Da war die Fußballwelt noch in Ordnung: Unser Archiv-Foto vom März 2018 zeigt den FCE-Chef Günter Fuchs vor einem Plakat zum Pokal-Halbfinale. Im Hintergrund werkelten Carsten Wahl und Andreas Blos.
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Da war die Fußballwelt noch in Ordnung: Unser Archiv-Foto vom März 2018 zeigt den FCE-Chef Günter Fuchs vor einem Plakat zum Pokal-Halbfinale. Im Hintergrund werkelten Carsten Wahl und Andreas Blos.

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Hattersheim: "Jetzt haben wir die Möglichkeit weiter zu planen"

Beim Fußball-Hessenligisten FC Eddersheim ist der Vorstand derzeit vor allem bemüht, die Jugend bei Laune zu halten.

Eddersheim -Eigentlich müsste die Erste Mannschaft des FC Edderheim (FCE) derzeit regelmäßig auf dem Spielfeld stehen und um Tabellenplätze in der Hessenliga kämpfen. Aufgrund der Corona-Krise ist von der laufenden Saison jedoch nicht viel übrig geblieben. Seit Anfang November ruht der Spielbetrieb - und Vereinschef Günter Fuchs kann sich auch nicht vorstellen, dass die Saison zu Ende gespielt wird. Nicht nachdem der Lockdown am Montag ein weiteres Mal verlängert wurde. "Wir gehen davon aus, dass die Saison annulliert wird", erklärt der FCE-Vorsitzende.

Ursprünglich sollte der Trainingsbetrieb in dieser Woche in Verbindung mit Corona-Tests aufgenommen werden. Nach dem Beschluss der Bund-Länder-Konferenz, die Einschränkungen zu verlängern, wird daraus nichts. Eine richtiges Training sei allerdings die Voraussetzung für die Fortsetzung der Saison, betont Fuchs. "Ein Fußballer braucht einen Ball." Momentan halte sich die Hessenliga-Mannschaft des FCE mit Lauftraining und Fitness-Übungen in Form. Fuchs rechnet damit, dass normales Training frühstens ab Anfang Mai möglich sein wird. "Das ist zu wenig, wenn man ein halbes Jahr lang nicht gegen einen Ball getreten hat", sagt der Vorsitzende. Im Juni bliebe nur ein Zeitraum von etwa zwei Wochen, um die Saison zu beenden. Die Erste Mannschaft des FCE hat elf Spiele absolviert und hätte noch acht Spiele vor sich. "Das ist gar nicht machbar", erklärt Günter Fuchs.

Ein Fußballverein, in dem derzeit so gut wie kein Fußball stattfindet - das wirkt sich auch auf die Zufriedenheit der Mitglieder aus. "Die Stimmung ist mit Sicherheit nicht bombastisch", erklärt Fuchs auf Nachfrage des Kreisblatts. Er ist froh, dass momentan wenigstens noch Kinder und Jugendliche bis zum Alter von 14 Jahren trainieren dürfen. Schade sei allerdings, dass in den höheren Klassen der A-, B -und C-Jugend derzeit nichts machbar sei. "Das Allerwichtigste für uns ist es, die Jugend bei Laune zu halten", erklärt der FCE-Chef. Bisher haben die Corona-Einschränkungen, so Fuchs, noch nicht zu Abmeldungen von Jugendlichen geführt: "Wir haben die Hoffnung, dass es so bleibt." Auch von den übrigen Mitgliedern, die den FCE unterstützen, sei bisher niemand ausgetreten. "Die Leute warten darauf, dass man sich endlich wieder trifft", beschreibt Fuchs die Stimmung bei der Anhängerschaft. So wie viele andere Fußballvereine, hat auch der FC Eddersheim mehrere Monate voller Ungewissheit durchgemacht. Seit Anfang Oktober fanden die Spiele zunächst ohne Zuschauer statt. Dies bedeutete eine finanzielle Belastung, weil Eintrittskarten sowie der Verkauf von Essen und Getränken eine Haupteinnahmequellen ausmachen. Seit November wurde dann überhaupt nicht mehr gespielt. Seither fragt sich der Verein, wie und wann er sich auf eine Rückkehr der Saison vorbereiten soll. Nach dem jüngsten Beschluss zur Lockdown-Verlängerung muss sich der Vorsitzende zumindest darüber keine Gedanken mehr machen. "Jetzt wissen wir wenigsten, wo wir stehen", sagt Günter Fuchs, für den die Fortsetzung des Spielbetriebs keine Alternative mehr ist. Die neue Perspektive erlaube es dem Verein, auf die Spieler zuzugehen und über die nächste Saison zu reden. "Jetzt haben wir die Möglichkeit, weiter zu planen und zu organisieren", erläutert Günter Fuchs. sas

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