Die bisherigen Gebäude auf dem Kastengrund-Gelände sollen abgerissen werden. Dabei soll es unter anderem eine gutachterliche Kontrolle der Gebäude auf Fledermäuse geben.
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Die bisherigen Gebäude auf dem Kastengrund-Gelände sollen abgerissen werden. Dabei soll es unter anderem eine gutachterliche Kontrolle der Gebäude auf Fledermäuse geben.

Wirtschaft

Hattersheim: Investor zahlt für Umsiedlung

Auf dem Kastengrund-Areal wohnen Fledermäuse und Gartenschläfer, die bald eine neue Heimat bekommen.

Hattersheim -Nicht zugestimmt haben erwartungsgemäß Bündnis 90/Die Grünen dem Bebauungsplan für das Kastengrund-Gelände sowie einem städtebaulichen Vertrag zwischen dem Investor Digital Realty, der dort ein Rechenzentrum errichten möchte. Das weltweit agierende Unternehmen hatte bekanntlich das rund 13,4 Hektar große Kastengrund-Areal vom bisherigen Eigentümer, dem Landkreis Main-Taunus, erworben.

Die Grünen hatten klargemacht, dass zum einen die Versiegelung der Flächen bei ihnen auf Ablehnung stößt genauso wie der extrem hohe Stromverbrauch durch das Rechenzentrum. Klar ist für die Grünen auch, dass Photovoltaik-Anlagen sowie eine umweltfreundliche Fassadengestaltung für den Bau des Rechenzentrums vorgeschrieben werden sollten. Zudem müsste das Freigelände des künftigen Rechenzentrums den sich rings um das Gelände befindlichen Grünflächen angepasst werden. Und beim Thema Abwärme wollten die Grünen konkrete Angaben dazu haben, für welche Gebiete die Abwärme genutzt werden könne. Das einst ins Spiel gebrachte und noch in der Plan- und Diskussionsphase befindliche Neubaugebiet Marxheim II in Hofheim könne nicht die einzige Option sein.

Bürgermeister Klaus Schindling (CDU) erklärte während der jüngsten Stadtverordnetenversammlung, das darüber mit dem Investor verhandelt werde, wie und für welche Bereiche die Abwärme genutzt werden kann. Bei der Fassadengestaltung gebe es technische Einschränkungen, die zum Beispiel eine Begrünung nicht so einfach realisierbar mache. Die Stadt verhandelt nun mit Digital Reality über die Ausgestaltung des städtebaulichen Vertrages, der die damit verbundenen Grünflächen auf dem Gelände der ehemaligen Tierversuchsanstalt beinhaltet. Klar ist bereits jetzt: Unter anderem wird eine jährliche Zahlung vom Investor zur Pflege von Tieren, die umgesiedelt und anderweitig untergebracht werden müssen, geleistet. Für 30 Jahre wird der Investor der Stadt jährlich 7000 Euro zur Hege und Pflege von 58 Nisthilfen für Brutvögel sowie 12 Fledermauskästen als Aufwandsentschädigung zahlen. Der Gesamtbetrag, also 210 000 Euro, wird der Investor im voraus entrichten. .

Vor dem Beginn der Bauarbeiten soll die besonders geschützten Gartenschläfer eingefangen und in Ersatzhabitate umgesiedelt werden. Die bisherigen Gebäude, die abgerissen werden, sollen davor auf das Vorkommen von Gartenschläfern kontrolliert werden. Das Vorgehen werde mit der Unteren Naturschutzbehörde abgestimmt, heißt es in einer Vorlage des Magistrates. Die dauerhafte Pflege und Unterhaltung der Ersatzgebiete und Nistkästen für die Siebenschläfer werde durch die Stadt bewältigt, erklärte der Magistrat in der Vorlage weiter. Auch dafür zahlt das Unternehmen Digital Realty, wie in der Vorlage weiter aufgeführt wird: "Hierzu entrichtet der Vorhabenträger für die nächsten 30 Jahre eine Aufwandsentschädigung in Höhe von 90 000 Euro an die Stadt."

Der CDU/FDP/FWG-Koalition sowie die SPD stimmten für den Abschluss eines laut Magistratsvorlage "städtebaulichen Realisierungsvertrages". meh

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