Verwaltungschef Klaus Schindling (re.), hier bei einer früheren Stadtverordnetenversammlung am Rednerpult, kündigte einen erweiterten Stellenplan für das Jahr 2022 an. Archiv-FOTO: Nietner
+
Verwaltungschef Klaus Schindling (re.), hier bei einer früheren Stadtverordnetenversammlung am Rednerpult, kündigte einen erweiterten Stellenplan für das Jahr 2022 an. Archiv-FOTO: Nietner

Politik

Hattersheim: Klimaschutz und Digitalisierung

Bürgermeister Klaus Schindling (CDU) kündigt Schaffung von zwei neuen Stellen im Rathaus an.

Hattersheim -Die meisten Kommunen haben seit einigen Jahren die Zeichen des Klimawandels erkannt: Sie legen bei Bebauungsplänen besonderen Wert auf Vorgaben, die sich auf die Versiegelung von Flächen, auf die alternative Energieerzeugung wie beispielsweise Photovoltaik-Anlagen sowie auf die Nutzung von Abwärme von Gebäuden beziehen. Doch um eine Kommune von Grund auf dann noch in Richtung klimaneutral zu steuern, bedarf es vor allem einer besseren personellen Ausstattung. Die Verwaltungen in den Mittelstädten, wie Hattersheim oder die Nachbarstadt Flörsheim, sind nicht nur durch die Corona-Krise mit Zusatzaufgaben und immer neuen Vorschriften beschäftigt, sondern mit einer großen Zahl von Anforderungen, die alle mit dem Klimawandel zu tun haben.

Beispiel gefällig? Die Zahl der Fördermittel, die von der Europäischen Union, von Bund und Land für klimapolitische Projekte ausgeschüttet werden, war noch nie so groß wie zurzeit. Wer solche Förderprogramme in Anspruch nehmen möchte, der muss nicht nur die Anträge richtig und fristgerecht bearbeiten und einreichen können, sondern auch noch den Überblick behalten, welche Projekte mit anderen Vorhaben verknüpft werden können, um eine erhöhte Förderung zu bekommen. Eine der ersten Kommunalpolitikerinnen in Hattersheim, die sich mit diesen Fragen auseinandersetzte und die Ergebnisse der Überlegungen in die Praxis umsetzte, war die ehemalige Erste Stadträtin Karin Schnick (Bündnis 90/Die Grünen). Ein Blockheizkraftwerk für ein damals neues Baugebiet war die erste nicht nur kurzfristig sinnvolle Errungenschaft in dieser Sache, die von Karin Schnick initiiert wurde.

Nun steht eine Zäsur an. Nicht erst seit der Flutkatastrophe in Bayern, Rheinland-Pfalz sowie Nordrhein-Westfalen steht das Thema Klimawandel in Hattersheim auf der Tagesordnung der städtischen Gremien. Bürgermeister Klaus Schindling (CDU) hatte im Rahmen der Fragestunde bei der jüngsten Stadtverordnetenversammlung erklärt, dass im Stellenplan für den städtischen Etat für das Jahr 2022 die Stelle eines Klimabeauftragten aufgenommen werden soll. Diese Position soll das Ziel, eine klimaneutrale Kommune zu werden, in den Mittelpunkt rücken. Mit welchen Aufgabengebieten und welchen Kompetenzen diese Position versehen werden soll, wird den Stadtverordneten zu einem späteren Zeitpunkt detailliert erläuterte werden. Klar ist aber, dass der oder die Klimaschutzbeauftragte vor allem für das Akquirieren von Geld aus den Förderprogrammen das entsprechende Prozedere beherrschen muss. Doch dies ist wohl nur ein Teil der umfangreichen Arbeit, die ein Klimaschutzbeauftragter leisten soll.

Verwaltungschef Klaus Schindling kündigte außerdem an, dass künftig der Fachbereich Digitalisierung der Stabsstelle Bauen, Planen und Umwelt angegliedert wird. Wie wichtig die seit einigen Jahren vielbeschworene Digitalisierung bereits in den Alltag eingedrungen ist, zeigen die vielen Apps, ohne die anscheinend ein einigermaßen übersichtliches Alltagsleben nicht mehr möglich ist. Denn egal ob Corona-Warn-App, Impf-App oder Eintritts-App für Schwimmbäder und andere öffentliche Einrichtungen: Fast in allen öffentlichen Bereichen wird wegen der schnelleren Erfassung von Daten auf die Apps zurückgegriffen. Welchen Umfang und welche Aufgabengebiete der Bereich Digitalisierung künftig bei der Stadtverwaltung einnimmt, wird bei der Beschlussfassung über den Stellenplan ersichtlich werden. meh

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare