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Hattersheim. Koalition lehnt Wärmeplan ab

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Die Abwärme von Rechenzentren, wie hier von den E-Shelter-Gebäuden an der Voltastraße, wird künftig für die Heizung von benachbarten Wohn- und Gewerbeflächen genutzt. ArchivFOTO: Nietner
Die Abwärme von Rechenzentren, wie hier von den E-Shelter-Gebäuden an der Voltastraße, wird künftig für die Heizung von benachbarten Wohn- und Gewerbeflächen genutzt. ArchivFOTO: Nietner © Hans Nietner

Rathauschef: In Sachen Heizwärme wird bereits viel getan.

Hattersheim -Der Vorschlag der SPD-Fraktion, für Hattersheim einen kommunalen Wärmeplan zu erstellen, sorgte bei der jüngsten Stadtverordnetenversammlung für eine intensive Debatte. Mesut Cetin (SPD) hatte den Antrag unter anderem damit begründet, dass die Stadt einen Masterplan benötige. "Wir müssen schnell handeln, aber nicht planlos", sagt Cetin. Der SPD-Stadtverordnete hatte schon während seines Bürgermeisterwahlkampfes den Vorschlag gemacht, einen Wärmeplan zu erarbeiten. Der SPD-Stadtverordnete wies auf die gestiegenen Energiepreise hin und die Notwendigkeit, mit einem Wärmeplan die Bewohner in Hattersheim mit günstiger Heizwärme zu versorgen.

CDU-Fraktionsvorsitzender Michael Minnert konnte einem solchen Wärmeplan nichts abgewinnen. Zwar seien die privaten Heizungsanlagen die größten Treiber der Nachteile für das Klima. Wichtig sei aber ein integrierter Klimaschutzplan, dies sei der Masterplan. An die Adresse von Mesut Cetin sagte der CDU-Fraktionschef: "Ich denke, Sie hören nicht richtig zu." So zum Beispiel, wenn Bürgermeister Klaus Schindling (CDU) darüber berichte, dass er mit den Energieversorgern über ein Netz zur Verteilung von Rechenzentren-Abwärme für die neuen Baugebiete verhandele.

Nathalie Ferko (Grüne) unterstützte den Vorschlag der SPD-Fraktion: "Ein Wärmeplan könnte für soziale Gerechtigkeit sorgen." Er könne die Bürger bei den Kosten für Heizenergie entlasten. Ein künftiger Klimaschutzbeauftragter werde davon ebenso profitieren und könne gleich loslegen mit dem Plan als Grundlage.

SPD-Fraktionschef Dr. Marek Meyer erinnerte daran, dass die Anträge zur Nutzung der Rechenzentren-Abwärme erst von der CDU/FDP/FW-Koalition abgelehnt worden seien. Es gehe nicht nur um Neubaugebiete; dies sei einfach. Sondern es gehe auch um die Bestandsgebäude. Ein Wärmeplan sei sinnvoll, weil er die strategische Planung erleichtere. "Wir müssen endlich auch mal handeln. Geben Sie sich einen Ruck, stimmen Sie zu. Wir brauchen einen kommunalen Wärmeplan", appellierte der SPD-Fraktionschef an die Koalition.

Bürgermeister Schindling wies darauf hin, dass bereits viel in Sachen Heizwärme in der Stadt getan werde - und das ohne Plan. So zum Beispiel im Neubaugebiet an der Voltastraße sowie für die mehrgeschossigen Häuser an der Heddingheimer Straße. Dort würden die Öltanks ausgebaut und es sei geplant, dort Leitungen für andere Energieträger - nämlich der Abwärme - zu legen. "Das alles machen wir ohne Beschluss", sagte der Rathauschef. Die Verwaltung sei bei solchen Vorhaben immer schon aktiv gewesen. Egal, welche Partei in der Stadt die Mehrheit gehabt habe.

So nun auch bei diesem Projekt. Aus den Rechenzentren im Gewerbegebiet Nord soll die Abwärme für die umliegenden Bestandsgebäude genutzt werden. Der Verwaltungschef bekräftigte, dass man diesen Weg weitergehen und alle Haushalte an ein städtisches Abwärmenetz anschließen wolle. Schließlich wurde der SPD-Antrag von der Koalition abgelehnt. meh

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