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Hattersheim: Kein Jubel für "The Dome"

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Die Hattersheimer Grünen hatten zum Ortstermin an die Ecke Schwalbacher/Sossenheimer Straße eingeladen. Dort berichteten sie über den ins Spiel gebrachten Standort für die Multifunktionshalle "The Dome" auf Hattersheimer Gemarkung. FOTO: privat
Die Hattersheimer Grünen hatten zum Ortstermin an die Ecke Schwalbacher/Sossenheimer Straße eingeladen. Dort berichteten sie über den ins Spiel gebrachten Standort für die Multifunktionshalle "The Dome" auf Hattersheimer Gemarkung. FOTO: privat © Privat

Grünen luden zum Ortstermin an den ins Spiel gebrachten Standort zwischen Sindlingen und Hattersheim.

Hattersheim -Die in einigen Medien veröffentlichten Berichte über das angebliche Interesse eines kanadischen Investors, auf Hattersheimer Gemarkung, eine knapp über 23 000 Zuschauer fassende Multifunktionshalle, genannt "The Dome", zu bauen, schlug in der einstigen Rosenstadt ein wie ein Komet. An einer Stelle an der Autobahn Frankfurt-Wiesbaden (A 66), auf einer Feldgemarkung zwischen Hattersheim und Sindlingen, seien die Investoren interessiert, wurde kolportiert. Und ein Presseorgan berichtete sogar davon, dass der Investor schon Grundstücke erworben habe. Für die Fraktionen von Bündnis 90/Die Grünen sowie der SPD war dies der Anlass zu Anfragen an den Magistrat.

Bekanntlich hatte Bürgermeister Klaus Schindling (CDU) erklärt, dass seines Wissens keine Grundstücke auf Hattersheimer Gemarkung von dem Investor gekauft worden sein. Allerdings bestätigte der Rathauschef Gespräche mit der kanadischen Investorengruppe, die ihr rund 300 Millionen Euro teures Projekt gerne im Rhein-Main-Gebiet realisieren würde. Im Mai, beziehungsweise Juni, wollte die Investorengruppe sich erklären, welcher Standort für die Multifunktionshalle samt weiteren Gebäuden, für ein Hotel und Gastronomie sowie einem Parkhaus am günstigsten sei und für eine Realisierung des Projekts in Frage käme.

Die Hattersheimer Grünen hatten sich schon früh mit ihren Bedenken und Zweifeln an dem Großprojekt zu Wort gemeldet. Sie beließen es nicht bei einer Anfrage, sondern luden Interessierte zu einem Ortstermin ein. Der Termin fand in der Zwischenzeit an der Ecke Schwalbacher/Sossenheimer Straße statt. Dabei war auch Julia Eberz, Bündnis 90/Die Grünen-Stadtverordnete in Frankfurt und dort Mitglied im Ausschuss für Kultur, Wissenschaft und Sport sowie stellvertretende Fraktionsvorsitzende. Eberz berichtete über die bereits bekannten Hintergründe der Standortsuche der Investorengruppe für eine Multifunktionsarena im Frankfurter Stadtgebiet. Denn die Gruppe war vor einigen Jahren an zwei verschiedenen Orten fündig geworden. So zum einen auf einem Areal am Kaiserlei zwischen Frankfurt und Offenbach. Die Frankfurter Stadtoberhäupter hatten daran aber kein Interesse. Ebenso kein Interesse an einem Standort nahe des Flughafens hatte die Fraport als Flughafenbetreiber. Zwar gab es einst vollmundige Absichtserklärungen von Fraport-Chef Stefan Schulte, doch die Realität sah dann anders aus. Zurück zu den Äußerungen von Julia Eberz, der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen- im Frankfurter Römer. Die Politikerin ließ durchblicken, dass es eventuell eine Taktik des Investors sei, die Stadt Frankfurt in Zugzwang zu bringen. Bekanntlich hatte Planungsdezernent Mike Josef (SPD) vor einigen Wochen einen Standort für eine Multifunktionsarena ins Gespräch gebracht, nämlich in der Nähe des Frankfurter Waldstadions - nachdem sich jahrelang in der Sache nichts bewegte. Die Investoren hatten dann öffentlich erklärt, im Umland von Frankfurt nach Alternativ-Standorten zu suchen.

Ob der Vorschlag für den Standort Waldstadion tatsächlich spruchreif wird, und was die Investorengruppe davon hält, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht bekannt. Klar ist aber, dass der Investor über sehr gute Kontakte zum Eishockey-Verein Frankfurter Löwen, zum Volleyball-Verein United Volleys Frankfurt sowie zum Basketball-Verein Skyliners Frankfurt verfügt. Die in manchen Zeitungen erfolgte Berichterstattung über den beabsichtigten Bau der Arena auf einer Ackerfläche zwischen der Autobahn und einem Hattersheimer Wohngebiet, habe sowohl die Bürger wie auch die Kommunalpolitiker überrascht, erklärt die Grünen-Fraktionsvorsitzende Nathalie Ferko. Von den beim Ortstermin 40 anwesenden Bürgerinnen und Bürger gab es keinen Jubel für "The Dome". Der überwiegende Teil sei dem Projekt gegenüber "sehr skeptisch bis ablehnend eingestellt" gewesen, erläutern die Grünen. Mehrere Punkte hätten dabei im Fokus der Redebeiträge gestanden. So zum Beispiel die Verkehrsanbindung, die klimatischen Folgen - durch die Blockade der Frischluftschneise sei eine Erwärmung von ganz Hattersheim zu befürchten -, die Lärmbelästigung, aber auch die Sicherheit in den Abendstunden. Ein weiterer Kritikpunkt sei gewesen, dass das Thema erst spät in die Öffentlichkeit gelangt sei. Gesprochen wurde bei dem Ortstermin außerdem darüber, was es bedeuten würde, "wenn ein gigantisches Gebäude für Konzert-und Sportveranstaltungen mit wöchentlich maximal 22 000 Gästen, dementsprechenden Parkplätzen sowie ein Hotel für Übernachtungsmöglichkeiten, in einer Stadt mit 29 000 Einwohnern gebaut würde", erläutern die Grünen. Hinzu käme der Schwerlastverkehr, der für die Bühnen-Aufbau-und Abbauarbeiten benötigt würden. meh

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