stadt erwirbt den Bau für 3,5 Millionen Euro von Investor Selim Balcioglu. „Wir haben einen sehr langen Atem bewiesen, auch wenn uns zwischendurch manchmal der Atem stockte“, sagt Ulrike Milas-Quirin. Nun ist das Ziel in greifbarer Nähe. Die Auftaktveranstaltung des Internationalen Museumstags für Hessen am 21. Mai soll gleichzeitig die Eröffnung des Stadtmuseums sein. Bis dahin sucht der Verein noch ehrenamtliche Mitarbeiter, die Dienste im Museum übernehmen. Interessierte können sich unter der Telefonnummer 061 90 7 31 28 an Ulrike Milas-Quirin wenden. sas

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