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Hattersheim: Kein Quartiersmanagement für die Stadtteile

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Über die Wohnungssituationen in Okriftel sowie Eddersheim (das Archivbild zeigt Häuser in der "Neuen Heimat") erstellte der Magistrat einen Bericht. ArchivFOTO: nietner
Über die Wohnungssituationen in Okriftel sowie Eddersheim (das Archivbild zeigt Häuser in der "Neuen Heimat") erstellte der Magistrat einen Bericht. ArchivFOTO: nietner © Hans Nietner

Laut Magistrat gibt es in Okriftel und Eddersheim zu wenige "bezahlbare Wohnungen" für eigene Anlaufstellen.

Hattersheim -Einen klaren Arbeitsauftrag hatte der Magistrat von der Stadtverordnetenversammlung im vorigen Jahr bekommen: Der Magistrat wurde beauftragt, gemeinsam mit der Hattersheimer Wohnungsbau Gesellschaft mit beschränkter Haftung (HaWobau) sowie dem Wohnungsbau-Unternehmen Nassauische Heimstätte zu prüfen, ob in den Stadtteilen Eddersheim und Okriftel ein Quartiersmanagement eingerichtet werden kann.

In dem auf der jüngsten Stadtverordnetenversammlung vorgelegten Bericht des Magistrates, für den Erster Stadtrat Karl Heinz Spengler (FW) als zuständiger Dezernent für Soziales verantwortlich zeichnet, wird ein kurzer Rückblick über die vergangenen Jahre wie folgt zusammengefasst: "Die Stadt Hattersheim befand sich von 1999 bis 2012 im Bund-Länder-Programm Soziale Stadt." Durch die Finanzmittel aus dem Programm "Soziale Stadt" sei eine bauliche Aufwertung der Siedlung geleistet worden, zahlreiche Infrastruktur-Maßnahmen seien für verschiedene Zielgruppen umgesetzt und die Anbindung des Stadtteils an die "Reststadt" verbessert worden. Zudem sei das Stadtteilbüro eingerichtet und zahlreiche Maßnahmen zur Verbesserung des nachbarschaftlichen Zusammenlebens sowie zur Integration durchgeführt worden.

Für das Projekt habe damals der Caritasverband Bezirk Main-Taunus die Trägerschaft übernommen. "Darüber hinaus erfolgte eine enge Zusammenarbeit mit der Hattersheimer Wohnungsbaugesellschaft sowie der städtischen Verwaltung. Die Stärken des Projekts waren die gelungene Netzwerkarbeit, die Etablierung stabiler Gruppen von engagierten Bürgerinnen und Bürgern und die beständige und langfristige Unterstützung der Politik", heißt es in dem Bericht des Magistrats weiter. Als Zielsetzung hätten zunächst die Angleichung der Lebensverhältnisse innerhalb Hattersheims, der Abbau von Benachteiligung und sozialer Ausgrenzung sowie deren Vermeidung im Fokus gestanden.

Doch was leistet eigentlich ein Quartiersmanagement? Vorstellbar seien, so heißt es im Magistratsbericht weiter, verschiedene Formen des Quartiersmanagements. In erster Linie soll erreicht werden, dass Bewohnerinnen und Bewohner in ihrem Stadtteil die Möglichkeit vorfinden, niedrigschwellig ihre Anliegen vorzubringen. Darüber hinaus könne als langfristiges Ziel die Anregung an die Bewohner definiert werden, sich aktiv einzubringen und an Veränderungsprozessen mitzuwirken. "Elementare Voraussetzung in der Kernstadt Hattersheim war der Bestand einer homogenen Bewohnerstruktur in der Siedlung", erläutert der Magistrat in seinem Bericht weiter.

Die städtische HaWobau hält mit insgesamt 1565 Wohnungen sogenannten bezahlbaren Wohnraum vor. In Okriftel teilen sich diese als "bezahlbarer Wohnraum" definierten Einheiten der Wohnungsbaugesellschaften wie folgt auf: Die Wohnungsbaugesellschaft vermietet dort 62 Wohnungen, die Nassauische Heimstätte 216 Wohnungen, die Grundstücksgesellschaft Richter (Privatinvestor) 94 Wohnungen. Die Anzahl der insgesamt öffentlich sowie frei finanzierten Wohnungen betrage in dem Stadtteil (gültig für das Jahr 2021) insgesamt 372 Einheiten. In Eddersheim teilt sich der bezahlbare Wohnraum der Wohnungsbaugesellschaften wie folgt auf: Die Hattersheimer Wohnungsbau Gesellschaft hat 48 Wohnungen in ihrem Eigentum, die Deutsche Zinshaus GmbH 36 Wohnungen. Die Anzahl der insgesamt öffentlich sowie frei finanzierten Wohnungen beläuft sich laut Magistratsbericht auf 84 Einheiten.

"Im Stadtteil Okriftel wie auch im Stadtteil Eddersheim lässt sich kein eindeutiger homogener Sozialraum vergleichbar zur Kernstadt identifizieren. Darüber hinaus ist der jeweilige prozentuale Anteil der Mieterinnen und Mieter von Wohnungsbaugesellschaften an der Gesamteinwohnerzahl sehr viel geringer", heißt es in dem Magistratsbericht weiter. Dieser betrage in Hattersheim 18,53 Prozent, in Okriftel 11,12 Prozent und in Eddersheim 7,23 Prozent. Aufgrund dieser Daten - insbesondere mit der im Vergleich zur Kernstadt geringen Anzahl der Wohnungen - könne "der grundsätzliche Bedarf eines Quartiersmanagements eher in Abrede gestellt werden".

Doch es gibt laut Magistrat noch ein weiteres Argument. So habe "die katholische Kirche in Zusammenarbeit mit dem Caritasverband im Stadtteil Okriftel ein Sozialraum-Projekt" gestartet. Einer "möglichen Nachfrage der Bewohnerinnen und Bewohner, insbesondere in den angesprochenen Quartieren, nach Beratung und einem Ansprechpartner" solle aber Rechnung getragen werden, schlägt der Magistrat abschließend vor. meh

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