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Hattersheim: Interesse an Solar-Energie ist größer denn je

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Die Aufnahme zeigt einen Mitarbeiter bei Pflegearbeiten an Modulen in einem Solarpark in Thüringen. FOTO: dpa
Die Aufnahme zeigt einen Mitarbeiter bei Pflegearbeiten an Modulen in einem Solarpark in Thüringen. © picture alliance/dpa

Referent beim Solar-Stammtisch berichtet von bürokratischen Hürden beim Bau von privaten Anlagen.

Hattersheim -Es gab Zeiten, da wurde über das Thema Solarenergie eher mit ungläubigen Staunen reagiert, als mit freudiger Erwartung. In der Zwischenzeit ist dies anders geworden. Einer der Vorreiter in Sachen Photovoltaikanlagen war die Rhein-Main-Deponie (RMD) GmbH unter der damaligen Führung von Gerd Mehler. Der einstige RMD-Geschäftführer hatte schon früh das Potenzial der neuen Technik erkannt. Flugs wurden an einem oft sonnenbestrahlten Hang an der Deponiefläche entsprechende Module installiert. Es war eine der erneuerbaren Energien, mit denen in den Anfangsjahren der Solartechnik fast schon experimentell gearbeitet wurde.

Nicht zuletzt der hohe Strompreis, der immer weiter nach oben klettert, hat dazu geführt, dass sich nun außerdem schon seit einigen Jahren "normale" Hausbesitzer mit dem Thema Solaranlagen beschäftigen. Dass nicht schlagartig die Stromerzeugung über die Solarenergie erfolgen kann, ist jedem Interessenten bewusst. Doch was sind die Nachteile und Vorteile dieser Technik? Unter anderem dieses Thema wird beim Solar-Stammtisch besprochen, der sich regelmäßig in Hattersheim trifft.

Der Solar-Stammtisch ging bei seiner jüngsten Zusammenkunft online in die zweite Runde. Corona-bedingt wurde kurzfristig umgeplant und eine Video-Konferenz organisiert, an der 27 Interessierte aus Hattersheim sowie den Nachbarkommunen teilnahmen. Es habe sich gezeigt, dass das Interesse am Thema Solarenergie deutlich an Fahrt aufgenommen habe. Als Referent konnte für den Stammtisch Alexander Espenschied gewonnen werden. Er ist Geschäftsführer der Inek Energie GmbH und unterrichtet an der Hochschule Rhein-Main in Rüsselsheim.

Zunächst ging der Referent kurz auf die Rahmenbedingungen für Bau und Betrieb von Solarkraftwerken ein. Wie Alexander Espenschied erläuterte, gab es in der gesamten Branche große Einbrüche und viele Betriebsschließungen, nachdem in den vergangenen zehn Jahren immer mehr bürokratische Hürden den Ausbau privater Solaranlagen ausgebremst hätten. Es zeige sich allerdings deutlich, dass der notwendige Ausbau erneuerbarer Energien eine bessere Unterstützung durch die Bundespolitik benötige. Die neue Regierung wolle dies ja nun verstärkt in die Wege leiten. Anhand verschiedener Grafiken - so zum Beispiel von sogenannten Energy-Charts - erläuterte Alexander Espenschied den Strombedarf und die Stromproduktion in Deutschland. Es sei erkennbar, dass die Zukunft den erneuerbaren Energien gehöre. Das Interesse in der Bevölkerung an Solar-Energie sei hoch, die Bedingungen für eine Nutzung würden immer attraktiver, meinte der Referent. Nun müssten die Kapazitäten in Industrie und Handwerk aber rasch wieder aufgebaut werden. Im zweiten Teil seines Vortrags berichtete Alexander Espenschied zunächst über Photovoltaik-Module für den Balkon als preisgünstigen Einstieg in die Gewinnung von selbsterzeugtem Strom. Anhand verschiedener Photovoltaik-Projekte erläuterte der Referent deren Wirtschaftlichkeit sowie die technischen Möglichkeiten im Zusammenhang mit Eigenverbrauch, E-Mobilität und der Beheizung von Wohngebäuden.

Während des Video-Stammtischs konnte über verschiedene Fragen der Teilnehmenden diskutiert und die Fragen teilweise außerdem beantwortet werden. Eine der Fragen lautete beispielsweise: "Warum werden PV-Anlagen nach 20 Jahren abgebaut, obwohl deren Lebensdauer deutlich höher ist, und wie ist die Energie- und Ressourcenbilanz neuer Anlagen?". Der Referent gab dazu die entsprechenden Auskünfte zum derzeit gültigen Stand der Dinge zur Lebensdauer.

Das Organisationsteam des Solar-Stammtisches - Karin Schnick sowie Jürgen von Glischinski und Thomas Seifert - freut sich über die durchweg positive Resonanz der Teilnehmer. Das Trio hofft nun, dass der nächste Solar-Stammtisch ebenfalls wieder gut besucht sein wird und Interessierte dadurch ermuntert werden können, in Solartechnik zu investieren. Der Termin wird rechtzeitig bekanntgemacht. meh

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