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Hattersheim: Im Wäldchen soll wieder gefeiert werden

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Auf das Jubiläums-Wäldchesfest können Besucherinnen und Besucher im Juni prosten. ArchivFOTO: nietner
Auf das Jubiläums-Wäldchesfest können Besucherinnen und Besucher im Juni prosten. ArchivFOTO: nietner © Hans Nietner

Vereinsring wählt kommissarischen Vorstand - Vorbereitungen für das Wäldchesfest 70. 2.0 laufen bereits.

Okriftel -"Geht nicht - gibt es nicht" - fast könnte so das Motto des Okrifteler Vereinsrings in den vergangenen Jahren geheißen haben, wenn es darum ging, das Wäldchesfest zu organisieren. Denn schon vor einigen Jahren war klar, dass der damalige Vereinsring-Chef Wolfgang Deul und Schriftführerin sowie Pressewartin Astrid Terschüren das Großereignis für den Stadtteil nicht mehr schultern mochten. Zwar wurden die beiden leidenschaftlichen Vereinsleute bei den Arbeiten für das Wäldchesfest von vielen ehrenamtlichen Helfern unterstützt. Doch wenn es um offizielle Posten ging, meldete sich niemand. So auch vor mehreren Jahren, als sich Wolfgang Deul und Astrid Terschüren endlich zurückziehen wollten und die Vereinsringführung jüngeren Kräften überlassen wollten. Dies scheiterte aber noch im Jahr 2021, weil sich keine Kandidaten fanden. Etwas später kamen dann doch einige neue Leute aus dem Stadtteil auf die Idee, sich für das Fest zu engagieren. Dies hatte der eine oder andere Helfer schon vorher für manchen Verein in dem Stadtteil getan.

Das Wäldchesfest ist nicht einfach nur ein Vergnügungsort für ein paar Tage in der Nähe des Mainufers, sondern es ist auch eine gute Einnahmequelle für die Vereine. Diese wiederum spenden sogar immer einen Teil des Verkaufserlöses von Getränken und Essen für soziale Zwecke. So auch in diesem Jahr: Der Vereinsring wird 400 Euro der Ukraine-Hilfe zur Verfügung stellen, die Vereine aus Okriftel geben jeweils 50 Euro dazu.

Zum 60. Wäldchesfest gab es im Jahr 2010 das Bestreben, die Risiken für die Organisatoren des Festes auf mehreren und sicheren Beinen aufzustellen. So wurde eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) gegründet, um die Organisation für die finanzielle Abwicklung der Veranstaltung besser händeln zu können. Die GbR existiert noch bis heute und sie wird sich auch in diesem Jahr mit den finanziellen Angelegenheiten der Festorganisation befassen. Damit sind die Vereine abgesichert, wenn es um die Einnahmen geht, die durch das Wäldchesfest erzielt werden. Nach einem bestimmten Schlüssel werden die Einnahmen an die jeweiligen teilnehmenden Vereine aufgeteilt.

Wie Astrid Terschüren, die Schriftführerin des Vereinsrings, mitteilte, haben bereits mehrere Schausteller angefragt, was denn jetzt in diesem Jahr mit dem Wäldchesfest sei. Mit ihnen konnte vereinbart werden, dass sie an Pfingsten ihre Plätze beim Wäldchesfest wieder belegen können. Die Mitglieder des Vereinsrings wollten eigentlich im Jahr 2020 das 70. Wäldchesfest feiern. Doch die Corona-Pandemie machte dem Vorhaben einen Strich durch die Rechnung. Zwei Jahre lang musste nun das Fest ausfallen. Deshalb soll in diesem Jahr so etwas wie 70. 2.0 auf die Beine gestellt werden, wie Astrid Terschüren schmunzelnd erklärt. Mit anderen Worten: Das Jubiläum wird in diesem Jahr nachgeholt. Deshalb gibt es auch ein Feuerwerk, das auf der gegenüberliegenden Uferseite an Pfingstmontag gezündet werden soll. Für alle, die es noch nicht wissen oder neu in Okriftel wohnen: Das Wäldchesfest wird alljährlich an Pfingsten ausgerichtet und zwar von Pfingstsamstag bis Pfingstdienstag, so Astrid Terschüren.

Die Organisatoren des Festes wurden vor einigen Monaten von einer schlimmen Nachricht geschockt. Wolfgang Deul, die jahrelang treibende und unermüdliche Kraft für die Festtage im Stadtteil, war überraschend gestorben. Der Schock über seinen Tod wirkte bei manchen Vorstandskollegen lange und tief. Nachdem sich einige der Mitstreiter wieder gefangen hatten, wurde bei einer Sitzung am 21. März tatsächlich eine personelle Alternative gefunden. Dazu beigetragen hatte wohl unter anderem die Zusage von Bürgermeister Klaus Schindling (CDU), der dem Vereinsring jegliche Unterstützung von der städtischen Seite für die Ausrichtung des Festes zusagte.

Schließlich wurde mit Pieter Oosterling ein kommissarischer Vereinsring-Chef gewählt. Zum Zweiten Vorsitzenden, ebenfalls kommissarisch, wurde Oskar Heß bestimmt. Und Astrid Terschüren wird sich als Schriftführerin weiterhin für den Vereinsring und das Wäldchesfest engagieren. Für die Organisation des Auf- und Abbaues zeichnet auf dem Platz am Mainufer dann wieder Werner Jung verantwortlich. meh

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