Werbe-Experten sind sich nicht einig darüber, ob Wahlplakate sinnvoll sind und tatsächlich die Kernaussagen der Parteien zum Wahlvolk transportieren.
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Werbe-Experten sind sich nicht einig darüber, ob Wahlplakate sinnvoll sind und tatsächlich die Kernaussagen der Parteien zum Wahlvolk transportieren.

Politik

Hattersheim: Keine Wahlplakate mehr?

Grüne eröffnen Diskussion über den Nutzen dieser Werbemittel.

Hattersheim -Manche Zeitgenossen machen sich einen Spaß daraus, wahllos Wahlplakate zu zerstören, die ihnen am Straßen- oder Wegesrand auffallen. Andere Zeitgenossen gehen dagegen gezielt vor und zerstören nur diejenigen Plakate, deren Parteien oder Wählergemeinschaften sie als Hassobjekt empfinden. Weder in dem einen noch in dem anderen geschilderten Fall ist es erfreulich, dass die Werbeversuche von Parteien vor den Wahlen zu gewaltsamen Handlungen hinreißen. Gäbe es diese Plakate nicht, könnte die sinnlose Zerstörungswut sich nicht an ihnen austoben. Sollen Parteien auf ihre Wahlwerbung mittels Plakate verzichten? Diese Frage stellen sich in Hattersheim Bündnis 90/Die Grünen. "Wie könnte zukünftig um Wählerinnen und Wähler geworben werden und ist Plakatieren noch zeitgemäß?", lautet dazu die genaue Fragestellung der Grünen.

Der Vorstand der Hattersheimer Grünen sehe nämlich keine Zukunft "in der von Wahl zu Wahl wachsenden Plakat-Flut". Obwohl Standorte von der Stadtverwaltung empfohlen werden, hielten sich viele Parteien nicht daran und "schmückten" nahezu alles was möglich sei im Stadtgebiet. Selbst nicht genehmigte Standorte - schmale Radwege, Fußgängerüberwege, an Verkehrsschildern und Bäumen - würden dabei nicht verschont.

Nach wenigen Tagen, in den Wahlplakaten installiert würden, sei bereits eine große Anzahl der Plakate zerstört oder entwendet. Aber nicht nur das Stadtbild leide darunter, meinen die Grünen. Papp-, aber auch Kunststoff-Plakate landeten auf den Wegen, im Gebüsch oder im Schwarzbach. "Wir bezweifeln, dass die auf den Plakaten aufgedruckten Aussagen für die Wählerinnen und Wähler ein echtes Entscheidungskriterium sind. Deshalb werden wir vor der nächsten Wahl bei den anderen Parteien dafür werben, andere Wege zu beschreiten," ist sich der Grünen-Vorstand einig.

Die meisten Diskussionen würden mittlerweile "im Netz" geführt, aber auch die üblichen Medien - Fernsehen, Radio sowie Printmedien - klärten über Wahlprogramme und Kandidatinnen sowie Kandidaten auf und veranstalteten außerdem Podiumsdiskussionen und Fragerunden. "Einige wenige parteiunabhängige Plakate könnten dies ergänzen und auf die bevorstehende Wahl hinweisen", schlägt der Grünen-Vorstand vor. Dies würde Ressourcen und Umwelt schonen. Beim nächsten offenen Treffen der Grünen unter dem Motto "Grüne im Grünen", am Sonntag, 12. September, ab 16 Uhr an der Uferbar in Okriftel soll das Thema mit Mitgliedern und Besuchern diskutiert werden. Da möglicherweise die Uferbar geschlossen habe, sollten alle Interessierten eine Picknickdecke sowie Getränke mitbringen. Vorab würden Vorschläge dazu unter https://gruene-hattersheim.de/kontakt/ entgegengenommen und bei den Überlegungen berücksichtigt, kündigte Grünen-Vorstandsmitglied Henning Eller an. meh

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