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Hattersheim: In der Ex-Bankfiliale gibt es nun 13 Arbeitsplätze

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So sieht es in den neu eingerichteten Räumen des an der Frankfurter Straße gelegenen Co-Working-Space aus.
So sieht es in den neu eingerichteten Räumen des an der Frankfurter Straße gelegenen Co-Working-Space aus. © Stadt hattersheim

In der Frankfurter Straße können Arbeit und Freizeit verknüpft werden.

Hattersheim -Viele Gewerbeflächen in der Frankfurter Straße waren in den vergangenen Jahren einem stetigen Wandel unterworfen. Abgewanderte Geschäfte hinterließen leerstehende Räume oder wurden durch neue Läden und Gastronomieangebote ersetzt. Ihren früheren Charakter als attraktive Einkaufsmeile wird die Straße wohl nicht wiedererlangen. Es gibt jedoch neue Konzepte für die unternehmerische Nutzung von Freiflächen: Erst vor wenigen Tagen hat der Verein Taunus Innovation Campus (TIC) einen sogenannten Co-Working-Space in der Frankfurter Straße 6a eröffnet. Der häufige Nutzerwechsel, der manche Gewerbeeinheit entlang der Straße plagt, ist dort ausdrücklich erwünscht.

Der englische Begriff des „Co-Working“ beschreibt einen Trend, der sich als Gemeinschaftsarbeitsplatz übersetzen lässt. Es handelt sich um eine Art Großraumbüro, dessen Plätze einzeln von unterschiedlichen Firmen gebucht werden können. Das Angebot richtet sich vor allem an neu gegründete Unternehmen oder Selbständige ohne eigene Räumlichkeiten. Die gemeinschaftliche Nutzung des Büros soll den Austausch und die Vernetzung fördern.

Der TIC hat die Räume der früheren Commerzbank-Filiale angemietet und insgesamt 13 Arbeitsplätze eingerichtet. Die Plätze verteilen sich auf mehrere Tische in den Ecken des Büros. Gegenüberliegende Arbeitsbereiche sind durch einen Sichtschutz voneinander getrennt. Dazwischen stehen mehrere schwarzgraue Schränke mit Schließfächern, die ebenfalls gemietet werden können. Der Verein habe die gesamte Elektrik erneuern lassen, beschreibt Alexander Schwarz, städtischer Wirtschaftsförderer und gleichzeitig Vorsitzender des Taunus Innovation Campus.

Neben Strom und Internet stellt der Verein auch weitere Büroinfrastruktur wie etwa einen Drucker und eine Teeküche zur Verfügung. Für vertrauliche Gespräche können sich die Nutzer in einem separaten Besprechungsraum zusammensetzen. Weitere Rückzugsmöglichkeiten finden sich im Keller. Dort sollen Möglichkeiten geschaffen werden, um Videospiele zu spielen oder sich beim Yoga zu entspannen. Alexander Schwarz spricht von der Option, „Arbeit und Freizeit zu verknüpfen“. Gerade in der jüngeren Unternehmer-Generation würden spielerische Pausen immer wieder genutzt, um das kreative Potenzial zu wecken.

Wichtig sind dem TIC-Chef flexible Nutzungszeiten. Unternehmer sollen sich nicht auf lange Mietzeiten festlegen müssen. Schwarz nennt das Beispiel eines Mitarbeiters im Home-Office, der sich für ein zweitägiges Projekt zurückziehen möchte. Dies werde künftig möglich sein.

Das CO-Working-Angebot sieht vielfältige Nutzungsmöglichkeiten und Tarife vor. Für ein Halbtagesticket verlangen die Anbieter beispielsweise 40 Euro, für den gesamten Tag von 8 bis 19 Uhr berechnet der Verein 60 Euro. Nutzer können sich die Fläche aber auch für eine Woche oder einen ganzen Monat reservieren. Weiterhin besteht die Möglichkeit, den Briefkasten am Gebäude als Geschäftsadresse zu buchen - der Kostenpunkt dafür: Genau 80 Euro im Monat.

Derzeit fehlt noch der Internetanschluss. Sobald das WLAN - voraussichtlich am 7. Februar - installiert ist, sollen die Arbeitsplätze vermietet werden, sagt der Vereinschef. Er ist zuversichtlich, dass das moderne Büroangebot nachgefragt wird. Bereits vor der Eröffnung hätten sich Interessenten beim TIC gemeldet, berichtet der Wirtschaftsförderer.

Bürgermeister Klaus Schindling (CDU) begrüßt den neuen Arbeitsbereich als Aufwertung der Frankfurter Straße. Durch die Anlaufstelle für Unternehmer sei ein weiterer Leerstand verschwunden. Alexander Schwarz bedauert allerdings, dass kein einziger Gewerbetreibender aus der Frankfurter Straße der Einladung zur Eröffnung des Co-Working-Spaces gefolgt ist. „Da hätten wir uns mehr erhofft“, sagt der TIC-Chef. „Einzelhandel heißt für mich nicht einzeln handeln.“ sas

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